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Naturparkverwaltung will im Kloster Neuzelle mit Informationen auch Anregungen geben

Ausstellung
Ein Schau über die gefährdeten Bienen im Kloster

Alles über die Biene: Naturparkmitarbeiterin Andrea Schwarz erklärte die Honigschleuder.
Alles über die Biene: Naturparkmitarbeiterin Andrea Schwarz erklärte die Honigschleuder. © Foto: Stefan Lötsch
Stefan Lötsch / 12.11.2019, 05:45 Uhr
Neuzelle (MOZ) Dass Bienen nicht genug Öffentlichkeit hätten, das kann man eigentlich nicht behaupten. In mehreren Bundesländern gibt oder gab es Petitionen, , die sich dafür einsetzen, dass der Lebensraum der nützlichen Insekten erhalten bleibt. Warum Bienen – wozu nicht nur die honigliefernden Bienen sondern auch die Wildinsekten gehören – aber nicht genug Aufmerksamkeit und Öffentlichkeit erhalten sollen, darüber kann man sich seit dem Wochenende in einer Ausstellung informieren, die im Kloster Neuzelle zu sehen ist.

Das Kloster eignet sich dafür nicht nur deshalb, weil mit dem Kalefactorium ein geeigneter und würdiger Ausstellungsraum zur Verfügung steht. Jan Battmer von der Stiftung Stift Neuzelle stellte bei der Ausstellungseröffnung am Sonnabend auch den historischen Bezug her. Denn in dem historischen Stiftsatlas ist auch verzeichnet, dass es bei den Mönchen Bienenhaltung und Gebäude für Honiggewinnung gab.

Was jeder tun kann

Die Schau, die mehrere Informationstafeln umfasst, wurde von der Verwaltung des Naturparks Schlaubetal nach Neuzelle geholt. Das Interesse an dem Thema liegt nicht nur darin begründet, dass zwei Mitarbeiter, nämlich Andrea Schwarz und Mathias Schulze, selbst Bienen halten. Man wolle darauf aufmerksam machen, dass Bienen gefährdet sind, sagte Naturpark-Leiterin Inka Schwand, unter anderem durch den Einsatz von Pestiziden. Aber Inka Schwand betonte auch: "Jeder von uns kann was tun." Zum Beispiel könne man Nahrungs- und Brutstätten einrichten. Auch dafür wolle die Ausstellung Anregungen geben. Der Naturpark geht da mit guten Beispiel voran. So gibt es im Naturpark nicht nur eine Vielzahl naturbelassener Flächen. In der Nähe von Friedland entsteht derzeit auch ein Wildbienenlehrpfad. Wobei sich das in diesem Jahr als gar nicht so einfach erwiesen hat. Denn die Anpflanzungen haben unter der Trockenheit gelitten, sagt Mathias Schulz. Immer wieder mussten die Flächen gewässert werden.

Trockenheit und überhaupt das sich ändernde Wetter sind ebenfalls Faktoren, die den Bienen zusetzen, wie Imker, die anwesend waren, am Rande der Ausstellungseröffnung bestätigten.

Wegen der Trockenheit habe er gar keinen Honig in der Heide geerntet, sagt der Berliner Imker Michael Gütt. Und der Neuzeller Imker Reiner Garkisch stellt fest: Auch die milderen Winter setzen den Bienen zu. Dass aber sehr viele Bienenvölker eingehen, hat einen Hauptgrund, wie beide Imker bestätigen: die Varroa-Milbe. "Die Milbe ist unser größtes Problem", erklärt Reiner Garkisch über den Schädling, der durch die Globalisierung aus dem asiatischen Raum nach Europa eingeschleppt worden ist.

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