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Vereinswesen
Vereine teilen sich Areal

Beschlossen: Die beiden zerstrittenen Lindower Segelvereine sollen das Grundstück am Gudelacksee in Zukunft zu gleichen Teilen nutzen. Beendet ist die Debatte noch nicht. Viele Einzelheiten müssen vertraglich geregelt werden.
Beschlossen: Die beiden zerstrittenen Lindower Segelvereine sollen das Grundstück am Gudelacksee in Zukunft zu gleichen Teilen nutzen. Beendet ist die Debatte noch nicht. Viele Einzelheiten müssen vertraglich geregelt werden. © Foto: privat
Brian Kehnscherper / 30.11.2019, 09:00 Uhr
Lindow (MOZ) Die Lindower Regattasegler (LRS) sollen in Zukunft die große Halle auf dem Vereinsgelände am Gudelacksee nutzen. Der Segelclub Lindow (SCL) bekommt die kleine Halle samt Vereinstreff. Das haben die Lindower Stadtverordnetenfraktionen von CDU und FDP mit ihrer Mehrheit durchgesetzt. Die Details muss die Verwaltung nun vertraglich regeln.

Der SCL-Vorsitzende Rudi Mixdorf, der für die Grünen in der Stadtverordnetenversammlung sitzt, hatte bereits im Vorfeld der Sitzung davor gewarnt, dass sein Verein sich auflösen müsse, sollte er die große Halle nicht mehr nutzen dürfen. Nicht nur, dass die kleine Halle nicht genügend Platz für die Boote des Vereins bietet. Auch die Werkstatt und eine Starkstromwinde, mit der größere Boote über Gleise ins Wasser gelassen beziehungsweise wieder an Land gezogen werden, befinden sich in der Halle. Daher sei die Aufteilung des Areals auf zwei Vereine unmöglich. "Es wären Umbauten erforderlich, die so hohe Summen verschlingen würden, dass der Segelclub Lindow daran zugrunde gehen würde", warnte Mixdorf in einem Schreiben.

Schlussstrich unter Debatte

Bisher haben die LRS die kleine Halle als Untermieter des SCL genutzt, der Pächter des Geländes ist. Aufgrund des Streits zwischen den Vereinen ist der Vertrag seit 2016 immer nur für ein Jahr vergeben worden, um danach zu sehen, wie sich die Regelung bewährt hat. Mit ihrem Antrag, dass beide Vereine je eine Hälfte des Grundstücks gleichberechtigt nutzen sollen, wollten FDP und CDU einen Schlussstrich unter die Debatte ziehen und Gleichberechtigung schaffen. Der Grünen-Stadtverordnete Gert Wegner, ebenfalls Mitglied im SCL, zeigte sich irritiert, weil die Regattasegler noch im August signalisiert hätten, dass sie auf einem Privatgrundstück am Gudelacksee, dem sogenannten Forsthaus, ein eigenes Grundstück bauen dürften. Amtsdirektor Danilo Lieske sagte jedoch, dass nach Auskunft von Ostprignitz-Ruppins Baudezernenten Werner Nüse ein Sondergebiet Segelsport ausgewiesen werden müsste. Die entsprechenden planungsrechtlichen Änderungen würden jedoch etwa 50 000 Euro kosten. "Die Regattasegler wollen diese Kosten nicht tragen", so Lieske.

Diskussion nicht erwünscht

CDU und SPD wollten eine Diskussion zu dem Thema nicht zulassen. "Wir haben etliche Sitzungen dazu gehabt. Es ist jedes Jahr dassselbe", sagte der Christdemokrat Dieter Eipel. Und der FDPler Bert Groche sagte, dass es ihm widerstrebe, in eine größere Diskussion zu gehen, da sich in der Vergangenheit ausführlich über die Angelegenheit ausgetauscht worden sei. Groche behauptete zudem fälschlicherweise, dass laut Geschäftsordnung jeder Stadtverordnete zu einem Tagesordnungspunkt nur drei Fragen stellen dürfte und Wegner dies mit seiner ersten Wortmeldung bereits getan habe. Auf Antrag von Juliane Peiser wurde die Diskussion schließlich beendet und über die Anträge abgestimmt.

Frage der Befangenheit

Für Verwunderung im Publikum sorgte bereits im Vorfeld, dass lediglich Rudi Mixdorf als befangen erklärt wurde und nicht an der Abstimmung teilnehmen durfte. Schließlich sind auch andere Abgeordnete privat mit den beiden Segelvereinen verbandelt. Gert Wegner ist Mixdorfs Vater und Mitglied im SCL. Bert Groche indes ist der Bruder des LRS-Vorsitzenden Tony Groche und Bürgermeister Udo Rönnefahrt der Schwager von Bert Groche. Amtsdirektor Lieske versicherte jedoch, dass die Verwaltung im Vorfeld die rechtlichen Fragen zur Befangenheit genauestens geprüft habe, und zu dem Ergebnis gekommen sei, dass nur Mixdorf von der Abstimmung auszuschließen sei.

Die Forderung von Gert Wegner, dass noch Details geklärt werden müssten, wenn die Stadtverordneten schon wollten, dass das Grundstück unter den beiden Vereinen aufgeteilt wird, blieb ungehört. Laut Lieske ist das aber nun Aufgabe der Verwaltung. "Es ist erstmal nur ein Grundsatzbeschluss, der nicht bis auf den Quadratmeter geregelt ist. Die Verwaltung muss nun einen Vertragsentwurf erarbeiten. Wir können Vorschläge unterbreiten. Die Details müssen dann noch einmal in der Stadtverordnetenversammlung besprochen werden."

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