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Riesiges Tesla-Werk in Grünheide
Die erste Gigafabrik von Tesla in Europa

Elon Musk will die erste Tesla-Fabrik in Deutschland im Landkreis Oder-Spree eröffnen. Die Gigafabrik soll die größte Tesla-Fabrik Europas werden. (Links: Elon Musk, rechts unten die Fläche auf der die Fabrik entstehen soll.)
Elon Musk will die erste Tesla-Fabrik in Deutschland im Landkreis Oder-Spree eröffnen. Die Gigafabrik soll die größte Tesla-Fabrik Europas werden. (Links: Elon Musk, rechts unten die Fläche auf der die Fabrik entstehen soll.) © Foto: DPA/MOZ
DPA / 13.11.2019, 11:46 Uhr - Aktualisiert 13.11.2019, 15:59
Grünheide (MOZ) Tesla-Chef Elon Musk verkündet den Bau einer Gigafactory. Bis zu 7.000 Arbeitsplätze werden allein Brandenburg erwartet.

„Das ist ein Traum für Grünheide, ein Traum für den Landkreis und ein Traum für das Land.“ Mit diesen Worten kommentiert Grünheides Bürgermeister Arne Christiani (parteilos) die geplante Tesla-Ansiedlung im Güterverkehrszentrum Freienbrink.

„Das ist nicht nur für die Gemeinde eine zeitgemäße Investition in einer Größenordnung, von der wir seit der geplatzten Ansiedlung von BMW immer geträumt haben, sondern für das gesamt Land.“ Durch die Schaffung von hochwertigen Arbeitsplätzen könne jeder junge Mensch, der nach Schule oder Studium das Interesse habe, in der Region zu bleiben, dort auch Arbeit finden.

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Nach Medien-Berichten will Tesla 10000 Arbeitsplätze in Freienbrink, das in der Gemeinde Grünheide liegt, schaffen. Der für die Ansiedlung nötige, 300 Hektar umfassende Bebauungsplan für eine Industrieansiedlung, liege vor, sagt Christiani. Im Jahr 2001 hatte BMW angekündigt, ein Werk mit 2500 bis 4000 Arbeitsplätzen zu errichten.

Wo 10000 Arbeitsplätze entstehen, wird auch neuer Wohnraum nötig. „Ich gehe davon aus, dass wir planungsrechtliche Entwicklungsmöglichkeiten kriegen werden“, zeigte sich Christiani zuversichtlich. Wichtig sei ihm nach wie vor, dass die Struktur der sechs Ortsteile nicht zerstört werde. Aktuell hat die Gemeinde rund 8500 Einwohner. Bislang hatte Christiani 10000 Einwohner als Obergrenze genannt. Am Mittwoch sagte er: „Nageln Sie mich darauf nicht fest.“ Er rechne indes nicht mit 10000, sondern mit 6000 bis 7000 Arbeitsplätzen in der letzten Ausbaustufe des Tesla-Werkes. (mw)

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(thi)

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte der Deutschen Presse-Agentur nach der Ankündigung: "Das ist eine hervorragende Nachricht für unser Land. Wir haben uns dafür seit längerem in intensiven Gesprächen und mit guten Argumenten eingesetzt. Ich bin glücklich, dass sich Elon Musk für unseren Standort Brandenburg entschieden hat.

"Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) twitterte: "Wer Visionen hat, kommt nach Berlin! Willkommen in der Metropolregion, Tesla!"

Die Elektromobilität gewinnt durch die geplante Fabrik in dem Landkreis Oder-Spree weiter an Fahrt auf.

Das Model 3 wird bisher im Tesla-Stammwerk in Fremont im Silicon Valley gebaut. Die Fabrik ist so überlastet, dass Musk eine Fertigungslinie in einem Zelt neben den Werkshallen aufbauen ließ.

In Europa montierte Tesla bisher in den Niederlanden einige Fahrzeuge der teureren Modellreihen S und X. Musk stellte aber wiederholt klar, er sehe die Zukunft der Firma vor allem im Model 3 und im Model Y.

Tesla ist ein Vorreiter bei der Elektromobilität, kämpfte aber angesichts teurer und verzögerter Produktions-Anläufe bei neuen Modellen immer wieder mit hohen Verlusten. Zugleich wird praktisch nach jeden Quartalszahlen der Firma diskutiert, ob die Nachfrage nach Elektroautos generell stark genug ist, um Musks ambitionierte Wachstumspläne zu tragen. Auch zeichnet sich wachsende Konkurrenz aus China ab, wo Elektrofahrzeuge massiv vom Staat gefördert werden.

Die Ansiedlung der Fabrik in Deutschland hat auch symbolische Kraft. Tesla wagt sich ins Heimatland der deutschen Premium-Autobauer, die oft um die selben Käufer-Schichten kämpfen - so kommt das Model 3 als direkter Gegenspieler von BMWs 3er-Reihe daher. Die Deutschen sind gerade auch dabei, ein breiteres Angebot an Elektro-Fahrzeugen auf die Beine zu stellen. Tesla kaufte vor drei Jahren den deutschen Maschinenbauer Grohmann, der auf Fertigungslinien spezialisiert ist.

"Für den Autostandort Deutschland ist Musk Ankündigung eine gute Nachricht", kommentierte der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen. "Mit der Entscheidung von Elon Musk für Deutschland werden wir gestärkt und die Elektromobilität nimmt mehr Fahrt auf als bei 100 Kanzlergipfeln in Berlin." Zugleich zweifelte Dudenhöffer an, ob die Produktion schon 2021 beginnt - Musk müsse mit den Finanzen haushalten und China habe für ihn Vorrang. (dpa)

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Auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) meldete sich zu Wort:

(mat)

Am geplanten Standort in Freienbrink, im Güterverkehrszentrum an der A 10, fallen die ersten Reaktionen bei lokalen Gewerbebetreibern auch positiv aus. Mehr dazu hier.

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