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Volkstrauertag 2019
Brandenburg und Bundeswehr gedenken in Kotzen der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft

Gedenkstele vor der Kirche in Kotzen.
Gedenkstele vor der Kirche in Kotzen. © Foto: Weber
René Wernitz / 12.11.2019, 10:29 Uhr - Aktualisiert 12.11.2019, 14:19
Kotzen (MOZ) In Kotzen (Amt Nennhausen) erfolgt am Samstag der Auftakt zu den brandenburgischen Gedenkveranstaltungen zum Volkstrauertag (17. November).  Zur zentralen und öffentlichen Veranstaltung in der Dorfkirche werden unter anderem Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke, Oberst Olaf Detlefsen, Kommandeur Landeskommandos Brandenburg, sowie Gunter Fritsch, Landesvorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. erwartet. Beginn ist um 11.00 Uhr.

Der 1919 gegründete Volksbund ist eine humanitäre Organisation. Wie Mitarbeiter Christoph Blase erläutert, widme sie sich sich im Auftrag der Bundesregierung der Aufgabe, die Gräber der deutschen Kriegstoten im Ausland zu erfassen, zu erhalten und zu pflegen. Der Volksbund betreue Angehörige in Fragen der Kriegsgräberfürsorge, er berate öffentliche und private Stellen, er unterstütze die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Kriegsgräberfürsorge und fördere die Begegnung junger Menschen an den Ruhestätten der Toten. Heute habe der Volksbund knapp 350.000 aktive Förderer sowie mehr als eine Million Gelegenheitsspender und Interessenten.

"Mit ihren Beiträgen und Spenden sowie den Erträgen aus der Haus- und Straßensammlung, die einmal im Jahr stattfindet, finanziert der Volksbund zu fast 70 Prozent seine Arbeit", so Blase weiter. Den Rest würden öffentliche Mittel des Bundes und der Länder decken. Mit mehreren tausend ehrenamtlichen und 571 hauptamtlichen Mitarbeitern kümmere sich der Volksbund heute um 832 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten in Europa und Nordafrika mit etwa 2,7 Millionen deutschen Kriegstoten beider Weltkriege.

Auch Kotzen beklagte den Tod von Einwohnern, die in den Krieg ziehen mussten. Es gibt eine US-amerikanische Webseite, auf der ihre  Namen aufgelistet sind. Laut Angaben auf www.denkmalprojekt.org waren es 17 Männer im Ersten Weltkrieg, teils vermisst oder in Gefangenschaft gestorben. Ihre Namen, sie stehen auf einer Stele im Dorf,  wurden dem US-Online-Projekt zugearbeitet.

Günther Arndt, geboren 1927, und Heinz Stolle, geboren 1913, fanden in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs den Tod. Beider Namen stehen auf einem Gedenkstein. Auch wird an drei unbekannte deutsche Soldaten erinnert.

Gerade im Land Brandenburg seien die Folgen der großen Schlachten um Berlin immer noch sichtbar – mehr als in den anderen Bundesländern, so Christoph Blase. Auch fast 75 Jahre nach Kriegsende würden immer noch Hunderte von Gefallenen - "Landser" und "Rotarmisten" - jedes Jahr aus der  Brandenburger Erde geborgen – eine mahnende Folge der letzten schweren Kämpfe im Frühjahr 1945.

"Die Kriegstoten werden nach Möglichkeit identifiziert, erhalten ihren Namen wieder und finden dann auf den Kriegsgräberstätten des Volksbundes in Lietzen, Lebus oder Halbe ihr würdiges Grab", so Blase. Ihrer sowie aller Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft wird am Samstag im havelländischen Kotzen gedacht.

Gedenkstunde am Volkstrauertag

Die zentrale Gedenkstunde zum Volkstrauertag veranstaltet der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Plenarsaal des Deutschen Bundestages in Berlin. Die Gedenkstunde, die traditionell unter der Schirmherrschaft des Bundestagspräsidenten steht, beginnt um 13.30 Uhr und wird von der ARD direkt übertragen. ⇥Quelle: www.volksbund.de

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