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Zwischen Ketzin und Falkenrehde
125 alte Linden an L862 gerettet

Gerettet: Die alten Linden an der L 862 zwischen Ketzin/Havel und Falkenrehde bleiben überwiegend von der Fällung verschont.
Gerettet: Die alten Linden an der L 862 zwischen Ketzin/Havel und Falkenrehde bleiben überwiegend von der Fällung verschont. © Foto: Wolfgang Balzer
Wolfgang Balzer / 07.12.2019, 11:00 Uhr
Ketzin/Havel Die Rettung kam in allerletzter Minute. Nach Auffassung des Landesbetriebes für Straßenwesen sollten alle 166 Bäume an der Landesstraße 862 zwischen Ketzin/Havel und Falkenrehde in einem Zug gefällt werden. Und das nur, weil die Verkehrssicherheit einiger nicht mehr gegeben war.

Es mache aus wirtschaftlichen Gründen keinen Sinn zu "flickschustern", die Allee solle in einem Zug nachgepflanzt werden, umriss kürzlich Jamila Wichniarz, Stadtverordnete in der Fraktion "Bürger-Grüne-Piraten", die ursprüngliche Meinung des Landesbetriebes. Franziska Röth von der Stadtverwaltung hatte im Herbst die roten Markierungen an den Bäumen entdeckt, was bedeutete, dass diese zur Fällung freigegeben sind. Selbst Bürgermeister Bernd Lück wusste zu dieser Zeit nichts von der Aktion.

Als Jamila Wichniarz davon erfuhr, schlug sie Alarm und erwirkte schließlich beim Landesbetrieb einen Fällstopp. Trotzdem fielen noch 20 zum überwiegenden Teil vitale Linden, informierte sie und vereinbarte schließlich mit dem Landesbetrieb für Straßenwesen eine gemeinsame Baumschau, an der auch die Straßenmeisterei Nauen und Baumpfleger Andreas Niemoth aus Etzin teilnahmen.

Allerdings gab es zunächst keine positive Reaktion zum Erhalt der vitalen Bäume. Der Straßenbetrieb blieb dabei, dass die alten Linden aus wirtschaftlichen Gründen komplett gefällt werden sollten. Jamila Wichniarz wollte das so nicht hinnehmen, informierte die Stadtverordneten, das Landesbüro der Naturschutzschutzverbände und die Medien.

Mario Zeidler aus Paretz erklärte sich bereit, unentgeltlich ein neues Gutachten zu den Bäumen zu erstellen. "Zwei Tage lang haben wir zu dritt die Linden an der Landesstraße mit Gummihammer, Spieß und Sonde begutachtet und bewertet", erzählte sie jetzt. Zur nächsten Gesprächsrunde lagen unterschiedliche Zahlen auf dem Tisch. Nach Meinung des Baumkontrolleurs des Straßenbetriebes sollten 27 Linden der Axt zum Opfer fallen. Mario Zeidler erachtet für lediglich 18 eine Fällung für notwendig. In der nunmehr stattgefundenen dritten Gesprächsrunde folgte doch noch eine Einigung. Lediglich zehn Bäume müssen tatsächlich gefällt werden. Weitere elf werden über dem Kronenansatz gekappt, so dass der Stamm stehen bleibt.

Es sind Habitatbäume, die geschützt sind. Bei weiteren 125 der alten Linden werden die Kronen eingekürzt und das Totholz entfernt. "Ich bin froh, dass die alte Allee an der L 862 im Wesentlichen erhalten bleibt", sagte die Stadtverordnete jetzt erleichtert. Für die gefällten Bäume ist im Herbst 2020 die Nachpflanzung vorgesehen.

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