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Ein Kantor vereint zum dritten Mal vier Chöre zu einem gemeinsamen Singen. Gedacht wurde wurde auch des Mauerfalls.

Andacht
"Fahrrad-Kantor" bestreitet mit vier Chören ein Gedenk-Singen

Einer von vier: Ein Chor bei der Musikalischen Andacht.
Einer von vier: Ein Chor bei der Musikalischen Andacht. © Foto: Elke Lang
Elke Lang / 12.11.2019, 17:31 Uhr
Friedland Mit Liedern sich im Glauben wappnen gegen die Anfeindungen der Welt, das war am Sonnabend das Motto einer "Musikalischen Andacht" mit vier Chören in der Evangelischen Stadtkirche Friedland.

Solch eine Andacht findet nun schon das dritte Jahr statt: "Zum Innehalten und um sich der Liebe Gottes zu versichern inmitten des düsteren Novembers", wie Pfarrerin Karin Krautmacher sagte, die auch selbst mitsang. In ihrer Begrüßung gedachte sie auch des Mauerfalls, und in das Luther-Lied "Ein feste Burg ist unser Gott" stimmten daraufhin alle Besucher ein.

Musikalisch geleitet wurde die Andacht von Fahrradkantor Martin Schulze, der zwar am Sonnabend mit seinem Auto aus Frankfurt gekommen war, aber glaubhaft versicherte, das ganze Jahr hindurch täglich 40 bis 50 Kilometer zu radeln  – so lange es die Straßenverhältnisse zulassen.

Martin Schulze leitet seit zehn Jahren die Kirchenchöre von Friedland und Briesen. Vor neun Jahren ist der von Tauche dazugekommen, vor sieben Jahren der von Lieberose. "So viele Chöre – warum nicht mal etwas gemeinsam machen", dachte sich dann der Kantor. Das erste Mal fand die Musikalische Andacht in Lieberose statt, das zweite Mal in Jakobsdorf, und im nächsten Jahr soll sie in Briesen abgehalten werden.

Die vier Chöre waren nicht vollständig angereist, aber mit 45 Sängerinnen und Sängern war eine stattliche Formation zusammengekommen, mit der anspruchsvolle Literatur aus vier Jahrhunderten aufgeführt werden konnte.

Schwierige und große Stücke

Schon ab 10 Uhr morgens war für die Andacht um 16 Uhr geprobt worden. Mit dabei war der Organist Daniel Volkmar aus Frankfurt. Kantor Schulze freute sich, dass er mit dem Sangespotential größere Stücke ins Programm nehmen konnte, die sonst nur gelegentlich aufgeführt werden.

Dazu gehörte auch die Kantate "Domino" von Johann Krüger, der 1598 in Guben geboren wurde und 1662 in Berlin starb. Krüger war Kantor an der gleichen Berliner Kirche wie Paul Gerhardt und hat viele von dessen evangelischen Kirchenliedern vertont.

Neben schlichten geistlichen Liedern, wie "Singet dem Herrn ein neues Lied", erklang mit einem alten Magnificat "Lobet den Herrn" eines anonymen Autors eine Chormusik, in der durch zwei Solistengruppen von der Empore herunter ein besonders nachhaltiger Eindruck entstand.

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