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Fußball
Härtere Strafen im Kampf gegen Gewalt auf Sportplätzen

Diskussionsrunde: Robert Reinhardt (Schiedsrichteraus.) Toralf Reinhardt, Ron Jordan (KSB Barnim), Michael Reichert (FK), Frank Heinze (KSB Barnim) und Manfred Hick (KSB Oberhavel/v.l.)
Diskussionsrunde: Robert Reinhardt (Schiedsrichteraus.) Toralf Reinhardt, Ron Jordan (KSB Barnim), Michael Reichert (FK), Frank Heinze (KSB Barnim) und Manfred Hick (KSB Oberhavel/v.l.) © Foto: Britta Gallrein
Britta Gallrein / 05.12.2019, 11:00 Uhr
Eberswalde (MOZ) Schiedsrichter, die verbal beschimpft oder sogar körperlich bedroht werden. Spieler, die sich beleidigen. Pöbelnde Zuschauer. Immer wieder kommt es auf Fußballplätzen zu Aktionen, die mit dem berühmten "Fair Play" nicht mehr viel zu tun haben. Woran liegt das? Und was kann man dagegen tun? Diese Fragen stellte sich in dieser Woche der Kreissportbund Barnim.

Gesellschaftliches Problem

"Es sind in den letzten Wochen verschiedene Fälle durch die Presse gegangen, in denen sich Sportler nicht richtig verhalten haben. Wir wollten wissen, ob das eine subjektive Wahrnehmung ist oder ob es wirklich schlimmer geworden ist",  erklärte der zweite Vorsitzende des Kreissportbundes, Frank Heinze. Kurzerhand lud der KSB Vertreter des Fußballkreises Oberhavel/Barnim, des Kreissportbundes Oberhavel und Vertreter der Schiedsrichter zu einer Diskussionsrunde ein. Anschließend gab es eine Pressekonferenz.

"Das Ganze ist ein gesellschaftliches Problem", analysierte der Vorsitzende des Fußballkreises Michael Reichert. "Die Menschen haben einfach weniger Respekt. Das zeigt sich im Umgang zum Beispiel ja auch mit der Polizei, aber eben auch auf dem Fußballplatz. Es mangelt an Respekt gegenüber dem eigenen Trainer, den Gegenspielern, aber eben auch den Schiedsrichtern." "Das sieht man ja auch schon daran, wie die Leute gekleidet sind", merkte Manfred Hick vom Kreissportbund Oberhavel an. "Früher ging man in Schlips und Kragen auf den Fußballplatz und heute...?" Dennoch, betonte Reichert, sei man im Fußballkreis noch sehr weit von "Berliner Verhältnissen" entfernt, die dort die Schiedsrichter jüngst ein Wochenende streiken ließen. "Wir haben hier die Probleme zum Glück nur in Einzelfällen. Und wir arbeiten seit Jahren daran, dass sie nicht Überhand nehmen."

Eine weitere Maßnahme sei eine gute Kooperation mit der Polizei, erklärte Toralf Reinhardt, im Kreissportbund für Öffentlichkeitsarbeit zuständig und im Berufsleben bei der Kriminalpolizei. "Wir sind stolz auf die gute Zusammenarbeit mit dem Fußballkreis. Wir haben ein großes Interesse an Prävention, schulen auf Anfrage Schiedsrichter und entsenden bei Gefahrenquellen Polizei zu bestimmten Spielen."

Eine weitere Maßnahme gegen Gewalt auf Sportplätzen sei eine Ordnerschulung, die der Fußballkreis im Winter durchführen werde und die verpflichtend für die Vereine ist. "Da wird unter anderem geklärt, welche Rechte und Pflichten Ordner haben", kündigt Reichert an.

Auch Bekanntmachungen der Strafen seien angedacht. "Wir wollen ja gerade, dass die Presse auch darüber berichtet, wenn jemand dann eine Strafe bekommt, weil wir da eine abschreckende Wirkung sehen", so Michael Reichert.

Weiterhin soll die Ausbildung von Schiedsrichtern und Trainern verbessert werden. "Unsere Trainer werden sechs Stunden über den Umgang mit Schiedsrichtern geschult", betonte Reichert. "Die Trainer sollen mehr Verständnis für die Unparteiischen bekommen."

Und auch die Schiedsrichter lernten im Zuge ihrer Ausbildung, wie man deeskalierend einwirke, konnte Robert Reinhardt, Vorsitzender des Schiedsrichterausschusses berichten. Wie gut das jeder hinbekommt, wird mindestens einmal im Jahr überprüft – bei der Schiedsrichterbeobachtung. Dafür habe man das Budget gerade verdoppelt.

Bundesliga als Vorbild

Einig waren sich alle darin, dass besonders die Vorbildfunktion wichtig sei. Wenn man im Fernsehen sehe, wie in der Fußball-Bundesliga David Abraham Freiburg-Trainer Christian Streich umrempele, habe das eine fatale Signalwirkung für den Kreisfußball. "Im Bundesliga-Bereich wird es vorgemacht und dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis es im Dorf ankommt. Das geht ja schon bei der Diskutiererei mit den Schiedsrichtern los. Das gibt es nur beim Fußball", bedauerte der Vositzende des KSB Barnim, Ronald Kühn.

Der deutsche Fußballbund (DFB) müsse außerdem seine Strafen überdenken, waren sich die Anwesenden einig. "Das Problem muss von oben herab angegangen werden", so Ron Jordan.

Was man auf Kreisebene tun kann:

Maßnahmen gegen Gewalt auf Fußballplätzen:

- Schulungen von Trainern, Ordnern und Schiedsrichtern- Kooperation mit der Polizei bei Brisanzspielen- Schnelle Urteile und Bekanntmachung der Strafen

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