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In Altlandsberg hat der Sonderausschuss zum Oberschulcampus seine Arbeit aufgenommen und den ersten Fahrplan abgesteckt.

Schulcampus
Altlandsberg unter Zeitdruck

Symbolbild: Akten, Planung
Symbolbild: Akten, Planung © Foto: unbekannt
Thomas Berger / 22.11.2019, 17:00 Uhr
Altlandsberg Viel Zeit bleibt nicht. Das ist allen Beteiligten klar. Den Letzten spätestens, seit mehrere Redner den äußeren Druck in diesem Faktor bei der konstituierenden Sitzung des Zeitweiligen Ausschusses Schulcampus Mitte dieser Woche noch einmal ins Bewusstsein riefen. In rund einem Vierteljahr, so hieß es, müssen viele generelle Fragen geklärt sein, um die Planer, die nach dem Jahreswechsel mit zu den Sitzungen anwesend sein werden, mit den notwendigen Vorschlägen, Wünschen und Forderungen als Basis für deren Arbeit zu versorgen. Die Ausschreibung dieser Leistungen ist gerade erfolgt, wie Bürgermeister Arno Jaeschke und Ausschussvorsitzende Esther Drusche (SPD) der Runde mitteilten.

Wichtige Beschlüsse gefasst

Letztere, zu den gestandenen Kommunalpolitikern der Stadt zählend, verwies vor allem alle expliziten Neulinge in dem Gremium, an dem auch Vertreter aus Lehrer- und Schülerschaft der Stadtschule vertreten sind, noch einmal zur einführenden Lektüre auf die teils umfangreichen Anhänge zu den jüngst von den Stadtverordneten gefassten Beschlüssen. Da sei zum einen die Vorlage zur Flächennutzungsplanänderung von Mitte Oktober, unter dem gleichen Datum zudem die Abwägungen zu den Ergebnissen von Bürger- und Behördenbeteiligung sowie in der Folge die Billigung des 1. Entwurfs zum Bebauungsplan.

Aus dem vorbereitenden Workshop, den Stadtverordnetenversammlung und Bildungsausschuss veranstaltet hatten, waren 13 zentrale Punkte zur Abarbeitung herausgekommen. Dazu gehören Ganztagsschulbetrieb, Orientierung/Profil, Barierrefreiheit, der zu- und abfließende Verkehr, die Anbindung des Jugendclubs, Arbeitsmöglichkeiten für die Schulsozialarbeit, aber ebenso technische Ausstattung der Räume, die Frage nach einer Vollküche, Aspekte zu Energieeffizienz/Nachhaltigkeit, Raumklima oder die Sporthallennutzung durch Vereine.

Schnell wurde in der ersten Zusammenkunft deutlich, dass einiges davon sehr umfangreiche Punkte mit erweitertem Diskussionsbedarf sind. Nicht nur Detlef Börold (Linke) und Michael Töpfer (BSL/CDU) mahnten an, sich pro Sitzungstermin auf etwa drei solcher Schwerpunkte zu konzentrieren und Abschweifungen möglichst zu vermeiden. Mit der frühen Festlegung der Termine bis Ende des ersten Quartals 2020 – das sind 3. Dezember, 15. Januar, 17. Februar und 17. März, immer im Gutshaus um 18.30 Uhr – werden zudem zeitliche Pflöcke eingerammt.

Konzeptionshoheit der Schule

Die Kommunalpolitik dürfe in die Eigenorganisation und damit konzeptionelle Hoheit der Schule nicht eingreifen, hatte Esther Drusche gleich eingangs aus dem Schulgesetz zitiert. Dennoch bleibt die Notwendigkeit, über Punkte der grundsätzlichen Orientierung der wachsenden Stadtschule zu beraten. Schon in der kurzen Aussprache wurde auf das anerkannte gute Profil in Sachen Berufsorientierung verwiesen. Diesen und andere Eckpunkte soll Konrektor Uwe Zettelmann als Arbeitsauftrag noch einmal zusammenfassen und als Basis aus Schulsicht vortragen.

Der Bürgermeister riet dazu, sich auch beizeiten Gedanken in Sachen Essenversorgung zu machen. Verbunden mit dem Hinweis: "Alles, was wir über eine Ausgabeküche hinaus wollen, geht zu unseren Kosten als Stadt." Auch sonst gelte das Prinzip, dass vom Kreis nur das bezahlt werden, was gesetzlich als Standard vorgeschrieben sei, Sonderwünsche der Altlandsberger in jeglicher Hinsicht damit aus eigener Tasche finanziert werden müssten. Immerhin sei in Sachen sichere Schulwege schon einiges ohnehin in Bewegung bzw. im Haushaltsplan 2020 verankert. Das betreffe die Sanierung der Bollensdorfer Allee, die dann einen Fuß- und Radweg erhält, die Verlängerung des Radweges Fredersdorf-Nord bis Stadtgrenze Altlandsberg (Beginn ab Herbst 2020) mit der Möglichkeit, eine Anbindung bis direkt zur Schule zu schaffen.

Seitens eines der beiden Schüler im Ausschuss wurde noch einmal das Problem fehlender Radwege nach Wegendorf und schlechter Busverbindungen in dieser Richtung verwiesen. Hinsichtlich des "betriebsinternen Verkehrs" zwischen der in der Klosterstraße verbleibenden Schulleitung mit Sekretariat und dem neuen Campus gibt es erste Ideen zu Lösungen wie einem Dienst-E-Bike oder dergleichen. Mirko Prinz (A&O/FW) brachte ausdrücklich den zuvor nicht auf der Liste stehenden Punkt Schulschwimmhalle ins Gespräch.

Eckpunkte zum Projekt Oberschulcampus

Im Zuge der Debatte um ein neues Gymnasium, das nun in Strausberg entsteht, hatte Altlandsberg vom Landkreis die Zusage für eine Oberschule auf der Fläche am Bollensdorfer Weg mit Option Abiturstufe erhalten. Sechszügig laufen laut der Vorplanung die Klassenstufen 7 bis 10, die Gymnasiale Oberstufe später käme zweizügig dazu. Der Sportplatz nebenan existiert bereits, neu entstehen wird mit dem Schulgebäude wiederum noch eine Drei-Felder-Halle. Diese soll neben dem schuleigenen Bedarf auch für die Nutzung durch Vereine aus Stadt und Umland geöffnet werden, wie es im Ausschuss hieß.⇥bg

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