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Großbrand
Verein erfährt nach Brand im Bootslager viel Hilfe

Packen ein: Dirk und Hans-Jürgen Buchen helfen, die ausgebrannten Bootswracks abzudecken.
Packen ein: Dirk und Hans-Jürgen Buchen helfen, die ausgebrannten Bootswracks abzudecken. © Foto: Jürgen Liebezeit
Jürgen Liebezeit / 27.11.2019, 18:02 Uhr - Aktualisiert 27.11.2019, 18:13
Birkenwerder (MOZ) Eine Welle der Hilfsbereitschaft erreicht den Motorwassersportclub Birkenwerder nach dem verheerenden Großbrand im Winterlager am Hafen.

Bislang sind nach Angaben der Vereinsvorsitzenden Maria May 9 000 Euro an Spenden eingegangen. Sie betonte am Dienstagabend im Sozialausschuss, dass das Geld nicht an die betroffenen Bootseigentümer geht, sondern ausschließlich genutzt wird, um das Vereinsleben aufrecht zu erhalten und um das Gelände samt Lager wieder herstellen zu können. Auch die Gemeinde greift dem Verein finanziell unter die Arme. Der Sozialausschuss stimmte dem Vorschlag zu, noch nicht abgerufene Fördermittel zur Verfügung zu stellen. Dabei handelt es sich nach Angaben der Verwaltung um 14 500 Euro. Gut 30 Vereinsmitglieder, die die Sitzung im Rathaus verfolgten, dankten den Lokalpolitikern mit lautem Applaus.

Am Mittwoch trafen sich zahlreiche Mitglieder auf dem Vereinsgelände, um die Bootswracks und Brandstellen im Lager mit Folien abzudecken. Ein Nachbar und die Gemeinde stellten das Material zur Verfügung. So soll verhindert werden, dass bei Regen giftige Substanzen ins Erdreich eindringen. Das Areal liegt in einer Trinkwasserschutzzone. Zudem war eine Fachfirma vor Ort, um Bodenproben zu nehmen. Das vergiftete Erdreich muss mindestens einen halben Meter abgetragen werden. Die Verwaltung rechnen mit Kosten in Höhe von mindestens 200 000 Euro. Damit der Auftrag schnell ausgeführt werden kann, findet nächsten Dienstag eine Sondersitzung der Gemeindevertretung (18.15 Uhr, Rathaus) statt, um die außerplanmäßigen Mittel freizugeben.  Wann genau Bagger und Radlader anrücken können, hängt davon ab, wie und wann die ausgebrannten Wracks entsorgt werden können. Das wird zurzeit geprüft.

Die Ursache für den Großbrand, bei dem am 15. November 23 Boote zerstört und sieben Boote beschädigt wurden, steht immer noch nicht fest. Die Kripo ermittelt noch.

Solidarische Mitglieder

Tapfer stapfen Ingrid und Erwin Moyé am Mittwoch über den verbrannten Boden zu ihrer "Nordlicht". Man kann nur erahnen, wie schön das stattliche Segelschiff gewesen sein muss. "Wir haben es über Jahre selber ausgebaut", berichtet die Rentnerin, während ihr Mann verkohlte Balken und den Rest des Elf-Meter-Mastes zur Seite räumt. Jetzt kann der Stolz der Familie nur noch verschrottet werden. Die Familie Moyé ist stark betroffen von dem Brand im Bootslager des MC Birkenwerder. Nicht nur die "Nordlicht" wurde Opfer der Flammen. Auch ein Boot der Kinder verbrannte, das der Enkelin ist beschädigt worden.

Gegen solche Schäden ist kaum ein Bootsbesitzer versichert. Alle haben zwar eine Haftpflichtversicherung, um Fremdschäden abzudecken. Eine Kasko-Versicherung dagegen ist vielen zu teuer. "In drei Jahren könnte ich von den Beiträgen fast ein neues Boot kaufen", sagte ein Freizeit-Kapitän, der am Mittwoch beim Aufräumen hilft.

Die Solidarität im Verein, der 175 Mitglieder hat, ist in diesen Tagen noch größer. Jeder will den Betroffenen uneigennützig helfen und Trost spenden.

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