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Das Haus Buchhorst 20 wollen Dana Möller und Ronny Kühn bis Mitte 2020 vom Schandfleck zum Hingucker herausgeputzt haben

Sanierung
Aus der Ruine wird eine Perle

Jens Sell / 06.12.2019, 19:30 Uhr
Strausberg (MOZ) Das Gerüst stand ein halbes Jahr länger als geplant. Aber als es dieser Tage fiel, frohlockte Stadtsanierer Uwe Schieferdecker: "Das ist ja wirklich eine Perle geworden!" Und auch die Bauherren, Ronny Kühn und seine Geschäftspartnerin Dana Möller, sind erleichtert und gehörig stolz: Der jahrelange Schandfleck Buchhorst 20 ist nicht wieder zu erkennen. Zwar wurde die Original-Kubatur des Gebäudes erhalten, schließlich steht es unter Denkmalschutz, doch verströmt es jetzt nicht mehr den morbiden Charme des Verfalls, sondern strahlt  solide Baukunst aus.

Drei Jahre Bauzeit vorüber

Es geht gerade das dritte volle Baujahr zu Ende. In dieser langen Zeit sind die Bauherren durch Höhen und Tiefen gegangen und haben, wie es bei solchen alten Bauten üblich ist, manche böse Überraschung erlebt. "Das Haus ist nicht in einem Zug errichtet worden, und es haben nie reiche Leute daran gebaut", sagt Ronny Kühn bedeutungsvoll: Das verwendete Material und die Flickschusterei an vielen Ecken zeugten davon. So fand sich eine Straßenbahnschiene als Dachträger und sind manche Ecken so zusammengestückelt, dass sie die Maurer vor echte Herausforderungen stellten.

Es waren erfahrene Männer der Firma Rainer Steinhöfel Bauservice aus Panketal, die ihre Handwerkskunst unter Beweis stellten. Es habe ihnen aber auch mitunter Spaß gemacht, mal nicht stumpf Leichtbetonsteine aufeinander zu kleben, erzählt Ronny Kühn. Dana Möller und er haben für die Sanierung des Eckgebäudes  einen 40-prozentigen Baukostenzuschuss aus der Städtebauförderung in Anspruch nehmen können, mussten dafür aber alle Arbeiten ordnungsgemäß ausschreiben und kamen so um die Erfahrung der steigenden Baupreise auf dem Markt auch nicht herum. Zumal sich der behutsame teilweise Rückbau langwieriger gestaltete und auch mal ein aufwendig gesicherter gemauerter halbrunder Torsturz dann doch in sich zusammenfiel.

Derzeit schreiben die Bauherren die Arbeiten des Innenausbaus aus. Bei Dämmung und Heizung achten sie auf ökologische Gesichtspunkte. Die zu DDR-Zeiten vermutlich aus Materialengpässen heraus verkleinerten Fenster brachten sie wieder auf Normalmaß, die Stuckmanufaktur Hartmann aus Berlin stellte die Fensterbänke und Gesimse denkmalgerecht wieder her. Nächste Woche werden die letzten Fenster und Türen geliefert und eingebaut. Dann ist der Bau für den Winter dicht.

Zwei Wohnungen und Gewerbe

Innen werden zwei Wohnungen und zwei Gewerbeeinheiten einziehen. Eine vierköpfige Familie hat sich schon für die 95-Quadratmeter-Drei-Raum-Wohnung angemeldet. Ganz oben kann man eine Zwei-Raum-Wohnung von 72 Quadratmetern auf Wunsch auch zur Drei-Raum-Wohnung machen. Die Grundrisse sind so individuell wie das ganze Haus. Rechts der kleinen Toreinfahrt aus Richtung Straße An der Stadtmauer wird wohl eine Fotografin ihr Geschäft betreiben. Auf der linken Seite werden er und Dana Möller vermutlich eine Niederlassung des Buchhaltungsbüros einrichten.

Ronny Kühn war am Freitag dabei, mit Hammer und Meißel einen alten gemauerten Pfeiler innen abzustemmen: Die inzwischen eingebaute Decke übernimmt seine Stützfunktion. Den Finanzierungsplan habe man inzwischen zum dritten Mal nach oben korrigiert, ein Gerüst kostet schließlich auch nicht wenig.

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