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Fridays for Future in Falkensee
Klimagerechtigkeit und ein Hallenbad

Der Demonstrationszug aus rund 100 Demonstranten wurde von der Polizei vom Bahnhof Falkensee zum Anger begleitet. Im Fokus stand auch der zur Entscheidung stehende Hallenbadbau.
Der Demonstrationszug aus rund 100 Demonstranten wurde von der Polizei vom Bahnhof Falkensee zum Anger begleitet. Im Fokus stand auch der zur Entscheidung stehende Hallenbadbau. © Foto: Silvia Passow
Silvia Passow / 04.12.2019, 12:41 Uhr
Falkensee Rund 100 Teilnehmer zählte die Friday-for-Future-Kundgebung in Falkensee am 29. November. Die Veranstaltung fand im Rahmen der weltweit stattfindenden Demonstrationen für mehr Klimaschutz statt. Dabei liefen längst nicht nur Jugendliche durch die Straßen der Stadt und verkündeten ihre Forderungen. Augenscheinlich waren die wenigsten Teilnehmer noch im schulpflichtigen Alter.

Unter den Demonstranten waren auch einige Kommunalpolitiker anzutreffen, u.a. Petra Budke und Martina Freisinger (beide B’90/Die Grünen), sowie Catharina Bockelmann (SPD). Neben den Forderungen für mehr Klimaschutz und Klimagerechtigkeit im Allgemeinen waren diesmal auch ganz konkrete, regionale Forderungen hörbar und sichtbar - zum Beipiel nach einem ökologischen Hallenbad und autofreier Innenstadt.

Christian Vogel ist von Anfang an dabei, der 18-Jährige ist Sprecher der Friday for Future Bewegung Falkensee und innerhalb de Bewegung bundesweit vernetzt. Auf seinem Schild ist ein Weihnachtswunsch lesbar: Kohleausstieg. Das Schild hat schon einige Demonstrationen hinter sich, was man ihm ansehen kann. Dass die Europäische Union (EU) den Klimanotstand ausgerufen hat, bewertet Vogel als gut und richtig. Nun müssten Taten folgen, die fossilen Energieträger schnellstens gegen Erneuerbare ausgetauscht werden. Vogel sagt, die EU plane sogar einen schnelleren Ausstieg aus den fossilen Energieträgern als Deutschland. Er ist gespannt, wie sich die Bundesregierung sich dazu verhalte. "Das abgelieferte Klimapäckchen der Bundesregierung ist uns zu wenig", sagt er. Zu seinen konkreten Vorstellungen für die Stadt Falkensee gehöre ein autofreies Zentrum, sagt er. Von mehr Aufenthaltsqualität würden alle Falkenseer, besonders die Einzelhändler, profitieren. Wie der Verkehr dann geleitet werden könnte, damit sollten sich Fachleute befassen, sagt Vogel. Kritisch sieht er die gegenwärtige Planung des Hallenbades. "Ein Hallenbad für Falkensee sollte ökologisch vertretbar sein", sagt er. Strom und Heizung sollten aus erneuerbaren Energiequellen gespeist werden.

Die Demonstration führt vom Bahnhof Falkensee zum Falkenhagener Anger. Am Dorfteich kann man sehen, welche Spuren der trockene Sommer hinterließ. Der Wasserstand ist deutlich zu niedrig, noch immer ist der Teich nicht aufgefüllt. Am Anger stoppt der Zug, in den Reden steht schnell wieder das geplante Hallenbad im Mittelpunkt. Zu wenig ökologisch sei der geplante Bau und schon jetzt sei der Naturschutz auf dem Gelände, auf welchem gebaut werden soll, nicht beachtet worden, sagte einer der Demonstranten. Einige kündigten an, ihre diesbezüglichen Fragen heute bei der Stadtverordnetenversammlung stellen zu wollen.

Der Beschluss zum Bau des Hallenbades ist Tagesordnungspunkt 15. Vorab hatte Bürgermeister Heiko Müller einen Brief mit seinen Argumenten für einen Hallenbadbau an die Stadtverordneten geschickt. Die Fraktion Grüne/Jugendliste, die mit Julia Concu auch die Vorsitzende der SVV stellt, machte vorab ihre Gründe für ein Nein zum Hallenbadbau öffentlich. Es dürfte eine spannende Diskussion geben, bevor die Entscheidung heute Abend fallen wird. Die Sitzung findet im Rathaussitzungssaal ab 18 Uhr statt.

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