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Der Berliner Künstler Tobo eine eine Fassade in der Gartenstraße gestaltet.

Graffiti
150 Quadratmeter Graffiti mit Bubbles in Beeskow

Tobo mit Erik Rotheim: Der Graffiti-Künstler hat seinen "Berliner Bären mit langer Schnauze", in dem viele Menschen auch andere Tiere erkennen, nach dem Erfinder der Sprühdose benannt.
Tobo mit Erik Rotheim: Der Graffiti-Künstler hat seinen "Berliner Bären mit langer Schnauze", in dem viele Menschen auch andere Tiere erkennen, nach dem Erfinder der Sprühdose benannt. © Foto: Jörn Tornow
Olaf Gardt / 16.11.2019, 06:00 Uhr - Aktualisiert 16.11.2019, 17:57
Beeskow (MOZ) Aus exakten Quadraten werden nach und nach Bubbles, aus den Blasen saubere Kreise, die wieder verschwimmen und wie große Seifenblasen davon schweben. Die Flächen der Kreise, Quadrate und Blasen sind mit grellen Farben gefüllt. Dazu kommen Bilder von Pilzen, Pflanzen und Tieren, auch Teile der Beeskower Stadtsilhouette sind zu entdecken. Knapp 150 Quadratmeter groß ist das Graffiti, das der Berliner Tobo an der Rückfront des Wohn- und Geschäftshauses an der Ecke Breitscheidtstraße/Gartenstraße geschaffen hat.

Dass es sich um ein Tobo-Werk handelt, sehen Kenner der Szene sofort. Das Kennzeichen des Künstlers ist ein "Berliner Bär mit langer Schnauze", wie Tobo sagt. Erik Rotheim hat er seinen Bären genannt. Erik Rotheim hieß der Erfinder der Spraydose, der so die Gaffiti-Kunst erst möglich gemacht hat.

Möglich wurden natürlich auch Schmierereien und Kritzeleien, die sich nicht nur in Großstädten, sondern selbst im kleinen Beeskow finden. Mit dem Wandbild hoffen Stadt und Grundstückseigentümer, solche Schmierereien an dem Gebäude künftig zu vermeiden. Die gab es bislang immer wieder, allerdings war die Wand nie so gut sichtbar wie jetzt und künftig, da das Haus direkt an den Alten Friedhof grenzt, der zu einem Park umgestaltet wird.

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Graffiti-Kunstwerk entsteht in Beeskow

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"So acht Tage", sagt Tobo, habe er an dem Bild gearbeitet, rund 300 Farbdosen verbraucht. Verarbeitet sind knapp 20 Farbtöne. Die intensive Farbgebung sei neben den Formen Teil des erdachten Konzepts für das Beeskower Bild. Die genauen Motive, die Tiere, Blumen, Pilze, die Beeskow-Bilder und die weißen Sterne auf blauem Grund, die schwarz-weiß Kontraste, oft spontane Inspirationen.

Inspirationen aus dem Alltag. Das Sternenbanner steht wohl für täglichen Nachrichten aus Amerika und die Freiheit. Und die Pilze sind nicht einfach ein Berliner Klischee für das Umland. "Ich habe in diesem Jahr tatsächlich das erste mal in meinem Leben Pilze gesammelt", erzählt Tobo. Steinpilze, Butterpilze, Maronen und Birkenpilze habe er kennengelernt.

Nach Beeskow hat den Berliner Künstler der Garten- und Landschaftsplaner Georg Petzold, der die Neugestaltung des Alten Friedhofs verantwortet, geholt. Petzold ist 2017 nach zehn Jahren Arbeit in Australien nach Deutschland zurückgekehrt. Mit seiner Frau sei er viel in Berlin unterwegs. Auf dem Teufelsberg habe er Tobo-Bilder entdeckt und sich auf die Suche nach dem Künstler gemacht, der schließlich einige Kinderzimmerwände im Hause Petzold gestaltete.

Parkeröffnung im Frühjahr

Hauseigentümer Detlef Korn ist vom Tobo-Werk begeistert. "Da gibt es so viel zu entdecken", schwärmt er. Überhaupt ist er schon von dem neuem Park angetan. "Da leistet die Stadt eine tolle Arbeit", sagt Korn. Das sieht Tobo ebenso: "So tolle Bänke wie hier habe ich in ganz Berlin noch nicht gesehen."  In Beeskow gibt es allerdings auch schon Kritik an Bild und Bänken. Dabei ist noch nichts fertig. Im Park wird gepflanzt, die historische Friedhofsmauer erst im kommenden Jahr saniert. Und über dem Totholzhaufen wird bald noch eine hölzerne Hummel schweben.

Mehr vom Künstler findet man im Internet unter tobo.berlin

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