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Land der Nichtschwimmer
Nur 40 Prozent der Zehnjährigen sind sichere Schwimmer

Nur noch wenige Kinder können sicher schwimmen. Ein Grund ist auch, das immer mehr Schwimmbäder schließen.
Nur noch wenige Kinder können sicher schwimmen. Ein Grund ist auch, das immer mehr Schwimmbäder schließen. © Foto: Federico Gambarini/dpa
André Bochow / 10.12.2019, 08:00 Uhr - Aktualisiert 10.12.2019, 08:23
Berlin (NBR) Die Zahlen sind deprimierend. Fast 60 Prozent der Zehnjährigen sind keine sicheren Schwimmer mehr.

Das geht aus einer  von der DLRG in Auftrag Umfrage aus dem Jahr 2017 hervor. 25 Prozent der Grundschulen in Deutschland haben keinen Zugang mehr zu einem Schwimmbad. 80 Hallen- und Freibäder schließen jährlich. Seit dem Jahr 2.000 machten 1.400 Schwimmbäder dicht. 6.400 gibt es noch.

Die DLRG will, dass der Bund das Bädersterben stoppt, sammelte 120.000 Unterschriften und zog damit vor den Petitionsausschuss des Bundestages. Dort konnten die Petenten ausführlich die Situation schildern. Und die ist nach Ansicht von DLRG-Präsident Achim Haag immer häufiger lebensbedrohlich. Haag spricht von der "Ertrinkungsstatistik". Allein 2018 "fanden mindestens 504 Menschen den nassen Tod." Besonders gefährdet seien Kinder. Und auch die Ausbildung der Rettungsschwimmer sei durch Bäderschließungen in Gefahr.

"Viele Kommunen stehen unter Finanzdruck und versuchen durch Stilllegung oder Abriss von Bädern ihre defizitären Haushalte zu bereinigen", so Haag. Dass es vor allem um Schwimmhallen geht, macht die Bemerkung des DLRG-Präsidenten deutlich, der beklagt, dass Kommunen Freibäder oder Badeteiche als Alternative bieten, die aber für Ausbildung und Sport nur saisonal zur Verfügung stehen. "Hinzu kommt, dass die häufig von privaten Investoren erbauten Spaßbäder nicht den notwendigen Ausbildungsgesichtspunkten entsprechen."

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen bezuschussen die Kommunen jeden Besuch eines Bades mit fünf bis zehn Euro. Zu viel für viele Städte und Gemeinden. Die DLRG fordert neben einer systematischen Bedarfsplanung, vor allem "einen  goldenen Plan ähnlich dem der 1960er Jahre."  Deswegen wende man sich an den Bundestag, so Haag. Der Plan aber soll so etwas wie ein nationales Gesamtprojekt werden. "Der Finanzbedarf beträgt etwa 14 Milliarden Euro für die nächsten zehn Jahre und soll  je zur Hälfte vom Bund einerseits und  Ländern plus Kommunen andererseits getragen werden." Schließlich gehe es nicht nur um das Schwimmen.

Die DLRG sieht die Bäder  als  "Orte, an denen alle Gesellschaftsschichten zusammentreffen, als Teil des kommunalen Gesundheitsangebots und vor allem Sozial-, Bildungs- und Kulturstätte." Anne-Katrin Bohle, Staatssekretärin im Bundesinnenministerium erklärte mit Blick auf den "Goldenen Plan" und das Finanzierungsproblem im föderalen System: "Am Willen fehlt es niemandem. Die Frage ist, welche Wege man gemeinschaftlich gehen kann."

Das Brandenburger Ministerium für Bildung, Jugend und Sport lässt wissen, es gebe derzeit "kein Landesprogramm zur investiven Förderung von Schwimmhallen.

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