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Handball
Auf dem besten Weg nach oben

Britta Gallrein / 14.11.2019, 11:00 Uhr
Bernau (MOZ) Der Handball im Landkreis Barnim hat viel mehr Potential, als er derzeit ausschöpft. Davon sind Nicos Kulitzscher und Ronny Lutter überzeugt. Und die beiden Handball-Urgesteine würden das gerne ändern.

Die Namen Kulitzscher und Lutter kennen nicht nur Handball-Freunde  aus dem Landkreis Barnim. Beide haben auf dem Parkett viel geleistet. Die beiden verbindet eine lange Freundschaft. "Wir spielen eigentlich schon seit 30 Jahren zusammen Handball", berichtet Kulitzscher und Lutter fügt lachend hinzu: "Wir sind eigentlich wie ein altes Ehepaar." Jetzt haben sie die Seiten gewechselt, wollen als Trainer ihr Wissen weitergeben. Das tun sie derzeit beim neu formierten A-Jugendteam des HSV Bernauer Bären, mit dem sie noch viel vorhaben.

Aus zwei mach eins

"Bislang hatten wir zwei A-Jugendteams, die in der Oberliga und der Kreisliga spielten. Daraus haben wir jetzt ein Team gemacht, das mit Spielern aus der B-Jugend verstärkt wurde, die sich aufgrund der dünnen Spielerdecke leider auflösen musste. Damit haben wir jetzt eine sehr junge A-Junioren-Truppe", erklärt Kulitzscher.

Die Motivation der beiden: "Wir wollen unsere Leidenschaft für Handball weiter geben", sagen sie. Und ein Ziel für die neue Saison haben die beiden auch: Mit ihren A-Junioren wollen sie in der Kreisliga Erster werden und aufsteigen.

"Wir haben uns entschieden, mit dem neuen Team in der niedrigsten Klasse anzufangen", erklärt Ronny Lutter. "Wir haben so etwas beide vorher ja noch nie gemacht und wollen erstmal sehen, wie wir bei den Jugendlichen überhaupt ankommen." Ein Aufstieg in die Oberliga sei aber geplant. Bislang läuft es ganz gut. Die beiden ersten Spiele haben die Bernauer gewonnen, führen jetzt die Tabelle in der Kreisliga an.

Legendäre Duelle sind passé

Beide Trainer sind der Meinung: Im Bereich Handball kann im Barnim noch viel mehr passieren. Denn derzeit sieht es eher mau aus. Der 1. SV Eberswalde, der einst in der 2. Bundesliga spielte, ist als bestes Barnimer Team in der Verbandsliga vertreten. Die legendären Barnim-Duelle zwischen dem HSV Bernauer Bären und Rot-Weiß Werneuchen sind lange Geschichte. Die Bernauer spielen inzwischen in der Landesliga, für die Werneuchener reicht es aufgrund von Personalmangel derzeit sogar nur für die Kreisliga. Obwohl sie in der vergangenen Saison sportlich den Aufstieg geschafft hätten, lehnte sie diesen ab. "Es hat einfach keinen Zweck. Wir haben zu wenig Leute. Das hat sich leider bislang auch noch nicht geändert", sagt Werneuchen-Trainer Dennis Dumke.

Um dem Handball wieder mehr Stellenwert zu geben, sollte man auch verstärkt über Fusionen nachdenken, finden die beiden Bernauer Trainer. "Wir haben hier perfekte Rahmenbedingungen", weiß Kulitzscher. "Wir haben ein großes Einzugsgebiet, das weiter wächst, wir haben viele Teams in der Nähe, sind auch für Auswärtige durch den Bahnhof gut zu erreichen", zählt er auf.  Das gelte es auszuschöpfen.

Denn das Interesse am Handball ist da. "In der F-Jugend haben wir zwei Teams mit 50 Kindern. Das zeigt ja, dass man Kinder für Handball begeistern kann."

Aufstieg muss Fernziel sein

Fernziel ist es, mehr Kinder aus der eigenen Jugend für die erste Herrenmannschaft aufzubauen. "Denn da kann es nicht der Anspruch von Bernau sein, immer Landesliga zu spielen. Da müssen wir auch wieder höherklassiger werden", findet das Trainerduo.

Die Jungs der A-Junioren, die derzeit Dienstag von 18.30 bis 20 Uhr und Donnerstags von 19 bis 20 Uhr in der Erich-Wünsch-Halle trainieren, sind dabei auf dem besten Weg.

Trainer mit Länderspiel-Erfahrung

Nicos Kulitzscher spielte in seiner Jugend in Bernau, mit diesem Team wurde er mehrfach Bezirksmeister. In der Nachwendezeit holte er mit dem Team mehrfach den Landesmeistertitel. Kulitzscher spielte unter anderem in der Brandenburg-Auswahl, mit der er ebenfalls Nordostdeutscher Meister wurde. Mit 19 Jahren wurde er vom 1. SV Eberswalde abgeworben, für den er in der Ostsee-Spree-Liga und der Brandenburgliga zwischen den Pfosten stand. Während eines Auslandsjahres in Zypern spielte er dort in der ersten Liga und sammelte Länderspielerfahrung gegen Mazedonien, wo er mit den bekannten Lazarov-Brüdern Kiril und Filip auf dem Parkett stand. Beim SV Berolina Lychen ließ er seine aktive Karriere ausklingen, traf dort wieder auf Ronny Lutter.

Ronny Lutter fing mit sechs Jahren bei den Bernauer Bären mit Handball an . Später schaffte er es in die Landesauswahl. Da er nach der Lehre beruflich in ganz Deutschland unterwegs war, spielte Lutter in verschiedenen Vereinen im Süden Deutschlands bis zur Oberliga. Zurück in Bernau, spielte er in der Verbandsliga und arbeitete als Intermistrainer. Zwischendurch ließ sich Lutter zum Schiedsrichter ausbilden, spielte dann noch einmal beim 1. SV Eberswalde, bevor er ebenso wie Nicos Kulitzscher in Lychen seine Karriere beendete.

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