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Die Gemeindevertretung will das Lieblingsgewässer der Melchower wieder in Ordnung bringen und schmiedet dafür Pläne.

Natur
Melchows Karpfenteich verwildert - was tun?

Zuwachsende Wildnis: Im Karpfenteich in Melchow konnte früher geangelt und gebadet werden.
Zuwachsende Wildnis: Im Karpfenteich in Melchow konnte früher geangelt und gebadet werden. © Foto: Sergej Scheibe
MOZ / 14.11.2019, 18:17 Uhr
Melchow (MOZ) Noch vor mehr als zehn Jahren konnte der Angelverein Melchow mit den Karpfenteichen im Ort werben. Der 1969 gegründete Verein wies nicht ohne Stolz darauf hin, dass die Vereinsmitglieder in Abstimmung mit der Gemeinde Melchow die Teiche beangeln durften. Mehr noch: Der günstig gelegene Teich wurde vor allem für Kinder und Jugendliche als idealer Platz zum Angeln von Karpfen, Schleien und Plötzen angesehen, wie es auf der Internetseite des Vereins heißt. Doch diese Zeiten sind vorbei. Der Teich ist ausgetrocknet beziehungsweise verschlammt. Er verwildert und wächst zusehends zu. Auch angesichts der langen Tradition, die der Karpfenteich als Badegewässer hat, haben die Melchower Bürger schon lange den Wunsch, ihn wieder nutzbar zu machen. Unterschriften wurden bereits gesammelt. Die Gemeindevertretung will sich jetzt mit Nachdruck dem Thema widmen.

Erste Hilfe

Frank Neumann (SPD) hat hierfür in der Gemeindevertretung Überlegungen vorgestellt, wie das Kleinod in der Mitte des Ortes wieder herzustellen ist. Dabei geht es ihm in einem ersten Schritt um Sofortmaßnahmen. Als Erste-Hilfe-Maßnahmen schlägt er zwei Arbeitseinsätze im Januar oder Februar vor. Für den ersten Einsatz wäre die Mithilfe von Bürgern gefragt, die mit einfachem Arbeitsgerät für einen Zugang sorgen. Anschließend könnte dann schwereres Gerät eingesetzt werden. Ziel sei es, das sich ausbreitende Schilf und Strauchwerk bis an die ehemalige Wasserkante zurückzuscheiden.

In der Gemeindevertretung kommt der Vorschlag gut an. "Es ist wichtig, ein Signal zu setzen, dass der Teich nicht sich selbst überlassen bleibt", sagt Bürgermeister Ronald Kühn. Die Sofortmaßnahmen seien schnellstmöglich umzusetzen. Darüber hinaus sei zu überlegen, welche Gesamtgestaltung der Teich erfahren soll.

Den Teich darüber hinaus wieder herzustellen, ist mit nicht unbedeutenden Kosten verbunden. Thorsten Kleinteich (Wählergruppe Nachhaltig für Melchow") verwies darauf, dass für die Entschlammung Fördermittel beantragt werden können. Biesenthal-Barnims Amtsdirektor André Nedlin erinnerte daran, dass "es in Melchow Investoren gibt, denen der Teich auch am Herzen liegt". Sie würden allerdings ein Konzept für die Teichsanierung erwarten, bevor sie sich in dieser Frage engagieren. So fragte er nach dem Vorschlag von Thorsten Kleinteich, der die Erarbeitung einer Konzeption zusammen mit der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde angeregt hatte. Allerdings warnte er auch vor voreiligen Schritten.

Bei dem Teich handele es sich um ein geschütztes Biotop. Die Grundsubstanz dürfe daher nicht ohne Abstimmung mit der Naturschutzbehörde "angefasst" werden.

Thorsten Kleinteich plädierte dafür, mit der Naturschutzbehörde des Landkreises ein Konzept aufzustellen, um die erforderlichen Genehmigungen zu bekommen.

Fahrplan bis zum Frühjahr

Dorothee Mau (Pro Melchow) schlug als Vorsitzende des Bauausschusses vor, das Thema auch in dem Ausschuss aufzugreifen. Zu klären sei die Frage, was aus dem Karpfenteich werden soll: Soll er beispielsweise wieder zu einem Angelteich entwickelt oder als Erholungsteich dienen? Im Laufe der Diskussion wurden noch verschiedene Eckpunkte angesprochen. Um das Wasser im Teich zu halten, sei vermutlich eine Sperrschicht erforderlich.

Als Fahrplan legte die Gemeindevertretung schließlich fest, einen Antrag auf Genehmigung des Rückschnitts zu stellen, das Thema parallel im Bauausschuss zu behandeln und möglicherweise bis Ende Januar bereits konzeptionelle Ideen zu entwickeln.

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