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Pinnower Gemeindevertretung will eine tragbare Verwaltungsstruktur ohne Amt schaffen.

Verwaltungsstruktur
Gemeinde auf der Suche nach dem eigenen Weg

Wollen einen Weg für Pinnow: die Mitglieder der Gemeindevertretung Walter Kotzian, Andreas Sommerschuh Gerd Podschadel, Alexandra Pazdyka (v. l.) und ihre Amtskollegen
Wollen einen Weg für Pinnow: die Mitglieder der Gemeindevertretung Walter Kotzian, Andreas Sommerschuh Gerd Podschadel, Alexandra Pazdyka (v. l.) und ihre Amtskollegen © Foto: Kerstin Unger
Kerstin Unger / 04.12.2019, 06:00 Uhr
Pinnow (MOZ) Seit dem genehmigten Wechsel der Gemeinde Schöneberg nach Schwedt durch das brandenburgische Innenministerium rumort es im Amt Oder-Welse. Ob die eingereichte Klage des Amtes bestehen bleibt, wird sich im Amtsausschuss am Donnerstag entscheiden. Nach einer ersten Abstimmung hatte die knappe Mehrheit gegen die Amtsklage gestimmt. Nach einer zweiten Informationsveranstaltung mit dem Anwalt, der dazu riet, der Klage nicht entgegenzuwirken, soll noch einmal darüber abgestimmt werden.

Während man sich seit der Entscheidung Schönebergs über den Amtsaustritt in den anderen vier Gemeinden einig war, gemeinsam um den Erhalt der kommunalen Selbstverwaltung zu kämpfen, sucht jetzt scheinbar jeder die beste Lösung für sich.

Die Gemeindevertretung Pinnow hat das Gefühl, dass sich niemand mehr an Absprachen hält. Ein Schreiben an andere Gemeindevertreter sollte ein Zeichen setzten, die Karten auf den Tisch zu legen. Was die Pinnower wollen, erklärten am Montagabend neben dem ehrenamtlichen Bürgermeister Walter Kotzian und dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Gerd Podschadel auch Andreas Sommerschuh und Sebastian Fritz im Namen ihrer Pinnower Amtskollegen gegenüber dieser Zeitung.

Ziel ist Selbstverwaltung

"Wir wollen die Politik auch künftig gestalten. Dazu gehört die kommunale Selbstverwaltung", sagt der Bürgermeister. Im Oktober habe die Gemeindevertretung in einer internen Beratung beschlossen, den Amtsdirektor zu beauftragen eine zukunftsträchtige Verwaltungsstruktur zu finden. Die könne auch in einer Alternative zum Amt Oder-Welse liegen, zum Beispiel in einer Großgemeinde. "Wir müssen nach vorne schauen", erklärt Andreas Sommerschuh. "Es geht um unsere Gemeinde, für die wir gewählt sind", ergänzt Gerd Podschadel.

Alle Verwaltungen suchen Leute. Man befürchtet, dass die guten Leute aus der Amtsverwaltung weggehen. "Die Nerven liegen blank. Jeder Mitarbeiter hat Verpflichtungen. Am Job hängen Existenzen und Familien. Die Entwicklung muss weitergehen", so Walter Kotzian. Man müsse dafür sorgen, dass die Schule und Kita erhalten bleiben. Dafür sei eine finanzielle Ausstattung nötig. "Wir haben einen Eid abgelegt, Schaden von der Gemeinde abzuwenden", betont der Bürgermeister.

Zwei Monate habe man verschenkt, sagen die Pinnower. Jetzt müsse man sehen, in welcher Größenordnung die Gemeinde weiter lebensfähig ist, unabhängig davon, was andere machen. "Wenn andere Gemeinden mitmachen wollen, sind sie eingeladen", erklärt Gerd Podschadel.

Die Gemeindevertretung Mark Landin hält vorerst an dem Beschluss fest, alles für den Erhalt des Amtes Oder-Welse zu tun. Es ist nicht gut, wenn es zerfällt.  Wir warten auf eine Entscheidung von höherer Instanz", sagt Verena Siewert, stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde und Ortsvorsteherin Landins. "Wir haben einen neuen Minister, der sich mit der Thematik beschäftigen wird." Erst sollen jetzt die ihre Arbeit machen, die in der Hierarchie höher stehen, meint sie. "Wenn man sich mit Plan B beschäftigt, gibt man zu schnell den Plan A auf", erklärt Verena Siewert. "Einen anderen Weg gibt es dann immer noch."

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