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Heimische Wirtschaft
Magenbitter aus Birkenwerder

42 Prozent hat der Magenbitter "Kujawische Magentropfen", den es in unterschiedlich großen Flaschen gibt.
42 Prozent hat der Magenbitter "Kujawische Magentropfen", den es in unterschiedlich großen Flaschen gibt. © Foto: Jürgen Liebezeit
Jürgen Liebezeit / 05.12.2019, 19:00 Uhr
Birkenwerder (MOZ) Ein ganz besonderer Tropfen machte auf dem Weihnachtsmarkt in Birkenwerder dem Glühwein starke Konkurrenz. Denn die Mitglieder des Geschichtsstübchens verkauften "Kujawische Magentropfen". Und das aus gutem Grund. Der Magenbitter wurde einst in Birkenwerder produziert. Die hochprozentige Spirituose ist sozusagen der Heimatschnaps aus Birkenwerder.

Durch Zufall ist Vera Paulick im Internet auf den Likör gestoßen, als sie für die Ausstellung "Vom Dorfkrug zum Restaurant" recherchierte. Die Hochzeit der Gastronomie in Birkenwerder war zwischen 1910 und 1935, als es etwa 33 Kneipen gab. Mittlerweile gibt es nur noch vier Restaurants, dazu kommen das Kaffeehaus, der Pub und Imbissläden. Zwischen 1934 und 1952 ist der Magenbitter in Birkenwerder hergestellt und wahrscheinlich auch ausgeschenkt worden.

Heute wird die Spirituose in kleinen Mengen nach dem Originalrezept in der Likörmanufaktur Alrich in Brüssow in der Uckermark produziert. Inhaber Stephan Becker beschreibt den Geschmack so: "Der Kujawische Magentropfen ist ein aromatischer, wuchtiger und scharfer Bitter, der nach Enzian, Ingwer, Pomeranze, Tonkabohne und verschiedenen Wurzeln schmeckt. Besonders zu empfehlen ist er für Genießer, die auch gerne Whisky mögen." Für Erika Schürhoff vom Geschichtsstübchen ist er eher "süßlich mit einer feinen Kräuternote". Es gibt ihn mit und ohne Zucker.

Bald soll es die "Kujawischen Magentropfen" wieder vor Ort zu kaufen geben. Details dazu wollte Vera Paulick aber noch nicht benennen. Solange die Modalitäten nicht geklärt sind, kann der Likör in der Manufaktur in der Uckermark bestellt oder bei Vera Paulick im Nähstübchen an der Clara-Zetkin-Straße gekauft werden. Ein Flasche mittlerer Größe (350 Milliliter) kostet 14 Euro. Die kleine Variante (50 Milliliter) ist für 3,50 Euro zu haben.

Als Mittel gegen Cholera entwickelt

Das Getränk ist laut Likörmanufaktur eine Kreation des Apothekers Ferdynand Gottlob Hoyer aus Hohensalza, Westpreußen (damals Inowrazlaw) von 1822, Es war als Arzneimittel gegen die Cholera gedacht.

Im Jahre 1953 wurden die Kujawschen Magentropfen vermutlich letztmalig von der VEB Leistikow KG in Birkenwerder hergestellt.

Seit zehn Jahren wird der "gesunde Tropfen" nun in der Uckermark wieder produziert.

Die erste Erwähnung in der Literatur nennt das Getränk "aqua vitae stomachica kujawica", was soviel bedeutet wie "Kujawisches Lebenswasser für den Magen".⇥zeit

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