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Fußball
"Noch bitterer geht nicht..."

Laufduell: der Neuruppiner Marcel Weckwerth (links) und Morten Jechow
Laufduell: der Neuruppiner Marcel Weckwerth (links) und Morten Jechow © Foto: Dirk Schaal
Dirk Schaal / 25.11.2019, 11:00 Uhr
Klosterfelde (MOZ) Ich bin ja nun schon eine ganze Weile im Geschäft, aber das Spiel steht ganz weit oben in der Liste der bitteren Momente im Fußball", sagte Unions Trainer Gerd Pröger nach der Partie.

In den beiden letzten Heimspielen hatte Union jeweils 1:5 gegen den MSV den Kürzeren gezogen. Das sollte sich ändern, waren sich Klosterfelder Trainer, Mannschaft und auch die Zuschauer einig.

Doch zunächst schien alles wieder in die alten Bahnen zu laufen. Anstoß Neuruppin, Klosterfelder lief ungestüm an – zu ungestüm. Ein langer Ball aus der MSV-Abwehr in den Lauf von Rafael Conrado Prudente, der ist schneller als der herauslaufende Union-Torhüter Dennis Tietz am Ball, umkurvt den Keeper und schiebt zum 1:0 für die Gäste nach nur 25 Sekunden ein. Auch in den Minuten danach hatte man das Gefühl, dass die Klosterfelder dem enormen Tempo des MSV nicht folgen konnten. Immer wieder schafften es die Neuruppiner mit langen Bällen vor dem Union-Tor für Gefahr zu sorgen.

Die Platzherren drehen auf

Nach etwa einer Viertelstunde änderte sich das Spiel grundlegend. Die Gastgeber übernahmen das Kommando auf dem Platz. Mit ruhigem Spielaufbau versuchten sie die Neuruppiner aus der Reserve zu locken, was auch immer besser klappte. Der emsige Raif Yaman stürmte in den Sechzehner der Gäste, legte auf den mitgelaufenen Morten Jechow auf die linke Seite ab. Der brachte die Flanke scharf und genau an den langen Pfosten, wo Lukas Bianchini den Ball zum Ausgleich über die Linie drückte (28.).

Die Platzherren hatten nun Blut geleckt und waren mit vielversprechenden Angriffsaktionen allein auf dem Platz. Ein Schuss von Steven Nowark (35.), Jechows 25-Meter-Hammer (38.) und Bianchinis Toraktion nach einem schnell ausgeführten Freistoß (40.) hatten in der Folge eins gemeinsam, sie führten nicht zum Torerfolg.

Gleich nach dem Wiederanpfiff musste Tietz mit Parade einen Kopfball von Yulian Radkov Vladimirov zur Ecke lenken (46.), das war es aber schon fast mit der Neuruppiner Herrlichkeit. Wenn der MSV in der Folge auffiel, dann durch ruppiges Spiel und gelben Karten – sechsmal Gelb und einmal Gelb-Rot. Union stach hervor durch das Auslassen von reichlichen Chancen. Bianchini klebte bei einigen Aktionen einfach das Pech an den Töppen und umgedreht hatte der MSV bei Aktionen von Yaman, Ehweiner und auch Nowark viel Glück. Doch es sollte für sie noch glücklicher kommen: Wie das Spiel begonnen hatte, so endete es auch. Ein langer Ball in die Klosterfelder Hälfte, Prudente allein und er versenkte das Leder am herausgelaufenen Tietz zum 2:1 (87.).

"Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, sie haben nie aufgegeben. Uns fehlt eben derzeit das Glück", resümierte Pröger sichtbar geschockt. Auch Raif Yaman war lange nach dem Abpfiff damit beschäftigt, das Spiel zu analysieren: "Mir fehlen einfach die Worte. Wir waren so gut. Noch bitterer geht nicht...", verabschiedete er sich in die mucksmäuschenstille Union-Kabine.

Aufstellung und Statistik

Klosterfelde: Dennis Tietz – Dennis Aerts, William Dittrich, Eric Rutzen, Tim Borchert – Morten Jechow, Felix Klaka, Jerome Ehweiner (90. Alexander Kraatz) – Raif Yaman, Lukas Bianchini, Steven NowarkSchiedsrichter: Stefan Lüth (Ludwigsfelde)Zuschauer: 275

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