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Reaktivierung des Bahnhofs
Gespräch mit Staatssekretär Rainer Genilke in Ketzin

Staatssekretär Rainer Genilke, Ludolf Kerkeling, Vorstand der Havelländischen Eisenbahn, Bürgermeister Bernd Lück und Landrat Roger Lewandowski /v.li.) beim Vororttermin am Donnerstag auf dem Ketziner Bahnhof.
Staatssekretär Rainer Genilke, Ludolf Kerkeling, Vorstand der Havelländischen Eisenbahn, Bürgermeister Bernd Lück und Landrat Roger Lewandowski /v.li.) beim Vororttermin am Donnerstag auf dem Ketziner Bahnhof. © Foto: Wolfgang Balzer
Wolfgang Balzer / 06.12.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 06.12.2019, 11:51
Ketzin/Havel 1963 wurde der Personenverkehr von Ketzin/Havel nach Nauen auf der 1893 eingeweihten Strecke eingestellt. Nun sollen der Bahnhof und die Strecke nach Wustermark wiederbelebt werden. Dazu trafen sich am Donnerstag Rainer Genilke (CDU), Staatssekretär im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, Landrat Roger Lewandowski (CDU), Ludolf Kerkeling, Vorstand der Havelländischen Eisenbahn, und Bürgermeister Bernd Lück (FDP) zu einem Vorortgespräch.

"Wir brauchen künftig den Bahnverkehr, denn Ketzin/Havel wird mit den beiden neuen Wohngebieten Baumschulwiese und Zuckerfabrik etwa 2.000 Neubürger haben, von denen voraussichtlich ein großer Teil zur Arbeit pendeln wird", erläuterte Lück die Situation in der Havelstadt. Wie Roger Lewandowski ergänzte, kommen die fast 600 Mitarbeiter der beiden Gewerbestandorte Mosolf und Hermes hinzu, für die es einen Haltepunkt direkt in der Nähe ihrer Arbeitsstellen geben könnte.

Ludolf Kerkeling überreichte dem Staatssekretär eine ausführliche Machbarkeitsstudie für die eventuelle Regionalbahn RB 32, wie sie künftig heißen soll, einschließlich eines möglichen Fahrplanes, der die Anschlussmöglichkeiten in Wustermark nach Potsdam und Berlin berücksichtigt und einen stündlichen Takt von den frühen Morgenstunden bis gegen 23 Uhr ausweist. So wären die Pendler in rund 50 Minuten am Hauptbahnhof.

Auf die Frage des Staatssekretärs nach der Elektrifizierung der reaktivierten Bahnstrecke mit den 15 Bahnkilometern erläuterte der Landrat eine mögliche Umwelt und Natur schonende innovative Lösung. "Hier auf der Nauener Platte wird zeitweilig mit den Windenergieanlagen mehr Strom erzeugt, als eingespeist werden kann. Es wäre eine große Chance, diese Energie für die möglicherweise mit Energiespeicher betriebene Bahn zu nutzen" informierte der Landrat. Lück verwies ergänzend auf das in nur kurzer Entfernung in Vorbereitung befindliche Energiewendelabor von Eon, das entsprechende Speichermöglichkeiten untersuche.

Mit 15 Millionen Euro Kosten bezifferte Kerkeling die notwendige Erneuerung der Gleisanlagen bis Mosolf, der entsprechenden Bahnübergänge und der Eisenbahntechnik. Das könnten der Landkreis und die Havelländische Eisenbahn alleine nicht finanzieren, dafür brauche es entsprechende Förderung.

Staatssekretär Genilke konnte während dieses ersten Informationsgespräches verständlicherweise keine Zusagen machen, lobte aber, dass es bereits mit dem Gutachten eine gute belastbare Vorarbeit gebe und sagte zu, dass er das gemeinsame Anliegen von Landkreis, Stadt und Eisenbahn in seinem Hause prüfen lassen werde. Nach seiner ersten Bewertung mache das Projekt angesichts der voraussehbaren städtischen Entwicklung einen guten Eindruck. Auf jeden Fall müsse nach positivem Prüfungsausgang dann noch die Aufnahme in den Landesnahverkehrsplan erfolgen, so der Staatssekretär.

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