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Polizei
Autofahrer eiskalt erwischt

Das mag keiner: Am Dienstagmorgen mussten viele Autofahrer die vereiste Frontscheibe ihres Pkw freikratzen.
Das mag keiner: Am Dienstagmorgen mussten viele Autofahrer die vereiste Frontscheibe ihres Pkw freikratzen. © Foto: Z1022 Patrick Pleul
Janet Neiser / 03.12.2019, 21:00 Uhr - Aktualisiert 04.12.2019, 08:05
Eisenhüttenstadt (MOZ) Erst gab es in der Nacht zu Dienstag Schneeregen – aber da zeigte das Thermometer noch Plusgrade an. Doch nach Mitternacht zogen die Temperaturen an. Plötzlich waren es minus zwei oder drei Grad Celsius. Wer sein Auto nicht abgedeckt hatte, musste am Morgen definitiv kratzen. Die Feuchtigkeit war aber nicht nur auf den Autoscheiben gefroren, sondern auch auf der Straße. Und so kam, was jedes Jahr kommt, wenn der Frost zuschlägt: Es gab einige Unfälle.

Polizei rief Winterdienst

Die Polizeidirektion Ost hat am Dienstagmorgen allein im Bereich der Bundesstraße.112 zwischen Lossow und Bresinchen vier wetterbedingte Unfälle gezählt. "Sechs Autos waren beteiligt", erklärt Polizeikommissar Till-Justus Hille. "Verletzte gab es zum Glück nicht." Der Sachschaden wurde in einer ersten Schätzung mit etwa 13.000 Euro beziffert.

Zwei Glätte-Unfälle wurden zwischen Lossow und Brieskow-Finkenheerd gemeldet, einer zwischen Ziltendorf und Pohlitz und ein weiterer zwischen Bresinchen und Steinsdorf. Auch in Märkisch-Oderland habe es mehrere Unfälle gegeben, berichtet der Pressesprecher der Polizei und erklärt, dass man teilweise den Rettungswagen und eigenen Kollegen mit auf den Weg gab, bitte vorsichtig zu fahren, weil es mancherorts spiegelglatt gewesen sei. "Wir haben zur Gefahrenabwehr sogar die Straßenmeistereien informiert, wenn es an bestimmten Stellen besonders schlimm war."

Auch die Straßenmeisterei im Bereich Eisenhüttenstadt war am Dienstagmorgen im Einsatz, genau wie die Stadtwirtschaft. Am Dienstagnachmittag wurden dann die Schichten für die kommenden Tage besprochen.

Ob einige der Unfallbeteiligten am Dienstag noch auf Sommerreifen unterwegs waren, das kann Till-Justus Hille nicht sagen. Er weiß aber, dass es im Winter einiges kosten kann, wenn man bei Schnee, Eis, Reif oder Matsch mit nicht passender Bereifung fährt. Allerdings gilt in Deutschland tatsächlich nur eine Winterreifenpflicht, wenn die Wetterverhältnisse diese Extra-Bereifung verlangen. Ist es trocken, aber minus 10 Grad kalt, passiert bei einer Verkehrskontrolle recht wenig, selbst wenn noch Sommerreifen draufgezogen sind. Aber sobald es schneit oder glatt ist, wird bei einer Kontrolle ein Bußgeld fällig. Ein Blick in den Bußgeldkatalog bestätigt: Tritt der wetterbedingte Fall ein, dass die Winterreifenpflicht gilt, hat das Fahren mit Sommerreifen ein Bußgeld von mindestens 60 Euro zur Folge. Behindert das Auto den Verkehr erhöht sich dieses Bußgeld auf 80 Euro, bei Gefährdung oder Unfall sind 100 Euro fällig. Zudem gibt es jeweils einen Punkt in Flensburg. Und die Versicherung dürfte auch streiken, wenn jemand im Winter einen Unfall mit Sommerreifen baut.

Dennoch waren auch am Dienstag noch einige Autofahrer mit Sommergummis unterwegs. "Am Morgen kamen einige zu uns gerutscht", berichtet Kai Freitag, Chef vom Car Center Eisenhüttenstadt. Plötzlich mussten es auch bei ihnen ganz schnell Winterreifen sein. "Einige kommen immer auf den letzten Drücker", sagt er.

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