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In Strausberg wird ein Kompetenzzentrum für die ganzheitliche nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raumes gegründet.

Agrarpolitik
Landwirtschaftliches Kompetenzzentrum

Verbunden über das Plantvital-Gerät: Die Protagonisten des Märkischen Kompetenzzentrums für die ganzheitliche nachhaltige Entwicklung ländlicher Räume: Hartmut Mostek, Prof. Edgar Klose und MITI-Vorstand Frank Rozok (v. l.)
Verbunden über das Plantvital-Gerät: Die Protagonisten des Märkischen Kompetenzzentrums für die ganzheitliche nachhaltige Entwicklung ländlicher Räume: Hartmut Mostek, Prof. Edgar Klose und MITI-Vorstand Frank Rozok (v. l.) © Foto: Jens Sell
Jens Sell / 16.11.2019, 06:00 Uhr
Strausberg (MOZ) Riesige Traktoren unternehmen Sternfahrten nach Berlin, die neue EU-Kommission stellt die Agrarförderpolitik auf den Prüfstand, Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) möchte in Deutschland ein "Silicon Valley der Agrar- und Lebensmittelbranche" aufbauen und die neue Brandenburger Regierungskoalition nimmt sich vor: "Wir werden die Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union (GAP) in Brandenburg darauf ausrichten, die Landwirtschaft beim umwelt- und klimagerechten Umbau zu unterstützen, Leistungen für den Erhalt der  biologischen Vielfalt zu honorieren und tiergerechte Haltungssysteme zu fördern."

Findungsseminar des Netzwerks

Dies sind die aktuellen Rahmenbedingungen, unter denen sich dieser Tage im Strausberger Technologie- und Innovationscentrum Stic ein neues Kompetenzzentrum etabliert. Am Mittwoch hatte das Märkische Institut für Technologie- und Innovationsförderung (MITI) seine Netzwerkpartner nach Schöneiche zu einer Findungsberatung eingeladen. Diplomagraringenieur Hartmut Mostek, aus Mecklenburg-Vorpommern stammender Geschäftsführer der Tycon GmbH, präsentierte dort seine Vorstellungen von einer ganzheitlichen nachhaltigen Entwicklung ländlicher Räume und kam damit gut an, ist doch Nachhaltigkeit in ihrer komplexen Wirkung auf gesunde Menschen, gesunde Tiere und gesunde Umwelt das zentrale Thema des MITI.

"Komplexes Denken ist in der Agrarpolitik hinsichtlich der Ökologie nicht weit verbreitet", stellt Mostek in den Raum und betont: "Der Landwirt kann nicht monatelang auf Entscheidungen warten, er braucht heute Antworten, denn seine Wintersaat ist heute im Boden und im März beginnt die nächste Vegetationsperiode." Auf Strausberg aufmerksam wurde der Agrarwissenschaftler und -praktiker, der bundesweit unterwegs ist, durch das von der Strausberger MITI-Mitgliedsfirma InnoConcept entwickelte Plantvital-Gerät zur Analyse der Vitalität von Pflanzen unter verschiedenen Einflüssen. Da er sich wissenschaftlich mit der Wirkung von Mikroben bei der Substitution von Mineraldünger und Pflanzenschutzmitteln beschäftigt, ist Plantvital für ihn ein wichtiges Hilfsmittel. Nun bereitet er für Dezember die konstituierende Sitzung für ein Märkisches Kompetenzzentrum für die ganzheitliche nachhaltige Entwicklung ländlicher Räume vor, das dann auch als GmbH firmieren werde.

Umfassender Ansatz

"Es geht um ökonomische, ökologische und soziale Aspekte bei der Betrachtung von Mensch, Tier und Pflanze und die Auswirkungen auf den Boden, Wasser, Luft und Klima", formuliert Mostek recht allgemein. Dabei trifft er die Intention des MITI, das mit Unterstützung des Landrats Gernot Schmidt (SPD) den Landkreis Märkisch-Oderland zum Referenzlandkreis in Brandenburg "Gesunder Mensch – Gesundes Tier – Gesunde Umwelt" machen möchte. Den Brandenburger Bauernverband haben Mostek und MITI-Geschäftsführer Professor Edgar Klose schon mit ins Boot geholt. Wenn das Zentrum als GmbH gegründet ist, sollen Mosteks Tochter Anna-Sophie Mostek, die Agrarwissenschaften studiert, und ein weiterer Wissenschaftler Geschäftsführer werden, fachlich unterstützt von einem Beirat, in dem Klose und Mostek mitwirken. Ziel ist die praxisnahe und wissenschaftlich fundierte, komplexe Beratung der Landwirte.

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