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Das Amt Oder-Welse und der Landkreis haben die Querelen um den Radweg bei Wendemark beigelegt. Doch jetzt könnten die Kosten explodieren.

Ausbau-Streit
Uckermark-Radweg mit Holper-Lücke

Hier endet der erste Bauabschnitt: Dahinter geht es holprig weiter. Die Zichower haben ihren Teil bereits ausgebaut.
Hier endet der erste Bauabschnitt: Dahinter geht es holprig weiter. Die Zichower haben ihren Teil bereits ausgebaut. © Foto: Oliver Voigt
Oliver Schwers / 23.11.2019, 06:45 Uhr - Aktualisiert 23.11.2019, 09:55
Passow (MOZ) Es hat Ewigkeiten gedauert: Nach unglaublich langen Verhandlungen, Verzögerungen und Querelen soll nun das letzte offene Teilstück des Uckermärkischen Radrundwegs doch noch gebaut werden. Es handelt sich um den heiß umstrittenen Abschnitt zwischen der Gemarkungsgrenze Zichow über Passow bis hinter Herrenhof. Um dieses Projekt zu starten, das seit Jahren auf Umsetzung wartet, hat die Gemeinde Passow jetzt einem öffentlich-rechtlichen Vertrag mit dem Landkreis Uckermark zugestimmt. Wann nun die ersten Firmen mit dem Bau beginnen, steht zwar noch in den Sternen, aber die Einigung nach so vielen Jahren ist ein erster Schritt dazu.

Hintergrund der Auseinandersetzung ist – wie so häufig – das Geld. Grundsätzlich werden 75 Prozent solcher Vorhaben gefördert. Der Landkreis zahlt noch einmal jeder Gemeinde, die Planung und Bau übernimmt, 12,5 Prozent der Gesamtkosten dazu, also die Hälfte des Eigenanteils.

Doch die Ortsdurchfahrt Wendemark als Bestandteil des Radwegs hat das Amt Oder-Welse bereits ausbauen lassen über eine Förderung. Den noch ausstehenden Uckermark-Anteil hat der Kreis zunächst zurückbehalten, will ihn nun aber in den nächsten beiden Bauabschnitten nachreichen. Der Abschnitt von Zichow bis zur Gemarkungsgrenze Wendemark ist ebenfalls längst realisiert worden, und zwar über das Amt Gramzow. Die nun verbliebene rund 1000 Meter lange Lücke soll 400 000 Euro kosten. Der zweite noch fehlende Teil des Radwegs vom Ortsausgang Wendemark bis zur Kreuzung des Weges Herrenhof/Landin verschlingt Schätzungen zufolge 1,2 Millionen Euro.

Die Einigung im Radwegestreit hat Kreisbaudezernent Karsten Stornowski erzielt. "Wir haben uns darüber sehr gefreut, dass das zustande gekommen ist", sagt der Passower Bürgermeister Silvio Moritz. Er geht davon aus, dass möglichst schnell die touristische Verbindung zustande kommt. Denn sie verknüpft die Radwege mit der Schiene über den Bahnhaltepunkt Passow/Wendemark. Doch nicht nur überregional ist der Radweg von Bedeutung. Auch innerhalb der Gemeinden des Amtes Oder-Welse wird eine bessere Erschließung gewünscht.

Nun treibt die Gemeindevertreter aber eine neue Sorge um: Die Planungen beruhen auf uralten Schätzungen und Berechnungen. Jeder weiß aber, dass die Baukosten mittlerweile explodiert sind. Muss Passow nach so langer Zeit nun doch wieder draufzahlen? "Wir gehen davon aus, dass die Gemeinde in die Planungen eingebunden wird", sagt Silvio Moritz. "Auf jeden Fall nehmen wir beim Ausbau die kostengünstigste Variante." Denn schon bei den bisherigen Schätzungen hatte das Dorf mit der Bereitstellung der Eigenmittel zu kämpfen. Damit dürfte auch der Streit um den Ausbaugrad ein Ende gefunden haben. Denn die Ortsdurchfahrt Wendemark ist in Pflasterbauweise ausgeführt. "Wir werden außerhalb vermutlich Asphalt verwenden", meint der Bürgermeister.

Überregionale Verbindung

Der Uckermärkische Radrundweg ist ein Rundkurs mit Stationen in Templin, Lychen, Angermünde, Schwedt und Prenzlau. Er stellt eine Verbindung zwischen dem Oder-Neiße-Radweg, dem Radfernweg Berlin-Usedom, Berlin-Kopenhagen sowie dem Mecklenburgischen Seen-Radweg dar.

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