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Bildungskampagne
Energievision 2050 klärt an Albert-Schweitzer-Oberschule über Klimawandel auf

Michael Heider / 04.12.2019, 07:15 Uhr
Beeskow (MOZ) Wer denn heute schon Energie verbraucht habe, wollte Björn Wiele von den knapp 80 Siebtklässlern wissen, die sich in der Aula der Albert-Schweizer-Oberschule versammelt hatten. Rasch wurden die Hände in die Höhe gestreckt. "Beim Zähneputzen mit der elektrischen Zahnbürste", lautete eine Antwort. Prompt schloss sich eine Mitschülerin an: "Beim Ladegerät am Handy."  Auch bei der Frage, wer denn Kohlenstoffdioxid kenne, blieben nur wenige Finger unten. Wo der Zusammenhang zwischen Energieverbrauch und dem Ausstoßen von Treibhausgasen besteht und welche Auswirkungen dies für die Umwelt hat, war schließlich Inhalt der Bildungskampagne Energievision 2050.

Seit einem Jahr reist Wiele zusammen mit seinem Kollegen Stefan Simonis mit der Kampagne nun schon durch deutsche Schulen. Gestern machten sie Halt in Beeskow. Projektträger ist der Hamburger Verein "Die Multivision". Im Zentrum steht dabei die Frage, wie Deutschland es schaffen kann, seine Treibhausgasemissionen bis 2050 um 95 Prozent gegenüber dem Niveau des Jahres 1990 zu senken. "Man muss die Schüler dort abholen, wo sie stehen", erklärt Politikwissenschaftler Wiele. Mit Hilfe von Filmen und Präsentationen sollen sie über die Herausforderungen aufgeklärt werden, vor denen unsere Umwelt steht. Altersgerecht werden sie über grundlegende Fakten informiert und bekommen Zusammenhänge erläutert. Darüber hinaus werden sie animiert, über Ideen und Lösungen für eine nachhaltige Zukunft, zu diskutieren.

Zusammenhänge erläutern

Der Film, der den verschiedenen Oberschul-Jahrgängen vorgeführt wurde, klärte in eingängiger Weise über die zu Grunde liegenden Mechanismen des Klimawandels auf,  beschrieb dessen Auswirkungen und zeigte mögliche Lösungsansätze auf. So kam etwa eine junge Forscherin zu Wort, die an Batterien arbeitet, die Energie effizienter speichern können. Eine Aktivisten von "Plant for the Planet" warb für das Ziel ihrer Organisation, über das Pflanzen von Bäumen, möglichst viel Kohlenstoffdioxid zu reduzieren. Beispiele, die anregen sollten. Das Fazit des Film war schließlich eindringlich: "Wir müssen alle unsere Lebensgewohnheiten überdenken. So kann es nicht weitergehen."

Eine Sichtweise, die auch Bürgermeister Frank Steffen vertrat. Er eröffnete die Veranstaltungsreihe und gab den Schülern zu verstehen: "Klimaschutz fängt immer bei uns selbst an." Zudem betonte er die Bedeutung des Klimaschutzes für die Beeskower Stadtverwaltung. Im Anschluss überreichte er einen symbolischen Scheck über 1372 Euro an Multivisions-Mitarbeiter Stefan Simonis. Mit dieser Summe beteiligte sich die Stadt an der Umsetzung der Bildungskampagne an Beeskower Schulen.

Unter dem Motto "Klimaschutz ist Teamarbeit", stellte der Energiebeauftragte der Stadt, Michael Müller, außerdem noch eine Reihe von energiepolitischen Maßnahmen vor, welche in Beeskow bereits Umsetzung fanden. Zudem wies er das Ziel aus, den jährlichen CO2-Fußabdruck von momentan 6,4 Tonnen pro Einwohner bis zum Jahr 2050 auf 3 Tonnen reduzieren zu wollen.

Mitgebrachte Insektensnacks

Im Frageteil am Ende stand noch das Thema Ernährung hoch im Kurs. Hier vor allem der Zusammenhang von Fleischkonsum und Energieverbrauch. Besondere Aufmerksamkeit erhielt Moderator Wielke bei der Frage, ob man sich denn vorstellen könne, Insekten anstelle von Fleisch auf den Speiseplan zu setzen. Schließlich seien diese wesentlich umweltfreundlichere Proteinlieferanten.

Zwar hielt sich die Begeisterung zunächst noch in Grenzen, ein paar wenige trauten sich dann aber sogar, mitgebrachte Insektensnacks zu probieren. "Letztlich ist es nur eine Frage der Gewohnheit", befand Björn Wiele.

Auch heute wird die Energievision 2050 Beeskower Schülern nochmal vorgestellt. Im Schützenhaus diskutieren Klassen des Rouanet-Gymnasiums ein über Wege in eine emissionsfreie Zukunft.

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