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Proteste
Oberhaveler Landwirte wollen keine Buh-Männer sein

Mit Mahnfeuern wollen die Bauern am Dienstag auf ihre Situation aufmerksam machen. (Symbolbild)
Mit Mahnfeuern wollen die Bauern am Dienstag auf ihre Situation aufmerksam machen. (Symbolbild) © Foto: Jörn Tornow
Volkmar Ernst / 09.12.2019, 07:56 Uhr - Aktualisiert 09.12.2019, 10:34
Liebenwalde (MOZ) Eine der wichtigsten Forderungen der Bauern bei ihren Protesten ist, dass nicht über sie und ihre Arbeit geredet wird, sondern mit ihnen.

Dass die Landwirte für Gespräche zur Verfügung stehen, soll mit Mahnfeuern am morgigen Dienstag angezeigt werden. Bundesweit werden solche Feuer zu sehen sein. In Oberhavel ist es der Verein "land.schafft.Verbindung", der ein solches an der Bundesstraße 167 zwischen Liebenwalde und Hammer entzündet, teilt Christoph Plass mit. Er ist selbst Landwirt in Neuholland, zugleich aber auch Vize-Chef des Vereins und Mitorganisator der Bauerndemo in der vergangenen Woche in Berlin. "Wir haben mit unseren Protesten gezeigt, dass wir nicht mehr gewillt sind, als die Buh-Männer der Nation an den Pranger gestellt zu werden, weil wir die Bienen und andere Insekten töten, das Grundwasser verseuchen oder Tiere nicht artgerecht halten", so Plass. "Wenn nicht wir Bauern, wer liefert denn die Lebensmittel? Wir sind immer bereit, uns für die Natur und deren Schutz einzusetzen. Aber es muss auch möglich sein, dass die Bauern und insbesondere die Familien- und Kleinbetriebe von ihrer Arbeit leben können. Das in Einklang zu bringen, geht nur, wenn die Politiker mit uns sprechen und wir gemeinsam nach Lösungen suchen."

Die Traktoren-Demo in Berlin wertet Plass als Hilferuf und als Signal, und er fordert, dass nun Taten folgen. Damit meine er zum einen das Gesprächsangebot an den Mahnfeuern, zu dem alle Bürger eingeladen sind. Es ist zum anderen die Bitte an die agrarpolitischen Sprecher aller Fraktionen, sich Anfang kommenden Jahres zu einer Gesprächsrunde mit den Bauernverbänden zusammenzusetzen. Vorgeschlagen wird die Diskussion folgender Themen: Wie können Insektenschutz und Biodiversität sowie der Preisverfall bei Lebensmitteln in Einklang gebracht werden? Wie viel Bioanbau geht überhaupt? Wie können der Einsatz neuester Technik und die Emotionen der Naturschützer in Einklang gebracht werden?

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