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Hans-Ulrich Finger wagt sich erstmals an ein großformatiges Bild und erschafft eine Impression des Liepes Sees.

Wandbild
25 Quadratmeter Kunst

Jörn Kerckhoff / 11.12.2019, 07:30 Uhr
Liepe Man ist nie zu alt, um sein erstes Mal zu erleben. Diese Erfahrung hat auch Hans-Ulrich Finger in diesem Jahr gemacht. Da hat der Hobbykünstler aus Liepe, der im Barnim und Märkisch-Oderland für seine kleinformatigen Landschaftsbilder bekannt ist, nämlich sein erstes großformatiges Bild gemalt – und zwar richtig großformatig. Auf 25 Quadratmetern schuf er eine Impression des Oder-Havel-Kanals am Lieper See. Dabei brauchte es aber einen Schubs in das berühmte kalte Wasser, damit Uli, wie Hans-Ulrich Finger von allen genannt wird, dieses erste mal erleben durfte.

Respekt vor der schieren Größe

Ein befreundetes Ehepaar aus Liepe wünschte sich ein Gemälde auf einer Stützmauer, die im Hof ihres Hauses steht. Da sie um die künstlerische Ader Fingers wissen, fragten sie bei ihm an. "Da habe ich erst einmal etwas Angst bekommen", gibt der 71-Jährige zu. Dabei hat er jahrzehntelange Erfahrung als Künstler, gehört der Künstlergruppe "Märkische Schmierfinken" an, malt etwa 30 Bilder im Jahr und stellt diese auch zwei- bis dreimal pro Jahr aus. Aber ein Bild mit dem Format 8,4 mal drei Meter sei halt schon eine ganz andere Aufgabe, erzählt Finger.

Zumal man für ein so großes Werk auch die Maltechnik umstellen müsse. So habe er sich Bedenkzeit erbeten, wollte dem Paar den Wunsch aber auch nicht abschlagen, zumal sie sich dieses Bild selbst zum 80. Geburtstag schenken wollten. Sein Freund und künstlerischer Förderer, Bernd Hübner aus Britz, habe ihm jedoch zu dem Projekt geraten und gesagt, dass er mal großformatiger denken solle. Vor allem aber habe dieser ihm das Projekt auch zugetraut, erzählt Uli Finger. Und so habe er schließlich zugesagt.

Etwa 14 Tage habe er für die Vorplanung benötigt. Die Motivsuche, die Auswahl der richtigen Farben, die nicht so schnell verwittern, das Zeichnen des Entwurfs und das Übertragen der Skizze auf die Wand mit Kohlestiften habe viel Zeit in Anspruch genommen. Am Werk selbst habe er dann ebenfalls mehrere Wochen gesessen, allerdings immer nur wenige Stunden am Tag. "Ich habe es im Sommer gemalt und immer erst am Nachmittag, wenn die Sonne nicht mehr auf die Wand schien", erzählt Finger. Als Jahreszeit für die Landschaftsimpression wählte Finger den Frühling. Zum einen, weil seine Auftraggeber sich dies wünschten, zum anderen weil der Frühling ein abwechslungsreicheres Farbenspiel biete als der Sommer. Und das sei spannender.

Stolz auf den eigenen Mut

Nun blickt das Paar von seinem Hof aus nicht mehr auf eine weiße Wand, sondern direkt auf den Kanal und den Pimpinellenberg. "Die beiden haben sich riesig gefreut", erzählt Finger und gibt zu, dass er selbst auch ziemlich zufrieden sei mit seiner Arbeit – zu 95 Prozent. Stolz sei er aber auf jeden Fall, dass er sich an so ein Projekt herangewagt habe.

Und wie das mit ersten Malen manchmal so ist, es bleibt nicht dabei. Bei einer kleinen Einweihungsfeier hätten einige Leute sein Werk gesehen und seien offenbar ebenfalls beeindruckt gewesen, erzählt Uli Finger. So habe es schon zwei Anfragen für ähnlich großformatige Bilder gegeben. "Ich habe schon meine Begeisterung für das Großformat entdeckt", gibt der singende Maler – Finger singt auch seit vielen Jahrzehnten in mehreren Chören – zu. So ist eigentlich jetzt schon klar, dass es nicht bei dem einen Mal bleiben wird.

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