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Bernd Meergans wirft Ortsvorsteher eine Blockadehaltung vor. Wolfgang Welenga widerspricht entschieden.

700-Jahrfeier
Unruhe im Kliestower Ortsbeirat

Zerfurcht: Blick auf den Kliestower Platz, auf dem immer wieder kleine Feste stattfinden. Im kommenden Jahr feiert der Ortsteil sein 700-jähriges Bestehen.
Zerfurcht: Blick auf den Kliestower Platz, auf dem immer wieder kleine Feste stattfinden. Im kommenden Jahr feiert der Ortsteil sein 700-jähriges Bestehen. © Foto: René Matschkowiak
Ines Weber-Rath, Thomas Gutke / 13.11.2019, 07:00 Uhr
Kliestow (MOZ) Es knirscht mal wieder im Kliestower Ortsbeirat. Diesmal zwischen Bernd Meergans und Ortsvorsteher Wolfgang Welenga, die beiden einzigen Vertreter des Gremiums, die bereits in der zurückliegenden Wahlperiode der Ortsteilvertretung angehörten.

Anlass für den Ärger ist erneut das für 2020 geplante Fest zum 700-jährigen Bestehen des Ortes. "Der macht nichts, aber auch gar nichts für die Jahrfeier", ärgert sich Bernd Meergans, der noch vom alten Ortsbeirat in das Festkomitee delegiert worden war. Hier organisieren viele Kliestower unter Leitung von Michael Macht mit Blick auf das anstehende Großereignis schon jetzt viele Veranstaltungen und Aktionen. Am Sonntag beispielsweise konnten sich die Kliestower mit ihrem Projekt für einen Begegnungsplatz in der Ortsmitte bei der Abstimmung zum Bürgerbudget durchsetzen  Doch Wolfgang Welenga habe sich bei alldem bislang heraus gehalten, behauptet Bernd Meergans, spricht von einer "Blockadehaltung". Tatsächlich ist nach wie vor unklar, ob sich die Feuerwehr in Kliestow, deren Leiter Welenga ist, am Jubiläum beteiligt. Vor einem Jahr hatte er dies abgelehnt.

Sitzung am 20. November

Dem Ortsbeirat jedenfalls komme bei der Vorbereitung des Dorfjubiläums eine wichtige Rolle zu, so Meergans. "Die Spenden, ohne die das Fest nicht zu stemmen ist, müssen über den Ortsbeirat an die Stadtverwaltung fließen, wo sie zu verbuchen sind", erklärt er. Auch Spendenquittungen seien nur über die Verwaltung zu bekommen. So sei das Festkomitee derzeit in der Situation, Spenden von Firmen und Privatpersonen angeboten zu bekommen und sie nicht annehmen zu können. Meergans hat Ortsvorsteher Welenga im Oktober daher schriftlich um die umgehende Einberufung einer Beratung der Kliestower Vertretung ersucht. Denn eine solche hat seit der Konstituierung Mitte Juni noch nicht stattgefunden. "Ich habe keine Antwort bekommen, weder schriftlich noch mündlich", sagt Bernd Meergans.

Den ganzen Vorwürfen widerspricht Wolfgang Welenga entschieden.  Er habe schon vor längerem gegenüber Bernd Meergans deutlich gemacht, dass er die turnusmäßige Sitzung aller Ortsvorsteher abwarten wolle – sie fand Ende vergangener Woche statt – und anschließend den Ortsbeirat einberufen werde. "Die Sitzung findet am 20. November, um 19 Uhr statt", stellt Welenga klar. Er stelle sich auch nicht, wie ihm von Bernd Meergans unterstellt werde, quer, was die 700-Jahrfeier angehe. "Das ist totaler Quatsch. Das Gegenteil ist der Fall", so Welenga. So werde es in der nächsten Sitzung unter anderem um die Sicherstellung der Finanzierung der Feier gehen. Dazu habe er bereits auch Gespräche mit Kämmerin Corinna Schubert geführt. Zugleich arbeite er eng mit Michael Macht zusammen und unterstütze das Festkomitee  nach Kräften.

Bernd Meergans hatte sich zuvor in einem Brief an Oberbürgermeister René Wilke gewandt und diesen um Unterstützung bei der Aktivierung des Kliestower Ortsbeirates gebeten. Für den Fall, dass nichts passiert, kündigte er in dem Schreiben gar an, die Auflösung des Kliestower Ortsbeirates zu beantragen – wofür drei der fünf Mitglieder allerdings erst ihr Mandat niederlegen müssten. Die Pressestelle der Stadt erklärte gegenüber der MOZ und an die Adresse von Bernd Mergaans, dass jedem Angehörigen eines fünf Mitglieder umfassenden Ortsbeirates laut Kommunalverfassung das Recht zustehe, die Einberufung einer Sitzung zu verlangen. Für den Fall, dass der Ortsvorsteher dann diesem Wunsch nicht nachkomme – also nicht ordnungsgemäß einlade – könne das Innenministerium bzw. die Kommunalaufsicht des Landes einschreiten und per Ersatzvornahme selbst die Sitzung einberufen.

Doch soweit, dass der Innenminister sich der Causa Kliestow annimmt, wird es erstmal nicht kommen. Das Ortsteilgremium tagt "ganz regulär nächste Woche". Dann voraussichtlich ohne Bernd Meergans. Dieser habe sich wegen einer Reise bei ihm abgemeldet, so Welenga.

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