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Verteilzentrum
dm startet in Wustermark im ersten Quartal 2020

Silvia Passow / 16.11.2019, 14:35 Uhr
Wustermark So wie dem Landtagsabgeordneten Johannes Funke (SPD) ergeht es sicher vielen Havelländern, die mehr oder weniger regelmäßig die Bundesstraße 5 befahren und dabei am Güterverkehrszentrum (GVZ) Wustermark vorbeikommen. Funke sagt, der Bau dieser ungewöhnlichen Lagerhalle habe neugierig gemacht. Seit rund anderthalb Jahren kann man beobachten, wie ein kunterbuntes Lagerhaus errichtet wird. "Dessen Farben besonders im Sonnenuntergang so schön leuchten", wie Staatssekretärin Ines Jesse (SPD) es treffend beschreibt.

Dass so ein Verteilzentrum für Waren nicht wie ein grauer Klotz in der Landschaft stehen muss, hat dm damit schon mal bewiesen. Kürzlich bot die dm-Geschäftsführung einer Delegation aus Politikern der Kommune, des Landkreises und des Landes sowie Pressevertretern die Möglichkeit, hinter die Mauern der Villa Kunterbunt zu schauen.

Fröhlich bunt ist es drinnen und erinnert auf den ersten Blick eher an einen Indoor-Spielplatz. Noch sei die Lagerhalle nicht ganz fertig, so Katrin Stiemer, die das neue dm-Verteilzentrum leitet. Sie geht von einer Inbetriebnahme im ersten Quartal 2020 aus. Erst im vorigen Sommer hatte man Richtfest gefeiert, die Grundsteinlegung liegt anderthalb Jahre zurück. Damit liege man im Plan, so Stiemer. Begutachtet werden konnten zunächst die Bereiche der Warenannahme und Ausgabe. In den hinteren Teil der Halle ist nur ein Blick erlaubt -  aber noch keine Fotos.

Der Drogeriekonzern unterhält bereits zwei Güterverteilzentren. In Wustermark entsteht ein hochmodernes Zentrum mit einem hohen Automatisierungsgrad, erklärte Stiemer. 100 Millionen Euro wurden in den Standort investiert, mehr als 200 Mitarbeiter sollen hier zukünftig arbeiten. Die ersten 35 von ihnen sind bereits vor Ort. Die meisten kommen aus der Region, so wie Stiemer auch.

Wie wichtig das dm-Projekt für die Region und auch das ganze Land Brandenburg ist, zeigt die Anwesenheit gleich zweier Staatssekretäre des Landes beim Besichtigungstermin. Neben der Staatssekretärin für Infrastruktur, Ines Jesse, ist auch Hendrik Fischer (SPD), Staatssekretär im Landesministerium für Wirtschaft und Energie, gekommen. Fischer lobt dm besonders als Arbeitgeber und als Ausbildungsbetrieb, der auch in Wustermark ausbilden wird. Er bezeichnete dm als "echten Gewinn für die Region." Sein Ministerium hat das Projekt mit 11 Millionen Euro gefördert.

Jesse stimmte zu und warb für ein Zusammendenken von Wirtschaft, Arbeitsplätzen sichern und schaffen, Wohnen, Verkehr und der Schaffung eines attraktiven Umfeldes. Der parteilose Wustermarker Bürgermeister Holger Schreiber sieht in dm einen Arbeitgeber, der interessante Angebote für die Arbeitnehmer schaffen wird. "Gute Arbeitsplätze sind gut für die Einwohner und damit gut für Wustermark", sagte er und weiter: "dm kann auch eine Lokomotive in Sachen Umgang mit den Arbeitnehmern werden."

Das Unternehmen belegt regelmäßig einen der Top-30-Plätze im "Focus-Business-Ranking" des Magazins Focus. 2019 landete das Unternehmen auf Platz 11 der Top-Arbeitgeber in Deutschland, 2016 hatte dm den Spitzenplatz inne. Rund 40.000 Mitarbeiter hat das Unternehmen, der Jahresumsatz liegt bei mehr als acht Milliarden Euro. Gerade im Bereich Logistik wird viel auf automatisierte Abläufe gesetzt, auf die menschliche Arbeitskraft kann aber auch hier nicht verzichtet werden. Einzig für Maschinen wäre die farbenfrohe Ausgestaltung der Halle nicht nötig gewesen. Gesucht werden unter anderen Mitarbeiter für die Sachbearbeitung, den Hausservice, Elektriker, Mechatroniker, Gebäudetechniker und Mechaniker.

Verantwortungsvolle Jobs, wie Stiemer betonte, denn hier läuft, im übertragenen Sinn, ein Rädchen ins andere. Wird ein Arbeitsvorgang unterbrochen, stehen auch alle anderen Vorgänge still. Das Unternehmen, dass ursprünglich aus Karlsruhe kommt, hat inzwischen 2.000 Filialen. Ab dem Frühjahr 2020 werden diese dann auch aus Wustermark angefahren. Wenn die Halle fertig ist, wird es rund sechs Wochen brauchen, bis das Lager gefüllt und man den Betrieb aufnehmen kann, erkärte Stiemer. Über die Entscheidung, das neue Verteilzentrum in Brandenburg zu errichten, ist dm-Geschäftsführer Christian Bodi, voll des Lobes: "Ich kannte Brandenburg nicht. Ich bin hochgradig beindruckt von den guten Erfahrungen, die ich hier machen konnte. Die Zusammenarbeit mit den Beteiligten war professionell und erfreulich."

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