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Der Konflikt zwischen der Firma Nammo und den Einwohnern von Bugk dauert an.

Kommunapolitik
Klagen in Bugk über fehlende Antworten von Nammo

Archivbild: Gelände von Nammo Buck im Pinnower Industrie- und Gewerbegebiet aus der Luft, 2018
Archivbild: Gelände von Nammo Buck im Pinnower Industrie- und Gewerbegebiet aus der Luft, 2018 © Foto: Wilfried Bergholz
Bernhard Schwiete / 09.11.2019, 14:00 Uhr
Bugk (MOZ) Am heißesten diskutiert worden ist am Donnerstagabend in der Storkower Stadtverordnetenversammlung ein Thema, zu dem gar kein Beschluss anstand. Es ging um das laufende Genehmigungsverfahren für die geplante Erweiterung der Munitionszerlegungsanlage der Firma Nammo Buck zwischen Storkow und Bugk. Deren Geschäftsführer Christoph Rüssel musste sich kritischen Fragen stellen. Konkrete Antworten gab er kaum.

Rüssel war von der Stadtverordnetenversammlung eingeladen worden, in zehn Minuten Redezeit das Vorhaben des Unternehmens zu erläutern. Zu den geplanten "Umbaumaßnahmen" gehöre eine Erweiterung des Lagers, außerdem wolle man einen Trinkwasser- und einen Löschwasserbrunnen bohren. Nammo Buck zerlege und entsorge in Storkow Spezialmunition, Übungsmunition und Manövermunition der Bundeswehr und von Nato-Partnern. Chemische, biologische und nukleare Waffen seien nicht darunter. "Wir sind in Storkow seit 1999 tätig. Wir arbeiten störungsfrei, sicher und umweltverträglich", sagte er.

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Von den Aktivitäten des Unternehmens profitiere Storkow sogar, warb er. "Wir arbeiten mit Handwerksbetrieben aus der Region zusammen. unsere Mitarbeiterzahl wollen wir von aktuell 20 bis zum Jahr 2021 auf 35 erhöhen." Auch hochqualifizierte Arbeitnehmer wolle man einstellen. Gleichzeitig seien die Transportfahrten von Nammo Buck durch die Stadt weniger geworden, seit das Unternehmen Ende vergangenen Jahres seinen Standort in Pinnow in der Uckermark geschlossen habe. Die Nammo-Unternehmensgruppe ist international tätig, in Deutschland betreibt sie aktuell drei Standorte.

Von den Stadtverordneten kamen anschließend eine Reihe kritischer Fragen. Matthias Bradtke (SPD), auch Ortsvorsteher von Bugk, erkundigte sich nach den Abständen von drei Bunkergebäuden, in denen die Munitionszerlegung stattfindet, zur Wohnbebauung in Bugk. Konkrete Antworten bekam er nicht; Rüssel verwies stattdessen auf das Landesamt für Umwelt als Genehmigungsbehörde. Johann Kney (fraktionslos) war der einzige, der äußerte, er habe keine Befürchtungen. In der folgenden Einwohnerfragestunde wollten sich mehrere Gäste aus Bugk zu Wort melden. Der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Heinz Bredahl (SPD) ließ aber keine Fragen an Nammo zu.

Er verwies auf die Hauptsatzung, laut der nur Fragen an die Stadtverordneten und an die Verwaltung zulässig seien. Bürgermeisterin Cornelia Schulze-Ludwig (SPD) bot an, eine Einwohnerversammlung zu organisieren und Nammo einzuladen. Die Stadtverordnetenversammlung hatte sich bereits im Mai gegen die Erweiterungspläne von Nammo ausgesprochen.

Zu einer Versammlung indes wird es wohl nicht kommen. "Das bringt nichts", sagte Bradtke am Freitag auf Nachfrage. Nammo antworte nicht auf Fragen, auch in der Stadtverordnetenversammlung sei nichts Neues berichtet worden. Man habe bereits im Ortsbeirat diskutiert, ob man einen Nammo-Vertreter einladen solle. "Alle 24 Anwesenden waren dagegen", berichtete der Ortsvorsteher. Nammo verwies am Freitag auf eine "Bürgerinformation", die man am 4. November herausgegeben habe. Man selbst habe dem Ortsvorsteher angeboten, in den Ortsbeirat zu kommen; dies sei abgelehnt worden.

Bereits im August hatte es in Zusammenhang mit dem laufenden Genehmigungsverfahren einen offiziellen Erörterungstermin mit den Einwendern gegeben. Eine Entscheidung gibt es noch nicht. Bradtke sagte, er habe erst "vor zwei bis drei Wochen" das Protokoll der Erörterung bekommen.

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