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Städtische Wohnungsgesellschaft stellt Planern und Baufirmen Investitionsprogramm vor und pflegt so gleichsam Kontakte

Bauwirtschaft
Zwischen Büro und Baustelle

Viola Petersson / 15.11.2019, 20:30 Uhr
Eberswalde (MOZ) Eigentlich sollte das Bebel-Quartier im Frühjahr bezugsfertig sein. Als Miete waren gut zehn Euro pro Quadratmeter angekündigt worden. Doch: Zeit- und Kostenbudget sind offenbar nicht zu halten. Die städtische Wohnungsgesellschaft WHG bekommt, wie fast alle Bauherren derzeit, die Auswirkungen des Baubooms und der Hochkonjunktur zu spüren. Ausschreibungen, die ergebnislos enden oder mit Angeboten, deren Preise deutlich über der Kalkulation liegen. "Die Fertigstellung ist nunmehr für September geplant", heißt es bei der WHG. Wo man mit der Miete landet, werde sich im Januar zeigen, wenn alle Mehrkosten klar seien.

Kehrseite der Konjunktur

Wie dieser Entwicklung begegnen? Die WHG setzt auf aktive Unternehmens- und Kontaktpflege. Beispielsweise mit einem Handwerkerfrühstück. Nach der Premiere 2018 lud die Gesellschaft jetzt zur zweiten Auflage ein. Smalltalk bei Brötchen und Kaffee. Dazu jede Menge Informationen. Insbesondere zur Investitionstätigkeit, zu geplanten Bau- und Instandhaltungsprojekten. Das Pensum, das sich die WHG für 2020 und 2021 vorgenommen hat, ist immens. Ambitioniert.

Wie Ulf Hahn, technischer Prokurist in der WHG, erklärte, will die WHG im kommenden Jahr gut zwölf Millionen Euro investieren. Dies ist gegenüber dem laufenden Jahr eine Steigerung um immerhin fast 50 Prozent. Von 2021 bis 2023 werde man sich zwischen 6,7 und zehn Millionen Euro bewegen. Hinzu kämen Aufwendungen für Instandhaltungen und -setzungen von jährlich um die fünfeinhalb bis gut sechs Millionen Euro. Ziel sei es, die nach wie vor hohe Leerstandsquote von etwa elf Prozent abzubauen sowie den Wohnkomfort zu verbessern. Dies vor allem mit Blick auf die Energiebilanz sowie die Frage einer altersgerechten Gestaltung.

Zu den größten Projekten 2020/21 gehören – neben der Fertigstellung des Bebel-Quartiers in Stadtmitte – die Sanierung der letzten WHG-Platte im Leibnizviertel (Rudolf-Virchow-Straße 17-25) sowie der Neubau des Karrees Heegermühle in Finow (Eberswalder -/Biesenthaler Straße), incl. Tagespflegeeinrichtung.

Hahn dankte den Vertretern von mehr als hundert Firmen, die der Einladung gefolgt waren, für die Verlängerung von Zeitverträgen sowie die Beteiligung an Wettbewerben. In Zeiten voller Auftragsbücher nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit. Bürgermeister Friedhelm Boginski, zugleich Vorsitzender des WHG-Aufsichtsrates, wiederum appellierte an die Unternehmen, vermehrt auszubilden. Einerseits gebe es in der Region zu wenig Lehrstellen, andererseits würden die Unternehmen einen Mangel an Fachkräften beklagen.

Online-Portal hat sich bewährt

Das Thema Fachkräftesicherung sei in der Tat – neben der Unternehmensnachfolge – das brennendste, bestätigte etwa Bodo Seefeld von der Sanitärfirma Seefeld und Hübner aus Eberswalde. Sein Unternehmen habe ausgebildet. Aber: "Die letzten beiden Azubis haben das Handtuch geworfen, abgebrochen." Die WHG zähle für ihn schon zu den größten Auftraggebern, neben der Stadt. "Wir waren zuletzt zum Beispiel in der Pfeilstraße 15 tätig", so der 63-jährige Firmenchef.

Olaf Schüler, Inhaber von Elektroinstallation Fuchs aus Bad Freienwalde, gehört ebenfalls zu den langjährigen Partnern der WHG. "Mit ihm haben wir 2016 unser Handwerker-Portal aufgebaut und getestet", so Kai-Uwe Knuth von der Wohnungsgesellschaft. Inzwischen seien um die 85 Firmen aus der Region online gelistet. Von der Auftragsvergabe bis zur Rechnungslegung – alles erfolge digital. "Das spart Papier und Zeit", bestätigte Schüler. Relativ neu im Boot ist WHS GmbH Schwedt (Sanitär/Heizung). "Die WHG kam auf uns zu", so Geschäftsführer Michael Pörschke.

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