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Parteivorstand
Erstmals weibliche Doppelspitze bei den Brandenburger Grünen

Templin: Julia Schmidt (l) und Alexandra Pichl, die neu gewählten Landesvorsitzenden der Partei Bündnis 90/Die Grünen, stehen nach der Verkündung des Ergebnisses beim Landesparteitag ihrer Partei zusammen. Gut drei Monate nach den Landtagswahlen haben die Brandenburger Grünen eine neue Parteiführung gewählt.
Templin: Julia Schmidt (l) und Alexandra Pichl, die neu gewählten Landesvorsitzenden der Partei Bündnis 90/Die Grünen, stehen nach der Verkündung des Ergebnisses beim Landesparteitag ihrer Partei zusammen. Gut drei Monate nach den Landtagswahlen haben die Brandenburger Grünen eine neue Parteiführung gewählt. © Foto: Monika Skolimowska/dpa
dpa / 08.12.2019, 17:21 Uhr - Aktualisiert 09.12.2019, 06:24
Templin (dpa) Die Brandenburger Grünen haben erstmals eine weibliche Doppelspitze: Gut drei Monate nach der Landtagswahl und dem Eintritt in die rot-schwarz-grüne Landesregierung hat ein Landesparteizag am Samstag in Templin (Uckermark) Julia Schmidt und Alexandra Pichl am Samstag als neue Landesvorsitzende bestimmt. Sie lösten die bisherigen Landesvorsitzenden Petra Budke und Clemens Rostock ab, die nach den Wahlen am 1. September als Abgeordnete in den Brandenburger Landtag eingezogen sind.

Um beide Führungsposten hatte es Kampfabstimmungen gegeben: Bei der Kandidatur um den Frauenplatz setzte sich die 26-jährige Schmidt aus dem Kreisverband Oberhavel mit 65 Ja-Stimmen der 97 Delegierten gegen Pichl aus dem Kreisverband Potsdam-Mittelmark durch, die 27 Stimmen erhielt. Drei Delegierte lehnten beide Kandidatinnen ab, zwei enthielten sich.

Pichl trat daraufhin bei der Wahl zum 2. Vorsitzposten gegen Gerhard Kalinka aus dem Kreisverband Teltow-Fläming an. Nachdem beide mit 48 beziehungsweise 46 von 96 gültigen Delegiertenstimmen die Mehrheit verfehlten, wurde ein zweiter Wahlgang notwendig. Dabei setzte sich Pichl mit 51 Stimmen gegen Kalinka durch, der auf 46 Ja-Stimmen kam.

Schmidt studiert Politikwissenschaft, Verwaltungswissenschaft und Soziologie an der Fernuniversität Hagen. Sie hatte bereits für die Grünen bei den Koalitionsverhandlungen mit der SPD und der CDU in der Hauptverhandlungsgruppe gesessen. "Das unglaubliche Miteinander, das Teamwork aus den Koalitionsverhandlungen müssen wir unbedingt beibehalten", sagte die 26-Jährige in ihrer Bewerbungsrede. Sie versprach, auf die Umsetzung der im Koalitionsvertrag vereinbarten Ziele, etwa in der Landwirtschaft und beim Klimaschutz, zu achten: "Ich werde die anderen Parteien immer wieder daran erinnern, was im Koalitionsvertrag vereinbart wurde - und sie darauf festnageln."

Die 41-jährige PR-Beraterin Pichl betonte, sie wolle die Mitsprache der Basis bei den Entscheidungen der Grünen auch als Regierungspartei sichern. "Wir müssen miteinander im Gespräch bleiben, einander zuhören und in einen konstruktiven, sicher auch manches Mal kritischen Dialog mit unserer Landtagsfraktion und unseren Kabinettsmitgliedern treten", sagte sie.

Als Beisitzerinnen im Vorstand wurden Schatzmeisterin Sabine Albrecht und Ruth Wagner bestätigt. Als einziger Mann im Vorstand wurde Kalinka ebenfalls als Beisitzer gewählt.

Die brandenburgische Grünen-Europaabgeordnete Ska Keller hatte ihre Landespartei zu Beginn des Landesparteitags zu Geschlossenheit aufgerufen. "Wenn Teamwork und Zusammenhalt nicht klappt, dann klappt nichts", rief die Vorsitzende der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament den knapp 100 Delegierten zu.

Die Brandenburger Grünen sind im November mit Sozialministerin Ursula Nonnemacher und Agrarminister Axel Vogel (beide Grüne) in die rot-schwarz-grüne Landesregierung eingetreten. Regierung bedeute viel Mühe und oft müsse man in der Politik auch Umwege in Kauf nehmen, mahnte Keller. "Aber wir sind dabei, zu gestalten - also machen wir etwas Gutes daraus!"

Mit einer Schweigeminute gedachte der Parteitag dem Frankfurter Baudezernenten Jörg Gleisenstein, der Mitte November im Alter von 46 Jahren überraschend gestorben war. Gleisenstein hatte bei den Koalitionsverhandlungen mit SPD und CDU ebenfalls in der Hauptverhandlungsgruppe der Grünen gesessen.

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