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Wettbewerb
Model aus Oranienburg will sich nicht zur Miss-Germany-Wahl hungern

Vivenne Radigk aus Oranienburg ist schon sehr schlank.
Vivenne Radigk aus Oranienburg ist schon sehr schlank. © Foto: Tobias Dick
Claudia Duda / 09.12.2019, 14:33 Uhr - Aktualisiert 10.12.2019, 09:13
Oranienburg (MOZ) Erschöpft, aber voller Eindrücke sitzt Vivienne Radigk am Sonntagabend im Bus. Sie war am Wochenende in Frankfurt/Main. Die 18-jährige Oranienburgerin ist die neue Miss Brandenburg und in der Main-Metropole trafen sich die 16 jungen Frauen, die im Februar 2020 ihr jeweiliges Bundesland bei der Miss-Germany-Wahl vertreten. "Wir haben Fotos gemacht und wurden mit dem Prozedere vertraut gemacht", erklärt sie im Gespräch mit dieser Zeitung.

Völlig überraschend hatte Vivienne Radigk am Freitag Besuch bekommen. "Ich war gerade im Modegeschäft Chelsea in Oranienburg, in dem ich arbeite, als plötzlich ein Kamerateam im Laden stand. Auch mein Freund war dabei. Da habe ich erfahren, dass ich die neue Miss Brandenburg bin. Es war furchtbar emotional. Am Ende haben alle Tränen in den Augen gehabt", sagt sie. Auch zwei Tage später ist sie noch ganz berührt davon, dass ihr Freund, der im Vorfeld von der Agentur eingeweiht worden war, es geschafft hat, nichts zu verraten. "Meine Beine zittern heute noch, wenn ich daran denke. Das ist ein ganz großer Liebesbeweis."

Genießt die Ruhe und die Natur

Seit vier Jahren wohnt Vivienne Radigk in Oranienburg. "Meine Eltern wollten damals aus Berlin raus. Ich finde es ganz wunderbar hier und genieße die Ruhe und die Natur. Vorher in Berlin war es doch sehr hektisch." Vor zwei Jahren hat sie in Berlin-Reinickendorf ihren Schulabschluss gemacht. Der Besuch einer privaten Fachoberschule endete jäh, als die Schule aus wirtschaftlichen Gründen schließen musste. "Da habe ich mich erstmal auf die Karriere als Model konzentriert."

Denn davon hat die junge Frau schon früh geträumt. "Als 15-Jährige habe ich mein erstes Fotoshooting gehabt, mit 16 die erste Auslandsreise nach Istanbul", berichtet sie begeistert von ihren Erfahrungen in dem Beruf. Innerhalb von zwei Jahren hatte sie Auslandsaufträge in Ländern wie China, Türkei und Italien.

Doch dabei ist sie ganz bodenständig geblieben. Für die Arbeit im Modeladen in Oranienburg hat sie sich ganz bewusst entschieden. "Hauptberuflich als Model zu arbeiten, kann wirklich sehr hart sein." So habe sie bereits erlebt, dass Kunden sie zu einer extremen Gewichtsabnahme überreden wollten. "Aber das kommt für mich nicht infrage!" Mit ihren 1,73 Meter Körpergröße ist sie auch verhältnismäßig klein. Über eine Teilnahme bei der Castingshow "Germanys next Topmodel" habe sie deshalb auch nie nachgedacht.

Dass sie sich trotzdem bei der Wahl zur Miss Germany angemeldet hat, lag vor allem an dem Motto dieses Jahres: "Es ging um Authentizität und darum, dass wir vor allem wir selbst sein sollten." Insgesamt 7 500 Frauen zwischen 18 und 39 Jahren sind deutschlandweit zum Wettbewerb angetreten – ein Anmelderekord, wie der Veranstalter Miss Germany Corporation mitteilt.

Im Wettbewerb zur Miss Brandenburg blieben dann noch acht Kandidatinnen, über die zunächst im Internet abgestimmt werden konnte. Außerdem entschied eine Jury über Ausstrahlung und Authentizität, Kreativität und Unterhaltung, Professionalität sowie Kritikfähigkeit. "Meine Familie und mein Freund haben mir ganz viel Mut gemacht, sie stehen absolut hinter mir und geben mir Kraft", ist die Oranienburgerin dankbar für den Halt, den sie in ihrem Umfeld findet. "Auch meine Freunde unterstützen mich, sie sind stolz auf mich, das tut mir gut", sagt sie.

Familie hilft bei Vorbereitung

Die Familie hilft jetzt auch bei der Vorbereitung auf die große Miss-Wahl, die im Februar im Europapark Rust in Baden-Württemberg stattfinden wird. "Vorher geht es in ein Camp in Ägypten, dort werden wir auf das Finale vorbereitet", ist sie schon ganz gespannt. Für den Wettbewerb muss sie unbedingt "das Laufen üben", um Sicherheit auf dem Laufsteg zu gewinnen. Denn bislang hat die Schönheit mit dem dunkelbraunen Haar vor allem mit ihrem Gesicht für Kampagnen geworben. In andere Rollen schlüpft sie hingegen besonders gern: "Mir macht es Spaß, zu schauspielern."

Die Entscheidung, wer die neue Miss Germany wird, fällt am 15. Februar. Jurymitglied Angela Meier-Jakobsen erklärt: "In klassischen Schönheitswettbewerben ging es jahrelang immer nur um genau eine Sache: Schönheit! Das neue Konzept hat es geschafft, 16 Frauen ins finale zu bringen, die uns umgehauen haben mit ihrer Biografie, ihrer Stärke und Einzigartigkeit – viele Menschen werden sich davon ganz sicher inspiriert fühlen." Doch bis dahin wird sie mit ihren leuchtenden braunen Augen weiter in Oranienburg arbeiten. "Ich muss das erstmal alles realisieren", sagt sie, während sie mit dem Bus nach Hause fährt und zur Entspannung Musik hört.

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