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Ärztemangel
Demonstration: Neue Ärzte und Apotheken braucht Niemegk

Gabriele Eisenberger und Amtsdirektor Thomas Hemmerling nutzten das rege Interesse der Medien.
Gabriele Eisenberger und Amtsdirektor Thomas Hemmerling nutzten das rege Interesse der Medien. © Foto: B. Kraemer
Bärbel Kraemer / 14.11.2019, 16:00 Uhr - Aktualisiert 14.11.2019, 17:44
Niemegk (BRAWO) "Hallo Potsdam: Bitte melden; Neue Ärzte braucht die Stadt; Ohne Apotheke, ohne Arzt - Was nun?", stand auf Transparenten, mit denen Menschen aus Niemegk und Umgebung auf den überraschenden Wegfall einer Hausarztpraxis in der Stadt reagierten. Sie waren der Einladung von Gabriele Eisenberger aus Garrey gefolgt, die den Protest auf dem Kirchplatz organisiert hatte.

Unterstützung erhielten die Akteure von hiesigen Lokalpolitikern. Neben Niemegks Bürgermeister Hans-Joachim Linthe und Amtsdirektor Thomas Hemmerling stärkten ihnen Wiesenburgs Bürgermeister Marco Beckendorf und die Kreistagsabgeordneten Astrid Rabinowitsch und Tobias Paul die Rücken.

"Wir demonstrieren hier nicht gegen die Schließung der Arztpraxis und der Apotheke, sondern für ihre Wiedereröffnung" betonte Hans-Joachim Linthe. Mit einer Unterschriftensammlung, die derzeit noch vorbereitet wird, soll der öffentliche Druck fortgesetzt werden.

Ziel ist, die ärztliche Versorgung für Niemegk und Umgebung wieder zu verbessern.

Weitere Transparente, mit Aufschriften wie zum Beispiel "Abgehängt und Vergessen" oder "Wir fahren mit keinem Bus zu keinem Arzt und zu keiner Apotheke" verdeutlichten die Dramatik, die mit dem Wegfall der Arztpraxis verbunden sind.

Wer auf ärztlichen Rat angewiesen ist, musste bereits früher weite Wege in Kauf nehmen - jetzt sind sie noch länger und beschwerlicher. Und die Patienten müssen nach Möglichkeit auch noch selbst mobil sein, da der öffentliche Personennahverkehr den Erfordernissen der älter werdenden Menschen in den Dörfern des Amts Niemegk nicht entspricht. Etwa die Hälfte der Bewohner im Amt ist derzeit älter als 55 Jahre.

Anlass für den Aufschrei in Niemegk gab die ohne Vorankündigung zum 1. Oktober geschlossene Praxis von Dr. Larissa Matweiko am Niemegker Kirchplatz. Nach Aussage von Bürgermeister Hans-Joachim Linthe waren rechtliche Vorgaben der Grund für die Versetzung der Niemegker Ärztin nach Bad Belzig.Wiesenburgs Bürgermeister Marco Beckendorf betonte vor Ort, dass zu Grundfunktionalen Zentren, wie sie das Land Brandenburg fördern will, neben Schulen und Einkaufsgelegenheiten auch die ortsnahe medizinische Versorgung der Menschen durch Hausärzte gehört. Er forderte die Kassenärztliche Vereinigung Berlin-Brandenburg auf, bei der Vergabe von Arztsitzen differenzierter vorzugehen und nicht nur die jeweilige Bevölkerungszahl in die Entscheidungen einfließen zu lassen, sondern auch die Altersstruktur und die Fläche. So ist das Amt Niemegk mit seinen 224,5 Quadratkilometern zwar größer als die Landeshauptstadt Potsdam - dafür aber bedeutend dünner besiedelt.

Die Kreistagsabgeordnete Astrid Rabinowitsch sicherte den Bürgern zu, die Thematik im mittelmärkischen Kreistag zur Sprache zu bringen und sich dort für eine Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs mittels Rufbus-Linie und einer Taktverdichtung im Amt Niemegk einzusetzen.

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