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1. FC Union Berlin
Sebastian Andersson und der Aufschwung Union Berlins

23.11.2019, 1. FC Union Berlin - Borussia Mönchengladbach: Berlins Sebastian Andersson jubelt nach seinem 2:0 Treffer.
23.11.2019, 1. FC Union Berlin - Borussia Mönchengladbach: Berlins Sebastian Andersson jubelt nach seinem 2:0 Treffer. © Foto: Andreas Gora/dpa
Uwe Wuttke / 10.12.2019, 07:45 Uhr - Aktualisiert 10.12.2019, 09:11
Berlin (MOZ) Ein bisschen müde sah Sebastian Andersson am Tag nach einem weiteren großen Spiel für den 1. FC Union Berlin in der Fußball-Bundesliga aus. Die Köpenicker haben nach dem 2:0-Erfolg gegen den 1. FC Köln mit 19 Punkten Rang 10 erobert. Eine Anzahl und ein Rang, den sich vor der ersten Spielzeit der Berliner in der Bel-etage des deutschen Fußballs wohl nur die kühnsten Optimisten vorstellen konnten. Und einer, der für die Erfolge der Eisernen steht wie kein Zweiter, ist Sebastian Andersson.

Taten statt Worte

Der kopfballstarke Stürmer schoss mit seinen zwei Treffern am Sonntag den Mitaufsteiger vom Rhein im Alleingang ab. Aber so etwas würde er selbst nie sagen. Denn wie es sich für einen Schweden gehört, ist das Reden nicht sein Hauptmetier. Der 28-Jährige lässt viel lieber Taten auf dem Spielfeld für sich sprechen. Andersson ist ein harter, ehrlicher Arbeiter. Damit passt er ganz wunderbar zum Arbeiterclub, der gerne mal mit dem Image der Schlosserjungs kokettiert, die einst in Oberschöneweide einen Vorläuferclub gründeten. Entsprechend umreißt der im schwedischen Ängelholm geborene Angreifer auch die von Trainer Urs Fischer an ihn gestellte Anforderungen. "Meine Aufgabe ist, hart zu arbeiten, um den Ball zu sichern und dem Team zu helfen." Für Andersson kein Problem: "Ich liebe harte Arbeit."

Einsatzgarantie vom Trainer

Auch deshalb hat er von Fischer eine beim Schweizer eher untypische Einsatzgarantie. Der Stürmer fehlte noch in keiner Partie in der Bundesliga. "Er hat gegen Köln eine tolle Leistung gezeigt, hat viel Aufwand betrieben und viele lange Bälle festgemacht", lobt der Coach den mannschaftsdienlichen, aber im Abschluss auch mal egoistischen Torjäger. Auch dessen Effizienz gegen die Rheinländer gefiel Fischer. Gleichwohl sieht er genau darin noch eine Schwäche. "Er kommt immer wieder zu Möglichkeiten. Aber du bekommst in der Bundesliga nicht viele, die musst du nutzen." Dennoch ist Andersson mit nun 8 Toren aus 14 Spielen in der Torschützenliste der Liga auf Rang 4 platziert. "Acht Tore sind gut. Ich bin glücklich darüber", sagt er selbst.

Vom 1. FC Kaiserslautern

Und wohl auch darüber, dass in der Bundesliga erfolgreiche Torjäger eine begehrte Spezies sind, denn zu den Großverdienern gehört er noch nicht. Auf Fragen zu seinem Vertrag reagiert der sonst aufgeschlossen und freundliche Andersson reserviert. "Ich kann dazu nichts sagen", heißt die Standardantwort. Es sei eine Frage zwischen seinem Berater, dem ehemaligen Bundesliga-Torjäger Martin Dahlin, und dem Club. Sollte der Klient die Wuhlheider zum Saisonende verlassen, würden diese aber wohl einen netten Gewinn einstreichen. Schließlich kam der Stürmer, dessen Marktwert mit derzeit 2,5 Millionen Euro angesetzt ist, vor anderthalb Jahren ablösefrei vom Zweitliga-Absteiger 1. FC Kaiserslautern.

Geht er nach England?

Dass Andersson einen klaren Karriereplan verfolgt, ist offensichtlich. Diese begann einst sogar als Mittelfeldspieler. "Erst mit 14, 15 Jahren bin ich Stürmer geworden. Da habe ich erkannt, dass es mehr Spaß macht, Tore zu schießen", erzählt der 1,90 Meter-Hüne. Nach dem Weg durch schwedische Zweit- und Erstligaclubs (Kalmar FF, Djugarden Stockholm, IFK Nörrköping), landete er in der Saison 17/18 in der Pfalz.

Dort empfahl er sich mit zwölf Toren und liebäugelt inzwischen mit einem Engagement in der Premier League. Auch wenn er das nicht so klar formuliert. "Es ist nicht gesagt, dass ich in England spielen will. Jetzt freue ich mich hier zu sein." Vielleicht wird der von Trainer Fischer als ruhiger Spieler, der aber auf dem Feld explodiert, beschriebene Andersson auch wegen dieser Unverbindlichkeit nicht ganz so geliebt von den Fans wie ein Sebastian Polter, der quasi rot-weißes Blut in seinen Adern fließen lässt. Aber der Schwede ist geschätzt für das ,was er auf dem Feld auch für die Mannschaft leistet. Da kann man auch mal müde sein.

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