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Nach der Festnahme des Ehemanns der im August getöteten Katja C. gibt es in Eberswalde geteilte Reaktionen.

Mord
Entsetzen, Erleichterung und Skepsis

Marco Marschall / 12.11.2019, 19:13 Uhr - Aktualisiert 13.11.2019, 19:11
Eberswalde (MOZ) Einen Tag nach Festnahme des Verdächtigen hat die Nachricht im Leibnizviertel längst die Runde gemacht. "Ich war wirklich erleichtert, sagt eine Spaziergängerin, die davon aus dem Fernsehen erfuhr. "Erleichtert, weil man solche Vorgänge menschlich überhaupt nicht begreifen kann", fügt die 76-Jährige an. Sie wohne schräg gegenüber dem Block, in dem am 3. August die 30 Jahre alte Katja C., Mutter von drei Kindern tot aufgefunden wurde.

Dass es sich bei dem Festgenommenen um den Ehemann der Toten handelte, hatte sie bis zum Dienstagnachmittag noch nicht gehört. "Nein, das kann nicht wahr sein!", ruft sie nun aus. Der Gedanke, er könne der Täter sein, sei ihr anfangs mal gekommen. Schließlich sei in der Nachbarschaft erzählt worden, dass die Getötete ihren Mann vor die Tür gesetzt hatte. Weil die Polizei noch wochenlang vor Ort ermittelte, erschien ihr die Theorie über einen fremden Täter dann doch logischer. "Wenn es der Mann war – das haut mich um." Ihren Namen für die Zeitung nennen möchte sie genauso wenig wie andere Nachbarn.

Anteilnahme im Netz

"Mir tut es leid um die Kinder", sagt eine Frau, die mit der Familie, als sie noch vollständig war, den Aufgang teilte, sie wohl gelegentlich zu Gast hatte und auch bis jetzt noch mit dem Vater der Kinder das eine oder andere Wort wechselte. "Das mit der Mutter war schon schrecklich. Wenn jetzt auch der Vater weg wäre, wäre das ganz furchtbar. Wenn das stimmt", setzt sie nach.

"Das heißt für mich noch lange nicht, dass er es war", betont auch ein Mann, der nebenan aus dem Fenster guckt. "Abwarten", heißt es ebenfalls für einen 65 Jahre alten Mann mit Hund aus dem Nachbareingang. "Es wird aber Zeit, dass sie den finden", erklärt er.

"Endlich", "das wurde auch Zeit" und "Zum Glück ist es jetzt vorbei... Jetzt kann sie in Frieden ruhen!!! Und die Familie kommt auch zur Ruhe" lauten Facebook-Kommentare zur Nachricht der Festnahme. Im sozialen Netzwerk hatten Nutzer schon bei vergangenen Artikeln und auf der Seite von Katja C. große Anteilnahme gezeigt. Viele bekundeten auf diesem Weg ihr Beileid und wünschten der Familie der Toten viel Kraft. Etliche nahmen zur Beisetzung Ende August Abschied. Noch vor Bekanntwerden, dass es sich beim 37-jährigen Tatverdächtigen um den Ehemann des Opfers handelt, wiesen einzelne User aber auch darauf hin. Nun wurde bestätigt, dass Marcel C. in Untersuchungshaft sitzt. Dort bleibe er, solange der am Montag erlassene Haftbefehl wirksam ist, teilt die Staatsanwaltschaft mit. Über ein Geständnis ist nichts bekannt. Die Ermittlungen seien mit der Festnahme auch noch nicht abgeschlossen.

Jugendamt eingeschaltet

"Wenn es wirklich so ist, dann ist das das schlimmste Szenario für die Kinder", sagt Götz Herrmann, Eberswalder Stadtverordneter und Vorsitzender des Sportvereins Lok Eberswalde, wo Marcel C. in der Vergangenheit Fußball gespielt hatte. In der laufenden Saison, so teilt Herrmann auf Nachfrage der MOZ mit, habe der Verdächtige noch kein Spiel gemacht, weder für Eberswalde noch für Britz. Ob er am Training teilgenommen habe, wisse er nicht.

Seitens des Weissen Rings, der sich um Angehörige von Kriminalitätsopfern kümmert, ist zu erfahren, dass die Familie der Toten dort nicht mehr betreut wird. Die drei Kinder des Paares, zwei, vier und elf Jahre alt, sollen bis zur Festnahme weiter beim Vater gelebt haben. Nun kümmere sich das Jugendamt um den Fall, teilte der Landkreis Barnim auf Nachfrage mit. Personen, die nach der Tat in Kontakt zur Familie von Katja C. standen, vermuten, dass es innerhalb dieser eine Lösung geben kann.

Mehr zum Thema lesen Sie hier: Ermittlungen gegen Ehemann dauern an

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