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Anhebung der Hundesteuer 2020?
Bad Belzig: Moderater Griff in Herrchens Börse

Kira, im Ortsteil Schwanebeck glücklich Zuhause, ist angemeldet und trägt ihre Hundesteuermarke am Halsband.
Kira, im Ortsteil Schwanebeck glücklich Zuhause, ist angemeldet und trägt ihre Hundesteuermarke am Halsband. © Foto: B. Kraemer
18.11.2019, 18:00 Uhr
Bad Belzig Hundehalter in der Stadt Bad Belzig und den 14 Ortsteilen werden ab dem kommenden Jahr vermutlich tiefer in ihre Taschen greifen müssen. Die Hundesteuer soll erhöht werden. Im Ausschuss für Wirtschaft und Finanzen wurde die von der Verwaltung eingebrachte Vorlage in erster Runde diskutiert und zur Umsetzung empfohlen.

Kämmerin Birgit Bein begründete, dass die Kommune aufgrund ihrer Finanzlage gezwungen sei, über die Erhöhung der Hundesteuer nachzudenken. So hat die Kommunalaufsicht des Landkreises darauf hingewiesen, dass alle Möglichkeiten auszuschöpfen sind, den Finanzbedarf der Stadt aus eigener Kraft zu decken. In diesem Zusammenhang wurde empfohlen, die seit dem Jahr 2001 unverändert geltende Hundesteuersatzung auf den Prüfstand zu stellen und zu aktualisieren.

Die von der Stadtverwaltung vorgeschlagene und von den Ausschussmitgliedern empfohlene Erhöhung fällt dennoch moderat aus. Birgit Bein erläuterte, dass man im Vorfeld den Blick in die Nachbargemeinden schweifen ließ und sich an den dort geltenden Maßstäben orientierte.

So sollen Hundehalter ab 1. Januar 2020 in der Stadt Bad Belzig und den Ortsteilen für den ersten Hund 35 Euro zahlen (aktuell 26 Euro). Für den zweiten im Haushalt gehaltenen Vierbeiner sollen 50 Euro (aktuell 38 Euro) und für jeden weiteren Hund 70 Euro (aktuell 51 Euro) Steuer erhoben werden.

Zum Vergleich: In Wiesenburg sind für den ersten 32 Euro, für den zweiten 40 Euro und den dritten Hund 50 Euro fällig. In Brück sind es für den ersten 15 Euro, den zweiten 36 Euro und den dritten 77 Euro. In Niemegk werden Hundehalter am kräftigsten zur Kasse gebeten. Dort werden für den ersten 50, den zweiten 70 und den dritten 100 Euro fällig.

Die Steuer für Hunde, deren Rasse als gefährlich eingestuft ist, fällt jedoch höher aus. Im Bad Belziger Satzungsentwurf sind 18 Rassen genannt (Alano, American Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Bullmastiff, Bullterrier, Cane Corso, Dobermann, Dogo Argentino, Dogue de Bordeaux, Fila Brasileiro, Mastiff, Mastin Espanol, Mastino Napoletano, Perro de Presa Canario, Perro de Presa Mallorquin, Rottweiler, Staffordshire Bullterrier, Tosa Inu sowie Kreuzungen dieser Rassen untereinander oder mit anderen Hunden). Für gefährliche Hunde, für die bislang 150 Euro Steuer pro Tier fällig wurde, sollen künftig 200 Euro veranschlagt werden.

Die Mehreinnahmen, die durch die Satzungsänderung in die Stadtkasse fließen, bleiben dennoch überschaubar. Die Erträge aus der Hundesteuer steigen voraussichtlich nur um 5.000 Euro; von bisher 25.000 auf 30.000 Euro.

Wie bisher können Steuerbefreiungen und Steuerermäßigungen auf Antrag gewährt werden. Als Steuerfrei gelten beispielsweise Vierbeiner, die zum Schutz und zur Hilfe von Blinden und Tauben oder als Diensthunde gehalten werden. Steuerermäßigungen um die Hälfte des Steuersatzes können u.a. auf Jagdgebrauchshunde gewährt werden.

Wer seinen Vierbeiner ordnungsgemäß anmeldet hat, erhält eine Hundesteuermarke ausgehändigt, die vorzugsweise am Halsband des Tieres getragen werden sollte. Wer seinen Hund nicht anmeldet, läuft Gefahr mit dem Ordnungsamt in Konflikt zu geraten. Ordnungswidrigkeiten können mit einer Geldbuße geahndet werden.

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