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Großbrand
Vergiftetes Erdreich wird abgetragen

Giftige Brandreste sowie Löschmittel haben das Erdreich in der Trinkwasserschutzzone in Birkenwerder verunreinigt. Deshalb sollen jetzt mindestens 50 Zentimeter vergiftete Erde abgetragen und entsorgt werden.
Giftige Brandreste sowie Löschmittel haben das Erdreich in der Trinkwasserschutzzone in Birkenwerder verunreinigt. Deshalb sollen jetzt mindestens 50 Zentimeter vergiftete Erde abgetragen und entsorgt werden. © Foto: Jürgen Liebezeit
Jürgen Liebezeit / 26.11.2019, 17:33 Uhr - Aktualisiert 26.11.2019, 18:35
Birkenwerder (MOZ) Weil Gefahr in Verzug ist, hat die Gemeindeverwaltung von Birkenwerder jetzt bei der Beräumung und Säuberung des Bootslagerplatzes an der Havelstraße die Verantwortung als Grundstückseigentümerin übernommen. Mirko Smentek geht inzwischen davon aus, dass das Erdreich ausgetauscht werden muss, da es durch den Großbrand am 15. November zu erheblichen Verunreinigungen gekommen ist. Wie viel Erde tatsächlich abgetragen werden muss und wer die Kosten dafür trägt, steht dagegen noch nicht fest.

In dieser Woche soll die Beseitigung der ausgebrannten Bootswracks abgeschlossen werden. Weiter hat der Landkreis verfügt, besonders stark kontaminierte Bereiche vor Regenwasser zu schützen, damit die gefährlichen Stoffe nicht noch schneller ins Erdreich eindringen. Denn das Bootslager liegt in der Trinkwasserschutzzone für das Wasserwerk Stolpe. Bereits am Brandtag ist die Förderung auf der Havelinsel bis auf Weiteres gestoppt worden. Zu Versorgungsengpässen kommt es aber nach Angaben der zuständigen Berliner Wasserbetriebe nicht.

Vermutlich werden Teile des Geländes mit einem Zelt abgedeckt werden müssen, so Smentek. Folien seien nicht geeignet. Bürgermeister Stephan Zimniok hofft, auf die Zelte gar nicht erst zurückgreifen zu müssen. Er plant, das verunreinigte Erdreich möglichst schnell abzutragen.

Wer die Kosten für den Zeltschutz und den Erdaustausch auf dem ausgebrannten Bootslagerplatz übernimmt, ist nach Einschätzung von Mirko Smentek vom Liegenschaftsamt der Gemeinde noch offen. "Wir müssen das Ergebnis der kriminaltechnischen Untersuchungen abwarten". Die Kripo war fünf Tage nach dem Brand mit einem Sachverständigen vor Ort. Derzeit werden die Besitzer der Boote befragt. Wann die Ermittlungsergebnisse vorliegen, ist unklar.

Am 15. November sind mehr als 20 Boote durch ein Feuer zerstört worden. Bislang ist die Ursache unklar. Spekuliert wird über einen technischen Defekt an einem Batterieladegerät in einem der Boote. Die Höhe des Sachschadens ist derzeit noch nicht bekannt. Einige Mitglieder-Familien sind mehrfach betroffen. Teilweise haben sie alle ihre Boote verloren.

Welche Konsequenzen der Brand für die Existenz des Vereins hat, ist offen. Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 8. Dezember soll das weitere Vorgehen besprochen werden. Der Verein und Bürgermeister Stephan Zimniok haben zu Spenden aufgerufen, um das Vereinsleben aufrechterhalten zu können.

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