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Prävention
Ratschläge In Beeskow gegen Enkeltrick-Betrüger

Mit Verstärkung gegen Trickbetrüger: Liane Scheller von der Polizeidirektion Oder-Spree/Frankfurt (Oder) erklärt mit Hilfe von Handpuppe Oma Luise in der Tagesstätte im Seniorenheim Beeskow, wie sich vor Enkeltrick-Betrügern geschützt werden kann.
Mit Verstärkung gegen Trickbetrüger: Liane Scheller von der Polizeidirektion Oder-Spree/Frankfurt (Oder) erklärt mit Hilfe von Handpuppe Oma Luise in der Tagesstätte im Seniorenheim Beeskow, wie sich vor Enkeltrick-Betrügern geschützt werden kann. © Foto: Jörn Tornow
Michael Heider / 13.11.2019, 22:15 Uhr
Beeskow (MOZ) Das Telefon klingelt. Eine freundliche Stimme meldet sich und fragt: "Rate mal, wer dran ist?" Es ist einer von vielen möglichen Gesprächseinstiegen sogenannter Enkeltrick-Betrüger. Unter Vorgabe falscher Tatsachen geben sie sich gegenüber meist älteren Personen als Verwandte aus und versuchen so, an Geld oder Wertgegenstände zu kommen.

Auch Gäste der Tagesstätte des Beeskower Seniorenheims haben mit der Masche bereits Erfahrungen gesammelt. Eine Frau erzählt etwa davon, dass sich ein Anrufer als ihr Sohn ausgegeben hätte. Ob man nicht schnell zum Notar kommen könne, es gehe um eine Wohnung. Ihr Ehemann wunderte sich noch, erinnert sie sich. "Du hast aber eine seltsame Stimme heute", meinte er. Der falsche Sohn schob eine Erkältung als Erklärung vor. Glücklicherweise sei ihr Tochter ebenfalls vor Ort gewesen. Sie griff rechtzeitig ein und legte auf.

Bewusstsein für Betrug schärfen

Um das Bewusstsein für derartige Betrugsmaschen zu schärfen, lud die Tagesstätte am vergangenen Montag zu einer Präventionsveranstaltung im Rahmen ihres Angehörigennachmittags. Aufklärung leisteten dabei Liane Scheller und Thomas Krause von der Polizeidirektion Oder-Spree/Frankfurt (Oder) in Fürstenwalde. Die beiden brachten Verstärkung mit: Eine Handpuppe namens Oma Luise. Mit ihr wurden die anwesenden Senioren und deren  Angehörige auf lustig-freche Weise durch das Programm geführt. "Es soll ja auch Spaß machen", meint die Präventionsmitarbeiterin und Puppenspielerin Scheller. "Dabei helfe die Puppe."

Kollege Thomas Krause zeigte sich für unterstützende Video-Einspieler verantwortlich, in denen mit Hilfe von Schauspielern typische Betrugsstrategien und häufig gemachte Fehler der Opfer veranschaulicht wurden. Ein Klassiker im kriminellen Repertoire ist besagter Enkeltrick. Mit offenen Fragen wird am Telefon der Gesprächseinstieg gesucht. Varianten gibt es viele. Gerne wird sich dann als Kind, Neffe oder eben Enkel ausgegeben. "Es wird versucht, in solchen Gesprächen, erst einmal Vertrauen aufzubauen", erklärt Krause. "Dieses Vertrauen wird dann betrogen." Immer wieder fielen Menschen darauf herein. Liane Scheller schätzt, weil diese "einsam sind."

Zwar bemühen die Betrüger gerne das Telefon, doch auch vor der Haustür machen sie nicht Halt. Dort werden ebenfalls Strategien angewendet, mit denen sich die Hilfsbereitschaft anderer zu Nutze gemachte werden soll. So zeigt ein Film, wie ein Betrüger-Duo einer älteren Frau von einer Bankfiliale aus heimlich bis nach Hause folgt. Nach kurzem Abwarten klingelt die Frau und gibt vor, die Nachbarn zu kennen, die aber nicht zuhause seien. Ob sie nicht einen Zettel hinterlassen dürfe. Während sie bei offener Wohnungstür kurz hereingelassen wird, klaut ihr Komplize in der Zwischenzeit das frisch abgehobene Geld aus der Tasche, die neben der Tür abgestellt wurde.

Handpuppe Oma Luise rät denn auch, die Geldbörse möglichst in einer Innentasche der Kleidung zu tragen. Gerade beim Einkaufen sollte sie nicht offen im Korb liegen gelassen werden. In jedem Fall sollte auch nie der PIN zusammen mit der Karte aufbewahrt werden. Wird dennoch etwas entwendet, dann sollte umgehend die Karte gesperrt und die Polizei gerufen werden.

Tipps für mehr Sicherheit

Auch Betrüger, die es telefonisch versuchen, weiß Puppe Oma Luise in Schach zu halten: "Ich rufe bei meinen Enkeln immer zurück, um mich zu vergewissern, dass sie es waren", mahnt sie. Auch ein kurzes Abfragen der Geburtstage, lässt den versuchten Betrug leicht aufliegen. Und Bargeld trage sie sowieso nicht viel bei sich. Geldgeschenke an Weihnachten könnten den Kinder und Enkeln schließlich auch überwiesen werden.

Bei den Gästen jedenfalls schienen die Hinweise des Polizeiteams auf offene Ohren zu stoßen. "Ich finde das sehr gut", meint etwa Christel Sommer, die zweimal pro Woche in der Tagesstätte des Seniorenheims zu Gast ist. Auch die leitende Pflegefachkraft Petra Ewald zeigt sich zufrieden. Vor allem der "andere Zugang mit Puppe" habe ihr gefallen. Oma Luise ist denn auch weiterhin fleißig auf Tour mit Präventionsveranstaltungen vor Kindern und Senioren. "Bis nächstes Jahr sind wir komplett ausgebucht", so Liane Scheller.

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