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Woltersdorfer Schulbau
Benefizaktion mit Fotos soll Geld in Kasse spülen

Annette Herold / 10.12.2019, 20:53 Uhr
Woltersdorf (MOZ) Manchmal ist sogar einem Spaßmacher zum Weinen. Für die Freie Schule Woltersdorf hat Wolfgang Wündsch, als Eckensteher Nante bekannt, sogar gern Tränen vergossen. Wündsch, der am Wochenende nachmittags singend auf der Eisbahn am Berliner Neptunbrunnen zu erleben ist, beteiligt sich neben anderen Prominenten an der Benefizaktion "Lachen und Weinen" des Rahnsdorfer Fotografen Jean-Paul Assandri für einen Schulneubau an der Vogelsdorfer Straße.

Dort will die Freie Schule ein Grundstück kaufen, das auch Platz für eine Kita und dem ganzen Projekt Platz zum Wachsen bietet. Der Bedarf ist auf jeden Fall da, wie Geschäftsführerin Andrea Wolter sagt. Fünf bis sieben Interessenten gebe es für jeden Schulplatz. Doch für mehr Schüler seien Haus und Hofgebäude in der Blumenstraße Woltersdorf viel zu klein.

Ungewöhnliche Spendenaktion

Der Kontakt zum Fotografen ist über eine Mutter zustande gekommen. Jean-Paul Assandri setzt mit dem Projekt eine Idee um, die er auch schon zugunsten eines Kinderhilfsvereins auf Mallorca und des Deutschen Kinderhilfswerks verwirklicht hat: Menschen zu animieren, Gefühle zu zeigen. Dafür hat er schon viele fotografiert, Prominente und weniger Bekannte. Zur Woltersdorfer Serie gehören bislang neben dem Eckensteher Nante unter anderem die Schauspielerin und Musikerin Marianne Enzensberger, die aus dem "Traumzauberbaum" bekannte Carmen Hatschi sowie von den Berliner Eisbären Vincent Hessler (Spielernummer 16), Jonas Müller (18) und Constantin Braun (90). Die Fotos sollen handsigniert, ausgestellt und schließlich – voraussichtlich im Sommer – zugunsten des Schulprojekts versteigert werden.

Bisher gibt es bereits zehn Fotos, 30 bis 40 sollen es werden. Dafür setzen die Initiatoren auf die Bereitschaft etwa von Politikern und anderen Persönlichkeiten, mitzumachen. "Es kann aber auch der Mensch von nebenan sein", sagt Jean-Paul Assandri. Gern würde er auch Spendenwillige gewinnen. Die dürften, gegen Spendenquittung, durchaus anmelden, von welchem Prominenten sie gern eins der besonderen Porträts hätten.

Assandri ist Vater einer zwölfjährigen Tochter. In früheren Jahren, bei Spielplatzbesuchen, hat er festgestellt, wie offen Kinder auf einander zugehen. An der Bank, hin und wieder Treffpunkt der Erwachsenen, sei das vielen viel schwerer gefallen. Als Menschen wie als Fotografen interessieren ihn aber Gefühle, und dass sie unverstellt gezeigt werden. "Unsere Maske steckt voller Gefühle", lautet denn auch der Untertitel des Benefiz-Projektes.

Sich daran unentgeltlich zu beteiligen, war für den 51-Jährigen selbstverständlich. "Es geht darum, etwas für die Kinder hier zu tun und dafür, dass sie eine vernünftige Ausbildung erhalten." Jean-Paul Assandri verweist auf deutsche Hilfsaktionen im Ausland. "Die sind so wichtig. Aber ich kann nur geben, wenn ich selbst stark bin."

Für das Baugrundstück der Freien Schule werden noch 5000 Euro gebraucht, wie Andrea Wolter berichtet, inklusive Bau werden 560 000 Euro Eigenmittel fällig. 371 000 Euro hat die Schule, teils aus vielfältigen Spendenaktionen, schon zusammen.

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