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Naturschutz
Der Magistratsee hat wieder Wasser

Brian Kehnscherper / 16.11.2019, 11:30 Uhr
Lindow (MOZ) Am Ende ging es schneller und günstiger als erwartet: Eigentlich war davon ausgegangen worden, dass die Renaturierung des Magistratsees bis Weihnachten dauern würde. Tatsächlich ist das Projekt bereits am Freitag abgeschlossen worden. Und mit 440 000 Euro lagen die Kosten sogar um 100 000 Euro niedriger als anfangs kalkuliert wurde.

Durch den trockenen Sommer konnte Geld für die Zurückhaltung von Wasser gespart werden. Die Niederschläge der vergangenen Wochen sorgten indes dafür, dass der See nicht durch Menschenhand aufgefüllt werden musste. Denn eigentlich war vorgesehen, Wasser aus dem vier Meter tiefer gelegenen Wutzsee in den Magistratsee zu pumpen. "Das ist alles Grund- und Niederschlagswasser", sagt Dr. Mario Strumpf, Leiter des Naturparks Stechlin Ruppiner Land, auf dessen Gebiet der See liegt. Der Gewässerunterhaltungsverband Oberer Rhin/Temnitz hatte die Sanierung des Gewässers in Auftrag gegeben. Der Planer Hermann Wiesing war Federführend verantwortlich. Die Kosten wurden zu 70 Prozent aus Mitteln der Richtlinie für Gewässersanierung und zu 30 Prozent aus dem Naturschutzfonds Brandenburg getragen.

Lebensraum für Amphibien

Nun sind 75 Prozent der Wasseroberfläche wieder hergestellt. Weiter soll der See aber nicht aufgefüllt werden. Denn der Rest der einstigen Fläche ist bereits durch einen Erlenbruch bedeckt. Die Wiederherstellung des Sees ist laut Schrumpf auch wichtig für die Artenvielfalt. Schließlich ist das Gewässer Lebensraum für Amphibien und Vögel. Die ersten Tiere sind offenbar bereits zurückgekehrt. "Ich habe Spuren des Graureiers gesehen", so Schrumpf.

Einst hatte der Magistratsee eine Wasserfläche von 2,8 Hektar. Seit den 1950er-Jahren wurde in dem Gewässer eine intensive Karpfenzucht betrieben. Am Ufer wurden zudem Gänse und Enten gehalten und eine Milchviehanlage betrieben. Durch den intensiven Nährstoffeintrag verlandete das ohnehin kleine Gewässer in sehr schneller Zeit. Die zwei trockenen Sommer in Folge ließen ihn an der Oberfläche komplett austrocknen. Da im Einzugsgebiet des Sees keine Landwirtschaft mehr betrieben wird, denkt Schrumpf, dass sich der jetzige Zustand viele Jahrzehnte nicht ändern wird. Die einzigen Nährstoffe, die jetzt noch eingetragen werden, stammen vom Laub der Bäume.

Kritik an dem Projekt hatte es von seiten der Bürgerinitiative (BI) zur Rettung des Vielitzsees gegeben. Vor allem die Tatsache, dass der ausgehobene Schlamm auf einer Agrarfläche bei Strubensee am Ufer des Vielitzsees ausgebracht wurde, sorgte für Bestürzung. Da im Umfeld des Vielitzsees intensiv Landwirtschaft betrieben wird und somit viele Nährstoffe ins Wasser gelangen, verlandet das ohnehin Flache Gewässer immer mehr und droht außerdem zu kippen. Schrumpf versichert jedoch, dass der Aushub aus dem Magsitratsee untersucht wurde, bevor es auf den Acker kam. "Das sind organische Düngemittel. Die Nährstoffe sind gebunden und geraten nicht in den See, wie es bei mineralischem Dünger der Fall ist. Wir haben die Bedenken der BI sehr ernst genommen", so der Naturpark-Leiter.

Der Wasserstand des Magistratsees wird in Zukunft genau beobachtet. Denn es ist eine Pegellatte eingesetzt worden. Mitarbeiter der Naturwacht werden den Wasserstand laut Schrumpf nun monatlich ablesen und dokumentieren. Im Zuge der Arbeiten ist auch im benachbarten Kiebitzluch eingegriffen worden. Die alte Stauanlage, die dort das Wasser zurückhalten sollte, war verfallen. Nun sind neue Wehre eingebaut worden. Dass zurückgehaltene Wasser verlangsamt laut Schrumpf auch den Abstrom aus dem Magistratsee. "Ich denke, unterm Strich ist etwas sehr Gutes entstanden", sagt er.

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