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Versorgung
Müllgebühren in Märkisch-Oderland sollen sinken

Erfolgsmodell: die Mitte dieses Jahres in MOL eingeführte Biotonne
Erfolgsmodell: die Mitte dieses Jahres in MOL eingeführte Biotonne © Foto: Gerd Markert
Martin Stralau / 20.11.2019, 22:00 Uhr - Aktualisiert 21.11.2019, 06:49
Strausberg (MOZ) Die Mitglieder des Werksausschusses für den Entsorgungsbetrieb Märkisch-Oderland (EMO) haben den für das Jahr 2020 kalkulierten Abfallgebühren geschlossen zugestimmt. Zwar muss am 11. Dezember noch der Kreistag darüber befinden, doch die Zustimmung gilt als Formsache, zumal die Gebühren im Vergleich zu diesem Jahr sinken sollen. Erst nach dem Kreistagsbeschluss wird die entsprechende Satzung und Gebührenübersicht auch auf der Internetseite des Entsorgungsbetriebs zu finden sein, sagt EMO-Leiterin Angela Friesse.

Prognose für 2021 nicht möglich

Die Grundgebühr für die Abfall­entsorgung beträgt 2020 pro im Haushalt lebender Person 1,33 Euro je Kalendermonat, nachdem sie in den beiden Vorjahren bei 1,37 lag. Für saisongenutzte Grundstücke sinkt sie von 0,69 Euro auf 0,67 Euro pro Person und Monat. Auch die Leerungsgebühren sinken, zum Beispiel bei der 80-Liter-Tonne von 1,88 auf 1,46 Euro und beim 120-Liter-Behälter von 2,82 auf 2,19 Euro. Noch vor zwei Jahren mussten für letztgenannte Tonne 3,13 Euro pro Leerung bezahlt werden.

Möglich sind die Gebührensenkungen durch die Überschüsse, die der Entsorgungsbetrieb im Geschäftsjahr 2018 erzielt hat. Laut Jahresabschluss, den der Kreistag im Oktober einstimmig bestätigte,  konnte der EMO 2018 einen Gewinn von fast 130 000 Euro verbuchen. Dieses Ergebnis fließt wie immer in die Gebührenkalkulation für das übernächste Jahr ein. Insofern lasse sich auch noch nichts dazu sagen, ob diese Senkung ein Einmaleffekt sei oder sich 2021 möglicherweise fortsetze. Für die Gebührenkalkulation 2021 ist der Jahresabschluss 2019 maßgeblich, der im Februar 2020 erstellt wird. "Wir wissen jetzt nicht, wie dieser ausfällt, insofern wäre das Kaffeesatzleserei", sagte Angela Friesse im Werksausschuss. Auf die Frage aus dem Gremium, ob der EMO bei den Grundgebühren beispielsweise Kinder ausschließen könnte, um sie sozialverträglicher zu gestalten, sagte sie, dass darüber bereits nachgedacht worden sei, auch für ältere Menschen, die weniger Müll produzierten, es aber am Datenschutz scheitere. "Da fehlt uns der Zugang. Außer der Anschrift und den Namen der Kunden erhalten wir keine Informationen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir mehr Daten bekommen, um die Abfallgebühren zu erheben."

Eine positive Bilanz zog Angela Friesse zur Einführung der Bio­tonne im Landkreis, die auf Freiwilligenbasis ab dem 1. Juni 2019 verteilt wurde. "Wir sind überrascht über den Ansturm auf diese Tonne, haben mehr aufgestellt, als wir im Vorfeld gedacht haben", sagt sie. Vor allem im Speckgürtel werde die Tonne sehr gut angenommen, in den östlichen Gebieten des Kreises "verlief es erwartungsgemäß ruhiger". Grundlage für die Einführung war ein Modellversuch, der ergeben hatte, dass es in den dichter besiedelten Gebieten mehr Bedarf für die Tonne gibt. Grundstückseigentümer im Altkreis Strausberg bekamen die Tonne daher automatisch, wenn sie sich nicht aktiv abmeldeten. Im Altkreis Seelow hingegen mussten sie sich aktiv melden, wenn sie eine Tonne haben wollten.

"Im Herbst haben wir noch einmal einen Run auf die Tonne erlebt, einige Grundstückseigentümer ordern sie nach oder wollen die Behältergröße wechseln", sagt Angela Friesse. Abfallberater Andreas Graepel weist darauf hin, dass bereits dieses Jahr für jede Leerung der Biotonne eine Gebühr erhoben wird. Das sei nicht jedem Bürger klar. "Nur die Behälterwechselgebühr, die für jede Aufstellung, jeden Austausch und jede Rücknahme eines Abfallbehälters erhoben wird, entfällt für die Biotonne im Rahmen der Erstgestellung im Jahr 2019."

Auszug aus der Gebührensatzung

Die Grundgebühr beträgt 1,33 Euro/Monat pro Person im Haushalt (2019: 1,37 Euro); Wochenendgrundstücke 0,67 Euro (2019: 0,69 Euro;); Gewerbeabfälle 1,50 Euro/Monat je Abfallbehälter (2019: 1,52); Leerungsgebühr: 1,46 Euro (2019: 1,88) für 80-Liter-Tonne; 2,19 Euro (2019: 2,82) für 120 Liter; 4,38 Euro (2019: 5,63) für 240 Liter; Bioabfall: 1,19 Euro (2019: 1,43) für 80-Liter-Tonne; 1,78 Euro für 120 Liter (2,14) und 3,56 Euro (4,29) für 240-Liter-Tonne. Die Behälterwechselgebühr für Hausmüll, Papier und Bioabfall bleibt im Vergleich zu 2019 unverändert bei 11,71 Euro.   ⇥red

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