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Familiengrabstätte in Bützer
Fichte wuchs über einem Stück Heimatgeschichte

Schatzmeister Jörg-Michael Kappe, Vereinsvorsitzender Hans-Joachim Riechardt, Semliner Ziegelfreundin Heike Brett und Autor Werner Coch an der restaurierten Familiengrabstätte.
Schatzmeister Jörg-Michael Kappe, Vereinsvorsitzender Hans-Joachim Riechardt, Semliner Ziegelfreundin Heike Brett und Autor Werner Coch an der restaurierten Familiengrabstätte. © Foto: Simone Weber
Simone Weber / 13.11.2019, 14:11 Uhr
Bützer Etwa vier Jahre lang haben die Freunde der Ziegeleigeschichte e.V. die Familiengrabstätte der Ziegeleibesitzer Witte auf dem Friedhof in Bützers Waldstraße restauriert und wieder hergestellt. Nun wurde sie offiziell übergeben.

Das in diesem Jahr verstorbene Mitglied Wolfgang Bünning, langjähriger Bodendenkmalpfleger der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises, hatte seine  Vereinsfreunde Ende 2014 auf die Grabstätte hingewiesen. Sie war stark verwildert, eine große Fichte wuchs inzwischen dort. Eine Lebensbaumhecke um die Grabstätte herum war bereits mehr als zwei Meter hoch. "Die vier Gräber sah man kaum noch, nur das große Steinkreuz durch die Hecke", so Vereinsvorsitzender Hans-Joachim Riechardt.

Seit 2015 wurden in mehreren Arbeitseinsätzen die Hecke gestutzt, der Baum gefällt sowie die stark verwitterten Grabplatten aus weißem Marmor gesichert, gereinigt und mit Hilfe des Steinmetzmeisters und -Bildhauers Günter Noack aus Pritzerbe wieder restauriert. Der Riss einer Grabplatte wurde geklebt. "Aber ohne unseren engagierten Gründungsvorsitzenden Sven Kornig, der 2018 starb, wäre die Restaurierung so nicht möglich gewesen", so Riechardt.

Eine Steinplatte erinnert nun an die Restaurierungsphase. Die Ziegeleifreunde übernehmen eine Patenschaft über die Familiengrabstätte, die in Absprache mit der Gemeinde Milower Land gemeinsam gepflegt wird.

In der Grabstätte Witte liegen die Gräber von Friedrich Witte (1802-1891), seiner Ehefrau Caroline Witte, geborene Schummert (1808-1890), sowie Friedrichs Sohn Hermann Witte (1853-1937) und dessen Frau Emma Witte, geborene Richter (1853-1938). Hermann Witte erbte die Ziegelei von seinem Vater. 1870 wurde sie als "F. Witte & Co" neugegründet. Ab 1964 gehörte die Ziegelei zum "VEB Ziegelwerke Kranepuhl", bis sie 1964, als letzte Ziegelei des Ortes stillgelegt und ab 1970 abgerissen wurde.

Am Uferweg erinnert der noch erhaltene, auch im Wappen des Ortes zu findende, Schornstein des früheren Ringofens der Ziegelei. "Hermanns Bruder Adolf liegt in Milow begraben. Mit Hermanns Sohn Georg übernahm die dritte Generation Witte später die Ziegelei", so Ziegelfreundin Heike Brett aus Semlin. 1958 ging die Familie Witte dann in den Westen, wo noch heute deren um 1945 bis 1950 geborene Tochter Bärbel Kieft in Travemünde lebt.

Wer mehr über die Industrie im Haveldorf erfahren will, sollte "Die Geschichte der Ziegeleien in Bützer" zur Hand nehmen. Diese Broschüre hat der Premnitzer Heimatforscher Werner Coch im Februar 2017 veröffentlicht.  Die Freunde der Ziegeleigeschichte e.V. ließen sie in diesem Jahr auf eigene Kosten nachdrucken.

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