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An Schulen und öffentlichen Einrichtungen in der gesamten Region fehlen Energiesparkonzepte. Dabei könnte der Verbrauch durch moderne Gebäudetechnik drastisch gesenkt werden.

Klimaschutz
Kampf gegen Energieverschwendung

Große Dächer mit viel Platz: Auf den Hallen der Uckermärkischen Verkehrsgesellschaft sind Photovoltaikmodule installiert worden.
Große Dächer mit viel Platz: Auf den Hallen der Uckermärkischen Verkehrsgesellschaft sind Photovoltaikmodule installiert worden. © Foto: Oliver Voigt
Oliver Schwers / 16.11.2019, 06:15 Uhr
Angermünde (MOZ) Smart-Building, Solarkollektoren, Gebäudeleittechnik? Überall auf der Welt setzen sich moderne Konzepte zur Energieeinsparung durch. Doch gerade in öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen in der Region Uckermark-Barnim steht man damit erst ganz am Anfang. Zwar gibt es bereits Ideen, Einzelprojekte und Strategien. Aber der flächendeckende Durchbruch lässt noch auf sich warten.

Stattdessen geben Landkreise, Städte, Ämter und Behörden jedes Jahr Millionen Euro für Strom, Wasser und Wärme aus. Vieles davon wird heute noch verschwendet, weil moderne Gebäudetechnik fehlt. Vor allem wegen der Investitionskosten mangelt es an notwendigen Umrüstungen. Dabei gehen Experten davon aus, dass gerade in Feuerwehren, Museen, Verwaltungen, Rathäusern, Schulen und Turnhallen schon durch schnelle Maßnahmen bis zu 15 Prozent Energie eingespart werden können.

"Wir müssen runter mit dem Verbrauch", sagt Jens Lemme von der Regionalen Planungsstelle Uckermark-Barnim. Dort wird seit langem an einem Energiekonzept gefeilt. Nun führt auch die Uckermark einen Klimamanager ein. "Die Kommunen sind künftig gezwungen, Kohlendioxidsteuer zu bezahlen. Durch Gas und Öl kommen also neue Kosten auf uns zu", sagt Lemme.

Die Regionalplanung und die beiden Landkreise wollen die Kommunen künftig beim Energiesparen unterstützen. Das kann zunächst durch ganz einfache Verhaltensänderungen beim Lüften, bei Heizungseinstellungen oder bei der intelligenten Raumnutzung geschehen. Es geht um völlig veränderte Herangehensweisen: Müssen Nebenräume überhaupt geheizt werden? Wo stecken die größten Energiefresser? Kann der Durchlauferhitzer heruntergeregelt werden? Wie dicht sind Wand, Türen und Fenster?

Austausch von Ideen

"Gerade Kleinkommunen sind gar nicht in der Lage, solche Untersuchungen anzustellen", so die Einschätzung von Jens Lemme. In einem zweiten Schritt müssten dann tatsächliche bauliche Veränderungen oder energetische Sanierungen folgen.

Zurzeit tauschen sich öffentliche Einrichtungen, kommunale Betriebe und Städte untereinander aus. Bereits zum siebenten Mal haben die Kreiswerke Barnim und die Regionale Planungsgemeinschaft Uckermark-Barnim ein Energieforum veranstaltet. "Es geht um den Einsatz erneuerbarer Energien, um ein besseres Energiemanagement und um Mobilitätseffizienz", meint Ina Bassin von den Kreiswerken. Nach ihrer Einschätzung kann sich die Region mit Einzelprojekten durchaus sehen lassen.

Nun soll eine flächendeckende Beratung folgen. "Wir müssen nicht alles neu erfinden", sagt Jens Lemme. "Wichtigstes Potenzial sehen wir bei der Wärme in Gebäuden. Wenn man ein Haus saniert, sind 30 bis 40 Prozent zu schaffen. Das ist zuerst richtig teuer, rechnet sich aber längere Sicht." Erdwärmepumpen, Kollektoren, Photovoltaik, Pelletöfen oder Kombinationen aus mehreren Dingen sind längst weit verbreitet. In den vergangenen 20 Jahren haben sich die Energiepreise um sechs Prozent erhöht. Der Trend wird vermutlich so bleiben.

Geld fließt ins Ausland

Aufklärung statt Zeigefinger – so lautet das Motto der Energiemanager. Der Blick geht über die eigentliche Kostenreduzierung hinaus. "Wenn wir Öl und Gas bezahlen, fließen diese Summen ins Ausland", erklärt Jens Lemme. "Zwar können wir auf Gas als Überbrückungstechnologie derzeit nicht verzichten, aber es muss grünes Gas werden."

Auch beim Verbraucherverhalten ließe sich ansetzen. Niemand weiß, wieviel Energie für ein Produkt ausgegeben wurde. "Erst wenn ich weiß, wieviel Schaden mein Auto macht, ändere ich mein Kaufverhalten", so Lemme.

Doch auch bei der E-Mobilität sind ländliche Regionen noch zurück. Zwar gibt es solche Aushängeschilder wie die O-Bus-Linien in Eberswalde oder Versuchsprojekte für elektrisch betriebene Lastwagen in Groß Dölln, aber die Ausstattung der Kommunen mit Hybrid- oder reinen Elektro-Autos lässt auf sich warten. Dabei gibt es für viele Vorhaben sogar Fördermittel und fachliche Unterstützung vom Bund.

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