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Wirtschaftsstandort
Mangel an Gewerbeflächen in Zehdenick beklagt

Kaum Platz für Neuansiedlungen: Zehdenick gehen die Gewerbeflächen aus.
Kaum Platz für Neuansiedlungen: Zehdenick gehen die Gewerbeflächen aus. © Foto: Martin Risken
Martin Risken / 15.11.2019, 19:00 Uhr
Zehdenick (MOZ) Zunehmend abgehängt von der wirtschaftlichen Entwicklung in der Region wird die Stadt Zehdenick. Nach Ansicht des CDU-Stadtverbandes gebe es kaum Reserven für die Ansiedlung neuer Betriebe im Stadtgebiet. Anders als in Gransee, wo gerade das Gewerbegebiet erheblich erweitert wurde, fehle es in Zehdenick nicht an Platz, sondern auch an Ideen, wie die Wirtschaftsentwicklung angekurbelt werden kann. Die Bestandspflege sollte zur Chefsache des Bürgermeisters erklärt werden, fordern die Christdemokraten.

Der ehemalige CDU-Stadtverordnete Hermann Reichl kritisierte die neuen Stadtverordneten insbesondere aus den Ortsteilen: "Einnahmen spielen eigentlich keine Rolle mehr, nur noch die Ausgaben." Wenn man keine Steuererhöhungen wolle, müsse man eben andere Wege beschreiten und dazu zähle die Gewinnung neuer Betreibe. Es stimme bedenklich, dass die Gewerbeflächen in Zehdenick mittlerweile fast erschöpft seien. Hier müsse die Stadt Zehdenick ähnlich wie Gransee in Vorleistung gehen und neue Flächen frühzeitig akquirieren, zumal die Planung und Erschließung viel Zeit in Anspruch nehmen würden.

Bei diesem Thema erwarte man ein größeres Engagement von Wirtschaftsförderin Uta Kupsch. Ein Einkaufsführer für Zehdenick, den eigentlich niemand brauche, sei einfach viel zu wenig, kritisierten die Christdemokraten die einseitige Ausrichtung der städtischen Wirtschafsförderung auf die Belebung der Innenstadt. Zwar listet die Internet-Seite der Stadt Zehdenick die vier Gewerbestandorte auf, aber beim Blick in die Exposès wird deutlich: bis auf 4,1 Hektar im Gewerbegebiet Karlshof stehen aktuell keine weiteren Flächen für Neuansiedlungen zur Verfügung: Weder im Gewerbegebiet Ost am Liebenwalder Ausbau noch im Gewerbegebiet Nord an der Waldstraße, wo sich jüngst erst die Marina am Prerauer Stich neu ansiedelte. Selbst auf dem mit rund drei Hektar kleinsten Areal "Am Bahnhof" stehen aktuell keine Flächen für die Vermarktung zur Verfügung. Als einzigen dort existierenden Betrieb listet die Stadtverwaltung dort die Christel Krakow & Sohn GmbH auf. Und der Erwerb sowie die Entwicklung des ehemaligen Bekleidungswerkes direkt an der Bahnlinie sei für die Stadt Zehdenick gegenwärtig keine Option, ließ Bürgermeister Bert Kronenberg (parteilos) kürzlich auf Nachfrage wissen. Dabei war es im Kommunalwahlkampf im Frühjahr ein Thema, Zehdenick für Start-ups attraktiv zu machen. Wo aber sollen all die Unternehmensgründer hin, wenn es für sie keinen Platz gibt geschweige denn ein Gründerzentrum? Auf diese Frage gibt die Kommualpolitik derzeit keine Antwort. Stattdessen wird bereits laut darüber nachgedacht, die kommunalen Steuern durch die Bank weg zu erhöhen. Allein nur die Grundsteuern A und B auf das in Brandenburg übliche Niveau anzuheben würden nach vorläufigen Schätzungen zu höheren Einnahmen von 260 000 Euro führen. Der Effekt wäre schnell verpufft: Allein durch die jährlichen Tariferhöhungen wäre das Geld schon wieder futsch.

Alle Steuern anzuheben auf das durchschnittliche Niveau der Kommunen der Region, würde Mehreinnahmen von zwei Millionen Euro pro Jahr in die Kasse spülen. Und weil so etwas ziemlich unpopulär ist, weil es letztlich jeden Bürger betrifft, stellt sich für die CDU die Frage: "Welche Fraktion stellt diesen Antrag? Oder wird es einen fraktionsübergreifenden Antrag geben?" Denkverbote dürfe es in Zukunft keine mehr geben.

Handel und Industrie an vier Standorten

Mit 27,6 Hektar ist das Anfang der 1990er-Jahren neu erschlossene Gewerbegebiet Karlshof im Westen der Stadt das größte von insgesamt vier Arealen in Zehdenick. Aber selbst dort stehen dort aktuell nur 4,1 Hektar für Neuansiedlungen zu Verfügung.

In den drei  an anderen Gewerbezentren Ost und Nord sowie am Bahnhof gibt es nach Angaben der Stadtverwaltung Zehdenick aktuell keine Flächen, die vermarktet werden.

Aktuell gibt es auch keine Überlegungen, neue Flächen für Neuansiedlungen auszuweisen. Gegenwärtig setzt die Stadt alles daran, Flächen für den Wohnungsbau zu entwickeln, um unter anderem die Zahl der Einwohner zu erhöhen.⇥ris

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