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Oderschubser-Prozess
19-Jährige gesteht Mordversuch

Zeigt Reue: Monique D.
Zeigt Reue: Monique D. © Foto: Mathias Hausding
Mathias Hausding / 16.11.2019, 06:30 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Im Prozess um einen Mordversuch an der Oder in Frankfurt haben die beiden angeklagten Frauen am Freitag die vom Gericht vorgeschlagene Verständigung akzeptiert. Der Deal sieht vor, dass die 31 Jahre alte Jennifer S. zu maximal acht Jahren und drei Monaten Haft verurteilt wird und die 19-jährige Monique D. zu einer Jugendstrafe von höchstens sechs Jahren. Voraussetzung ist dafür jeweils ein umfassendes Geständnis. Gericht und Staatsanwaltschaft streben mit der Verständigung eine Beschleunigung des Verfahrens an, außerdem soll dadurch dem Opfer eine detaillierte Aussage als Zeugin erspart bleiben.

Stundenlange Gewaltorgie

Jennifer S. ließ über ihren Anwalt erklären, dass sie am 22. November aussagen werde. Monique D. legte ihr Geständnis vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) bereits am Freitag ab: "Ja, ich habe sie in die eiskalte Oder gestoßen. Ich weiß nicht, was in mich gefahren ist", heißt es in ihrer Erklärung, die sie von ihrem Anwalt vorlesen ließ, weil sie selbst "vor Aufregung kein Wort herausbringen" würde. Monique D. gab zu Protokoll, dass sie das 34 Jahre alte Opfer am Ende einer stundenlangen Gewaltorgie nicht habe töten wollen. Ihr sei aber klar, dass die Frankfurterin hätte sterben können. Wie es zu jenen Gewalttaten gekommen ist, führte die Angeklagte nicht weiter aus. Laut Staatsanwaltschaft ging es um Nichtigkeiten. Das spätere Opfer habe Unwahrheiten verbreitet und sich in die Beziehungen anderer Leute eingemischt.

Insgesamt waren am 7. Januar drei Männer und drei Frauen bei diversen Gewalt- und Raubstraftaten gegen die 34-Jährige dabei. Gegen alle laufen Verfahren. Die 19-Jährige betonte, dass sie sich für die Taten "jeden Tag schäme". Sie sei froh, dass sich das Opfer selbst aus der Oder retten konnte. "Die U-Haft ist schlimm. Aber meine Mutter steht mir bei. Wir schreiben uns fast jeden Tag Briefe", ergänzte die Angeklagte. Dass sie im Gefängnis auf Drogen- und Alkoholentzug sei, tue ihr gut. "Die Abstinenz verschafft mir einen klaren Kopf, aber ich spüre den Druck der Sucht. Deshalb hoffe ich auf eine baldige Therapie."

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