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50 Feuerwehrleute im Einsatz
Ehemaliges Kulturhaus von Neuküstrinchen fällt Flammen zum Opfer

Steffen Göttmann / 17.11.2019, 12:12 Uhr - Aktualisiert 17.11.2019, 19:38
Neuküstrinchen (MOZ) Das ehemalige Kulturhaus von Neuküstrinchen ist in der Nacht zum Sonntag durch ein Feuer vernichtet worden. 58 Feuerwehrleute aus dem Amt Barnim-Oderbruch, aus Wriezen, Bad Freienwalde und Altranft bekämpften die Flammen. Weil Gebäude und Dach komplett aus Beton sind, gestalteten sich die Löscharbeiten äußerst schwierig, sagte Einsatzleiter Andreas Dewitz, stellvertretender Amtsbrandmeister und Mitglied der Feuerwehr Neuranft.

"Wir sind etwas spät alarmiert worden", sagte Andreas Dewitz. Als der Alarm um 18.13 Uhr eingegangen sei, habe das Gebäude fast in voller Ausdehnung gebrannt. "Als wir aus Neuranft kamen, sahen wir bereits den Feuerschein aus den Fenstern", so der Einsatzleiter. "Der Mittelteil stand bei unserer Ankunft  in Vollbrand", ergänzte Andreas Dewitz. Zunächst habe er die Feuerwehren um das Gebäude verteilt, um von mehreren Seiten die Flammen zu bekämpfen.

Innenangriff nicht möglich

Den Versuch, die Flammen durch einen "Innenangriff" mit Pressluftatemschutzträgern zu bekämpfen, mussten die Einsatzkräfte bald abbrechen. Die Decken seien mit Gipsfaserplatten verkleidet gewesen. Aufgeweicht durch Hitze und Löschwasser lösten sie sich und fielen herunter. Deshalb mussten die Einsatzkräfte versuchen, das Feuer von außen zu bekämpfen. "Wir haben es mit Schaum erstickt", berichtete der Einsatzleiter. Der Versuch, den Brand mit Hilfe der Drehleiter aus Bad Freienwalde von oben zu löschen, missglückte, da das Dach des Gebäudes aus Beton ist. "Wir konnten die Drehleiter nur dazu nutzen, den Ort auszuleuchten", so der Einsatzleiter.

In der Mitte des Gebäudes wütete das Feuer daher weiter. Dennoch sei es zwischen 23.30 Uhr und Mitternacht gelungen, den Brand unter Kontrolle zu bringen und schließlich zu löschen.

Erschwerend zur Bauweise kam hinzu, dass das Gebäude als Lager für einen Trödelhandel gedient habe, so dass fast alles mit Möbeln und Gegenständen zugestellt war, erklärte der Einsatzleiter. Für die Feuerwehr gab es daher es kein Durchkommen mehr. Und die Gegenstände boten dem Feuer reichlich Nahrung.

Gegen 5 Uhr in der Früh übergab die Feuerwehr das Gebäude der Polizei. Bis dahin mussten immer wieder Glutnester  gelöscht werden. "Wir haben schließlich eine mobile Brandwache eingesetzt, die in bestimmten Abständen das Gebäude kontrollierte."

In dem Gebäude wohnten drei Parteien, alle konnten das Gebäude rechtzeitig verlassen. Durch den Brand sei niemand verletzt worden. Nur ein Mann sei aus einer Verkettung unglücklicher Umstände von einem Hund gebissen worden, sagte eine Polizeisprecherin. In dem Gebäude züchteten Bewohner Hunde, die auch rechtzeitig ins Freie gelassen wurden.

Brandursache ungeklärt

Die Ursache für das Feuer sei unbekannt, ergänzte die Polizeisprecherin. Brandursachenermittler werden vermutlich am Montag mit ihrer Arbeit beginnen, kündigte die Polizei an. Problem sei, dass die Statik des Gebäudes gelitten habe.

1972 sei die Grundsteinlegung und am 7. Oktober 1974 die Einweihung für das Gebäude gefeiert worden, erinnert sich Ulrich Köhler aus Neuküstrinchen. Die LPG habe das Gebäude errichtet, das dann von der Gemeinde übernommen worden sei. Von 1990 bis 1994 sei es Disko gewesen und habe schon zweimal den Besitzer gewechselt.

Neuküstrinchens Ortsvorsteher Christopher Schulz ist bei der Feuerwehr und war am Löscheinsatz beteiligt. Jetzt ist das Gebäude eine Ruine, er hofft, dass dies nicht so bleibt.

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