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Kommunikation
Nicht mehr im Tal der Ahnungslosen

Symbolische Freischaltung mit Ortsvorsteher Heinz Ließke (2.v.l.): In Wensickendorf geht es über Glasfaserkabel jetzt in angemessenem Tempo in die digitale Welt.
Symbolische Freischaltung mit Ortsvorsteher Heinz Ließke (2.v.l.): In Wensickendorf geht es über Glasfaserkabel jetzt in angemessenem Tempo in die digitale Welt. © Foto: Klaus D. Grote
Klaus D. Grote / 09.12.2019, 15:39 Uhr
Wensickendorf (MOZ) Ortsvorsteher Heinz Ließke (Freie Wähler) spendierte sogar eine Flasche Sekt. "Das ist wie ein Weihnachtsgeschenk für uns", sagte Ließke. Als einer der letzten Orte Oberhavels bekommt Wensickendorf schnelles Internet. Die Telekom ermöglicht 900 Haushalten, davon 100 in Zehlendorf, den Anschluss ans Highspeed-Internet mit einer Leistung von bis zu 250 Megabit pro Sekunde. "Damit haben alle Kunden einen Anschluss für digitale Anwendungen", sagte Henry Lange vom Infrastrukturvertrieb der Telekom. Jetzt werde Video-Streaming, HD-TV, Gaming und Arbeiten von zu Hause aus möglich. Bisher konnte nicht einmal eine größere Bilddatei versendet werden. Wensickendorf befand sich noch im Tal der Ahnungslosen.

Dass es überhaupt so lange dauerte bis zum schnellen Internet, dafür ist der Netzbetreiber DNS-Net verantwortlich, der 2013 den Zuschlag für den Netzausbau erhielt, aber nicht umsetzte. Anschließend lief die Förderperiode für den Netzausbau aus. Derweil versorgte die Telekom zwischen 2013 und 2015 Oranienburg und die übrigen Ortsteile mit Glasfaserkabeln. Den Netzbereich Zehlendorf/Wensickendorf übernahm sie schließlich eigenwirtschaftlich. An das schnelle Internet werden nun auch die Kunden anderer Betreiber angeschlossen. Bei der Telekom werde der Anschluss innerhalb von ein bis drei Wochen nach Anmeldung erledigt, sagte Lange. Noch vor Weihnachten sollen die ersten Haushalte Zugang zum schnellen Netz haben. "Vielleicht werden dann auch noch Weihnachtsgeschenke bestellt", sagte Ließke.

Wichtig sei das Internet nicht nur für die Haushalte, sondern auch für Gewerbetreibende und die Gäste des Landhotels, sagte Ließke. Er berichtete von Geschäftsleuten, die mit ihrem Laptop über die Kreisgrenze fahren, um im Barnim größere Datenmengen versenden zu können.

Die Zeit des Schneckentempos geht nun zu Ende. Sechs Kilometer Glasfaser hat die Telekom auf eigene Kosten verlegt und vier Multifunktionsgeräte errichtet, eins davon in Zehlendorf. Durchschnittlich 70 000 Euro koste die Verlegung von einem Kilometer Kabel, sagte Lange. Die genaue Investitionssumme gab er nicht preis. Von den Multifunktionsgeräten, von denen eins am Montagvormittag gegenüber dem Feuerwehrgerätehaus symbolisch freigeschaltet wurde, kommen die Anschlüsse direkt ins Haus. Karsten Siewert und Jan-Erik Zarmert sorgen in den Wohnungen für Anschlüsse. Bei der Telekom kann das telefonisch, im Internet oder im Shop erledigt werden.

Ein kleiner weißer Fleck bleibt noch. Etwa 100 Haushalte am Rahmer See, im Triftweg und im Techweg werden erst in einem zweiten Schritt angeschlossen. Das soll in der zweiten Jahreshälfte 2020 erfolgenm, versprach Henry Lange. In Oberhavel blieben danach nur noch kleine Bereiche im Löwenberger Land ohne Breitbandnetz und schnelles Internet, so Lange.

500 000 Kilometer

Die Telekom verlegt nach eigenen Angaben in diesem Jahr in Deutschland  insgesamt 60 000 Kilometer. Aktuell umfasse ihr Netz eine halbe Million Kilometer.

VDSL steht für: Very High Speed Digital Subscriber Line. Die DSL-Technik ermöglicht eine wesentlich höhere Datenübertragungsrate über gebräuchliche Telefonleitungen. ⇥kd

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