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Die Zukunft des ehemaligen Schwangerenkurheims ist weiter offen. Es gibt aber zahlreiche Interessenten an der Immobilie.

Awo
Früheres Schwangerenkurheim vor Verkauf

Seit September geschlossen: das ehemalige Schwangerenkurheim in der Lindenstraße in Bad Saarow
Seit September geschlossen: das ehemalige Schwangerenkurheim in der Lindenstraße in Bad Saarow © Foto: Bernhard Schwiete
Bernhard Schwiete / 12.11.2019, 15:37 Uhr - Aktualisiert 12.11.2019, 16:08
Bad Saarow (MOZ) Vor dem Parkplatz an der Lindenstraße hängt meist eine verschlossene Kette. Im Foyer sind auf einem Sofa Kopfkissen gestapelt. In den Räumen im Erdgeschoss stehen Umzugskisten, auf einem Tisch liegen neben Kaffeetassen ein paar Bücher. Diese Dinge sind die letzten Überbleibsel des Schwangerenkurheims in Bad Saarow. Am Dienstag war der Hausmeister mit weiteren Aufräumarbeiten beschäftigt. Bereits Ende September sind die letzten Kurgäste abgereist, seitdem ist die Einrichtung, die deutschlandweit einzigartig war, geschlossen. Wie es mit dem Haus weitergeht, ist nach wie vor offen.

Vermietung ausgeschlossen

Die Immobilie gehört dem Awo-Kreisverband Fürstenwalde, der auch das Kurheim mit dem Namen "Haus an der Sonne" betrieb. Im Sommer, als die Schließung publik wurde, hatte die Awo-Kreisvorsitzende Monika Kilian angekündigt, bis September eine Entscheidung über die Zukunft des Gebäudes treffen zu wollen. Nun kam es anders. Nur ein Grundsatzbeschluss ist gefallen, wie Kilian berichtet. Eine weitere eigene Nutzung schließt die Awo mittlerweile aus, ebenso eine Vermietung. "Wir werden das Haus verkaufen", sagt die Vorsitzende. An wen, ist aber noch offen.

Dass die Entscheidung später fällt als geplant, liegt aber nicht an einem Mangel an Interessenten – ganz im Gegenteil. "Wir haben schon knapp zehn Angebote bekommen", sagt Kilian. Der Vorstand habe daher beschlossen, zunächst noch bis Jahresende weitere Offerten abzuwarten. Gemeldet hätten sich die Interessenten, obwohl die Awo das Objekt noch gar nicht aktiv beworben habe – weder durch einen Makler noch in Eigenregie über ein Immobilien-Portal. "Das hätte ich in dieser Form nicht erwartet", bekennt die Awo-Chefin. Die Interessenten verfolgen nach ihren Worten ganz unterschiedliche Vorhaben. Sie reichten von sozialen Einrichtungen bis zu einem Hotel. Manche hätten vor, das Haus umzubauen, andere würden es abreißen zugunsten eines Neubaus.

Festlegen will der Awo-Kreisverband sein weiteres Vorgehen bei einer Vorstandssitzung in zwei Wochen, so Kilian. Sie hoffe, dass dann Anfang des neuen Jahres eine Entscheidung fallen kann. Getroffen wird diese per Mehrheitsbeschluss vom Vorstand. "Ich fände es aber wichtig, dass wir in dieser Frage große Einigkeit erzielen", sagt die Vorsitzende. Grundsätzlich sei ihr Wunsch natürlich, an den Interessenten zu verkaufen, der am meisten bezahle. "Was dort zukünftig passiert, sollte aber auch nach Bad Saarow passen", bekundet die frühere langjährige Kreistagsabgeordnete.

Kilian rechnet damit, dass die Awo durch den Verkauf mindestens 2,5 Millionen Euro erzielen kann. Verwenden wolle man dieses Geld für soziale Zwecke in einer neuen Immobilie. Was genau die Awo in welchem Ort vorhabe, wolle sie aber derzeit noch nicht sagen. Zur Re-Investition bleibt laut der Vorsitzenden indes weniger als der Preis, den der Kreisverband für das "Haus an der Sonne" erzielt. Für das Gebäude in Bad Saarow sei noch ein laufender Kredit abzulösen.

Zur Schließung des Schwangerenkurheims hatte sich die Awo nach gescheiterten Verhandlungen mit den Krankenkassen entschlossen. Die Finanzierung des Betriebes sei unter den Umständen nicht mehr gesichert, hieß es.

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