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Weihnachtskonzert
Polizeiorchester spielt mit The Voice-Sänger Sebastian Stipp

Markus Kluge / 06.12.2019, 09:45 Uhr
Neuruppin (MOZ) Das Landespolizeiorchester Brandenburg hat mit seinem Weihnachtskonzert am Mittwochabend in der Neuruppiner Kulturkirche viele Erwartungen übertroffen. "Sie haben sich selbst getoppt", lobte am Ende Frank Storch, Leiter der Polizeidirektion Nord, das Orchester unter Leitung von Christian Köhler. Mittlerweile zum achten Mal fand das Konzert auf Einladung der Stadt Neuruppin und der Polizeidirektion Nord statt.

Im Unterschied zum Vorjahr hatte Köhler diesmal mit Eileen Manneck und Sebastian Stipp zwei Sänger dabei. Was dabei  nicht erwähnt wurde: Sebastian Stipp ist seit dem vergangenen Jahr einer der bekanntesten singenden Polizisten der Republik. Denn der Berliner Familienvater hatte sich an der TV-Show "The Voice of Germany" beteiligt. Mit seiner ganz eigenen Version des Poptitels "Du fängst mich ein" von Sänger Sasha begeisterte er nicht nur diesen, mit dem er vor laufenden Kameras im Duett sang. Weil sie mit Stipp zusammenarbeiten wollten, drehten sich für ihn auch Sänger Mark Forster sowie Smudo und Michi Beck von den Fantastischen Vier um. Mit Letzteren zog der Polizist auch bis in die Sing Offs, ein Vergleichswettbewerb mit anderen Show-Teilnehmern.

Unterstützung aus Berlin

"Sebastian hängt das nicht gern an die große Glocke", verriet Orchesterleiter Köhler nach dem Konzert. Im Unterschied zu allen anderen Musikern trug Stipp an diesem Abend den Berliner Bären auf seiner Uniform und nicht den Roten Adler, weil er Beamter in der Hauptstadt ist. Dort gibt es aber kein Landespolizeiorchester, weswegen Köhler sich umso mehr freut, dass Stipp für Auftritte mit den Brandenburger Kollegen freigestellt wird. "Es wäre frevelhaft, wenn man so viel Talent einfach liegen lassen würde", so der Orchesterchef. Bevor Stipp zur Polizei ging, hatte er auch Musical und Show studiert und war unter anderem Darsteller im Udo Lindenberg-Musical "Hinterm Horizont".

Das Konzert erlebten die rund 520 geladenen Zuhörer, zu denen zahlreiche Neuruppiner Ehrenamtler gehörten, bei freiem Eintritt. Der Abend wurde aber auch genutzt, um Spenden zu sammeln, die diesmal der Notfallseelsorge und dem Martin-Heinze-Fonds zugutekommen.

Die Ehrenamtler bei der Notfallseelsorge werden bei plötzlichen Todesfällen zuhause, beim Überbringen von Todesnachrichten gemeinsam mit der Polizei, bei Tod und schweren Verletzungen von Kindern, bei Unfällen, Bränden, bei Suizid oder Gewaltverbrechen zu Hilfe gerufen, um Betroffene zu betreuen. "Sie sind an unserer Seite und begleiten die Hinterbliebenen in der ersten schweren Phase", so Frank Storch.

Der Martin-Heinze-Fonds. ist nach dem ersten Polizisten des Landes Brandenburg benannt, der in der Nacht zum 20. August 1995 ermordet wurde. Mit den Erlösen aus dem Stiftungsfonds werden Hinterbliebene von Polizisten unterstützt aber auch Beamte, die im Einsatz erheblich verletzt wurden oder dienstunfähig sind. "Diese Hilfe passiert dann ganz schnell und unbürokratisch", sagte Direktions-Chef Storch. In Brandenburg sind seit 1990 vier Beamte ums Leben gekommen, zuletzt im Jahr 2017 zwei Beamte in Ost-Brandenburg, die von einem Gewaltverbrecher überfahren wurden. Angriffe auf Polizisten gibt es in Brandenburg mehr als 1 000 pro Jahr. Auch in Neuruppin kommt so etwas vor. Beispielsweise im August ist ein Polizist im Einsatz verletzt worden, als er eine gesuchte 17-Jährige ergreifen wollte, deren Begleiter dem Beamten aber in den Rücken sprang.

Das nächsteKonzert

Das Landespolizeiorchester Brandenburg ist das nächste Mal am Sonntag, 29. März in Neuruppin zu Gast. Ab 17 Uhr spielt es in der Kulturkirche mit der Musical-Sängerin Simone Bernaldo das Programm "A Tribute to Helene Fischer", bei dem Hits wie "Atemlos durch die Nacht" und "Unser Tag" nicht fehlen werden. Karten gibt es beim Ruppiner Anzeiger, Karl-Marx-Straße 48.⇥kus

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