Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Nachruf
Langeweile war für Klaus Schroth ein Fremdwort

Klaus Schroth (1937–2019)
Klaus Schroth (1937–2019) © Foto: Waltraut Tuchen
Janet Neiser / 16.11.2019, 06:30 Uhr
Neuzelle (MOZ) Ein freundliches Nicken zum Gruß, das gehörte dazu, wenn Klaus Schroth in Neuzelle unterwegs war. Und bis vor ein paar Jahren sah man ihn dort ständig. Immer auf Achse – der ehemalige Physiklehrer und Gemeindebürgermeister. Bis die Gesundheit ihm einen Strich durch die Rechnung machte. In dieser Woche ist Klaus Schroth im Alter von 82 Jahren gestorben. Er hinterlässt seine Frau Christel, seine Tochter, seinen Sohn und sieben Enkelkinder. "Klaus Schroth war ein sehr korrekter, gewissenhafter und engagierter Mensch", betont Neuzelles Amtsdirektor Hans-Georg Köhler. Und er war, obwohl er aus Sachsen stammte, mit Neuzelle verwachsen. Wäre da nicht dieser sächsische Einschlag beim Sprechen, man hätte ihn für ein Neuzeller Urgestein halten können. Mehr als ein halbes Jahrhundert, 55 Jahre, war der Ort mit Brandenburgs Barockwunder seine Heimat.

Politik kam nach der Wende

Seine Korrektheit, die ist ihm wohl in die Wiege gelegt worden, die brauchte er auch in seinem Berufsleben, das als Elektromonteur begann. Doch der Wunsch zu studieren, der blieb. Also holte Schroth an der Volkshochschule den notwendigen Schulabschluss nach und nahm ein Lehrerstudium auf. Physik war sein Steckenpferd. Das unterrichtete er nach einem Zwischenstopp in Sachsen-Anhalt zunächst in Steinsdorf, später in Neuzelle, wo er und seine kleine Familie ihre erste Wohnung in der Kruggasse hatten. Überglücklich waren sie dort, die Eheleute – bis 1974. Dann zogen sie ins selbst gebaute Haus und Schroth fand sein berufliches Zuhause in der Puschkin-POS. In dieser Zeit klopfte auch die SED bei ihm an. Er wolle doch schließlich mal Schulleiter werden, hieß es. Doch gegenüber der MOZ sagte der damals 70-Jährige: "Wenn das von einer Parteimitgliedschaft abhängig gemacht werden sollte, wollte ich das nicht."

In eine Partei trat Schroth erst im Januar 1990 ein, und zwar in die SPD. Ein halbes Jahr später wurde er im Kreis Dezernent für Jugend, Bildung und Sport und Kreisschulrat. Die Umgestaltung der Schullandschaft, die darf er sich auch auf seine Fahne schreiben. Er, der zudem Gemeindevertreter und Kreistagsabgeordneter war, setzte sich unter anderem für die Gründung eines Gymnasiums in Neuzelle ein. Gesellschaftliche Arbeit sei für ihn über alle Parteigrenzen wichtig, sagte Klaus Schroth, der von 2002 bis 2008 ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Neuzelle war. Er brauchte dieses Engagement, er wollte etwas bewegen. "Er war einer, vor dem ich wirklich Achtung hatte", sagt der jetzige Bürgermeister Dietmar Baesler.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG