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Pestizidfreie Kommune: Beschluss vertagt

Pestizide: Viele Mittel, die zur Bewirtschaftung von Grünflächen eingesetzt werden, sind schädlich für die Gesundheit.
Pestizide: Viele Mittel, die zur Bewirtschaftung von Grünflächen eingesetzt werden, sind schädlich für die Gesundheit. © Foto: dpa/Bodo Marks
Matthias Henke / 04.12.2019, 07:00 Uhr
Großwoltersdorf (MOZ) Es wäre ein weitreichender Beschluss gewesen, der da auf der Tagesordnung des Rates stand. Doch erst einmal wurde er nicht gefasst. Selbst eine Diskussion dazu gab es nicht.

Gleich zu Beginn der Sitzung beantragte Gemeindevertreter Andreas Ott (WG Großwoltersdorf), den Punkt von der Tagesordnung zu streichen. Im Großwoltersdorfer Ortsbeirat, dem Ott vorsteht und der erst eine Stunde vor der Gemeindevertreterversammlung getagt hatte, gebe es noch Abstimmungsbedarf. So wie das Papier vorliege, sei es jedenfalls nicht zustimmungsfähig, machte Ott deutlich. "Wir sind uns uneins im Ortsbeirat. Wir bitten daher, das Thema erst in der nächsten Sitzung zu beraten. Wir sollten auch noch einmal darüber reden, wie wir den Antrag einbringen", sagte er. Dem Antrag folgten die Ratsmitglieder mehrheitlich. Markus Hofmann (WG Frischer Wind) und die Bündnisgrüne Ines Alkewitz, die die Vorlage eingebracht hatte, stimmten dagegen. Ingrid Hüchtker, Sprecherin der Grünen, wollte es dann in der Einwohnerfragestunde dennoch nicht versäumen, den Rat darin zu bestärken, sich letztlich doch für die Annahme der Vorlage zu entscheiden. Initiativen auf Landes-, Bundesebene oder EU-Ebene, etwa in Sachen Glyphosatverbot, seien noch nicht soweit gediehen, als dass eine Gemeinde sich darauf verlassen könne, stehe sie solchen Mitteln ebenfalls kritisch gegenüber.

Verbote und Anregungen

Was aber sollte mit der Vorlage erreicht werden? Zum einen sollten auf allen kommunalen Flächen und Wegen keine synthetischen Pestizide und Düngemittel mehr eingesetzt werden, explizit genannt wird in der Vorlage Glyphosat. Private Dienstleister, die im Auftrag der Gemeinde die Pflege öffentlicher Flächen übernehmen, sollten zum Verzicht ebenfalls verpflichtet werden. Bei der Verpachtung kommunaler Flächen würde das Verbot auch im Vertrag verankert. In einem Punkt sollte gar so weit gegangen werden, dass erklärt wurde, die Kirche verpflichte sich durch den Beschluss der Gemeindevertreter ebenfalls, die Anwendung von Pestiziden zu verbieten.

Weitere Forderungen betrafen das Initiieren bienenfreundlicher Projekte und eine Wiesenmahd nach ökologischen Gesichtspunkten. Einwohner seien ebenfalls für das Thema zu sensibilisieren.

Neben Gesundheits- und Artenschutzaspekten wurde als Begründung ins Feld geführt, dass der Ruf der Kommune positiv gefördert und sie für naturnahen Tourismus und Ausflugsverkehr attraktiver würde.

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